Wer Asti verstehen will, beginnt im Rione Cattedrale. Hier, wo die Kathedrale Santa Maria Assunta e San Gottardo mit ihrer romanisch-gotischen Fassade über die engen Gassen wacht, spürt man, wie tief die Geschichte dieser Stadt im Pflasterstein verwurzelt ist. Die Kathedrale selbst – eine der bedeutendsten gotischen Kirchen des Piemont – zieht den Blick schon von weitem an: Ihre Fassade aus dem 14. Jahrhundert trägt die Spuren von Jahrhunderten, und im Inneren öffnet sich ein Raum, der trotz seiner Größe eine fast intime Stille bewahrt.
Das Viertel rund um den Dom ist kein Freilichtmuseum, sondern ein lebendiges Stadtquartier. Morgens öffnen die kleinen Bars ihre Türen, der Duft von frisch gemahlenem Kaffee mischt sich mit der kühlen Luft, die durch die Seitengassen streicht. Ältere Bewohner überqueren den Platz mit dem vertrauten Schritt von Menschen, die hier seit Jahrzehnten zu Hause sind. Touristen und Einheimische teilen sich dieselben Wege – und das ist kein Zufall, denn das Rione Cattedrale liegt geografisch und symbolisch im Zentrum von Asti.
Die Architektur erzählt von verschiedenen Epochen: Mittelalterliche Türme, von denen Asti einst über hundert besaß, stehen neben barocken Palazzi und schlichten Bürgerhäusern. Der Campanile der Kathedrale ist einer der markantesten Orientierungspunkte der Stadt. In den Seitengassen des Viertels finden sich Werkstätten, Antiquariate und kleine Lebensmittelläden, die das Alltagsleben des Quartiers prägen.
Für Reisende, die mehr als nur Sehenswürdigkeiten suchen, bietet das Rione Cattedrale die Möglichkeit, in einem Viertel zu wohnen, das noch authentisch piemontesisch ist. Die Nähe zum Battistero di San Pietro – einem der ältesten Baptisterien Norditaliens – und zur Piazza Cattedrale macht jeden Spaziergang zu einem Streifzug durch die Jahrhunderte. Abends, wenn das Tageslicht die Fassade des Doms in warmem Orangeton färbt, versteht man, warum dieses Viertel bei Besuchern einen so bleibenden Eindruck hinterlässt.

Cattedrale di Santa Maria Assunta
Die gotische Kathedrale Santa Maria Assunta aus dem 14. Jahrhundert zählt zu den bedeutendsten Kirchenbauten des Piemont – innen ein Meer aus Fresken.
Bedeutendster gotischer Kirchenbau Astis aus dem 14. Jahrhundert