
◆ STADT · PIEMONT
Asti hat sein Mittelalter nie abgelegt: Über den Dächern der Altstadt ragen noch immer die Geschlechtertürme der reichen Kaufmannsfamilien auf – allen voran die Torre Troyana, der Uhrturm der einstigen „Stadt der hundert Türme“. Anfang September verwandelt der Palio, urkundlich bereits im 13. Jahrhundert erwähnt und damit Italiens ältestes Pferderennen, die Piazza Alfieri in eine Rennbahn aus gestampftem Sand. Dazwischen lebt eine piemontesische Provinzhauptstadt, die sich nicht verstellt: Unter den Arkaden des Corso Alfieri wird Barbera ausgeschenkt, im September feiern die Douja d'Or und das Festival delle Sagre die Küche des Monferrato, und in den Kellereien des Umlands reift der Moscato für jenen Asti Spumante, der den Namen der Stadt in die Welt getragen hat.

Asti war als Hasta schon den Römern ein Begriff, doch seine große Zeit kam im Mittelalter: Im 12. und 13. Jahrhundert zählte die freie Kommune dank ihrer Kaufleute und Geldverleiher, die bis nach Flandern Geschäfte machten, zu den reichsten Städten Norditaliens. Wer es zu etwas gebracht hatte, baute in die Höhe – weit über hundert Geschlechtertürme sollen die Stadt damals gestachelt haben. Geblieben sind unter anderem die Torre Troyana mit ihrer Stadtglocke, die schlanke Torre Comentina und die Torre Rossa, deren Unterbau noch aus römischer Zeit stammt.
Den Takt des Jahres gibt bis heute der Palio vor. Urkundlich taucht das Rennen erstmals im 13. Jahrhundert auf, gelaufen wird Anfang September: Nach einem Umzug von Hunderten Gewandeten in den Farben der Rioni und Borghi jagen die Reiter ohne Sattel über die eigens mit Sand aufgeschüttete Piazza Alfieri, und das siegreiche Viertel trägt das Banner – den Palio – im Triumph davon. In den Wochen drumherum füllen die Douja d'Or, eine der wichtigsten Weinveranstaltungen Italiens, und das Festival delle Sagre, bei dem die Dörfer des Astigiano ihre Küche auffahren, die ganze Innenstadt.
Und dann ist da der Wein. Asti gab dem berühmtesten Süßschaumwein Italiens seinen Namen, doch das Astigiano kann weit mehr: Barbera d'Asti in allen Schattierungen, Grignolino, Ruchè – die Rebhügel des Monferrato, seit 2014 UNESCO-Welterbe, beginnen direkt hinter den letzten Häusern. Dazu eine Küche, die Agnolotti, Carne cruda und im Herbst Trüffel auf den Tisch bringt. Dass hier 1749 mit Vittorio Alfieri auch einer der großen Dichter Italiens geboren wurde, dessen Name Platz und Korso prägt, passt zu einer Stadt, die ihr Erbe lebt, statt es auszustellen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Mittelalter & Türme
Der Corso Alfieri, die alte Hauptachse, reiht Astis Mittelalter wie an einer Schnur auf: die Torre Troyana an der Piazza Medici, die Torre Comentina, der Backsteindom im stillen Nordwesten und die Collegiata di San Secondo über der Krypta des Stadtpatrons. Wer die Stufen des Uhrturms steigt, sieht von oben, wie kompakt diese Stadt wirklich ist – und wie nah die Weinberge beginnen.
Palio & Feste
Anfang September verdichtet sich das Jahr: Beim Festival delle Sagre tischen die Dörfer des Astigiano auf riesigen Tafeln ihre Küche auf, die Douja d'Or füllt Höfe und Paläste mit Verkostungen, und am Palio-Tag jagen die Reiter der Rioni und Borghi ohne Sattel über die Piazza Alfieri – das älteste Pferderennen Italiens, gelebt statt inszeniert.
Wein & Monferrato
Asti ist Namensgeber des berühmtesten Süßschaumweins Italiens und Hauptort eines Weinlands, das seit 2014 UNESCO-Welterbe ist. In den Enotheken der Altstadt stehen Barbera d'Asti, Grignolino und Ruchè im Regal, und wenige Autominuten hinter den letzten Häusern beginnen die Rebhügel des Monferrato mit ihren Kellereien, Dorfkirchen und Panoramastraßen.
Genuss & Märkte
Agnolotti, Carne cruda, Bagna Cauda im Winter und im Herbst Trüffel aus den Hügeln ringsum: Astis Küche ist das Piemont in Reinform. Mittwochs und samstags belebt einer der größten Wochenmärkte der Region die Plätze der Innenstadt, und in Osterien und Gewölbekellern wird zum Essen grundsätzlich Barbera eingeschenkt.
03 · Wann
Asti liegt im hügeligen Binnenland des Piemont, das Klima ist kontinental: warme bis heiße Sommer, neblig-kalte Winter und zwei goldene Übergangszeiten. Wer kann, richtet die Reise nach dem Festkalender – im September verdichten sich Palio, Douja d'Or und Festival delle Sagre zu Astis großem Monat, entsprechend früh sind die Zimmer vergeben.
04 · Häufige Fragen
Der Palio wird Anfang September ausgetragen, traditionell an einem Sonntag. Dem Rennen auf der Piazza Alfieri geht ein großer historischer Umzug durch die Altstadt voraus, bei dem die Rioni und Borghi in mittelalterlichen Gewändern antreten. Wer dabei sein will, sollte Hotel und Tribünenplätze viele Monate im Voraus sichern – die Stadt ist an diesem Wochenende ausgebucht.
Beide entstehen aus der Moscato-bianco-Traube der DOCG Asti. Der Asti Spumante ist ein voll schäumender Süßwein mit kräftiger Perlage, der Moscato d'Asti dagegen nur leicht perlend, süßer im Antrunk und mit deutlich weniger Alkohol – meist um die fünf Volumenprozent. Probieren lässt sich beides in den Enotheken der Altstadt oder direkt bei den Erzeugern im Umland.
Ja – Regionalzüge der Linie Turin–Genua brauchen ab Turin Porta Nuova nur rund 30 bis 40 Minuten, und vom Bahnhof sind es wenige Gehminuten in die Altstadt. Für einen Tag reichen Kathedrale, San Secondo, Torre Troyana und ein langes Mittagessen. Wer Weingüter im Monferrato besuchen will, bleibt besser über Nacht.
Für die kompakte Altstadt genügt ein voller Tag. Mit Verkostungen, einem Ausflug in die Weinberge des Monferrato oder einer Kombination mit Alba und den Langhe werden daraus schnell zwei bis drei Tage. Im September lohnt es sich, die Festwoche um Palio, Douja d'Or und Festival delle Sagre komplett mitzunehmen.
Beides hat seinen Reiz: Alba liegt mitten in den Langhe und ist im Herbst das Zentrum des weißen Trüffels, Asti ist die größere, alltagsnähere Stadt mit Palio, mittelalterlichen Türmen und besserer Bahnanbindung Richtung Turin und Mailand. Die rund 30 Kilometer dazwischen sind schnell gefahren – viele kombinieren einfach beide.
In den Enotheken rund um Corso Alfieri und Piazza Alfieri, bei geführten Verkostungen mit lokalen Sommeliers oder direkt auf den Weingütern des Monferrato, die oft nach Voranmeldung öffnen. Im September bündelt die Douja d'Or das Angebot: Dann schenken Dutzende Erzeuger in den Höfen und Palästen der Innenstadt aus.
05 · In der Nähe
Sag uns, worauf du Lust hast — wir planen deine Tage in Asti.
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