Rund um San Gimignano öffnen zahlreiche Familienweingüter ihre Keller für Besucher und bieten Touren mit Verkostung an. Im Mittelpunkt steht der Vernaccia di San Gimignano, ein trockener Weißwein mit langer Geschichte. Er war 1966 Italiens erster Wein, der den DOC-Status erhielt, und ist heute als DOCG klassifiziert, der höchsten Qualitätsstufe des italienischen Weinrechts. Diese historische Bedeutung macht eine Verkostung zu einer Begegnung mit einem der traditionsreichsten Weine der Toskana. Eine typische Tour beginnt mit einem Rundgang durch die Reben und den Barriquekeller, in dem die Funktionsweise des Weinguts und der Werdegang des Weins erklärt werden. Anschließend folgen die Verkostungen, die neben dem Vernaccia oft auch Rotweine der Region umfassen. Viele Weingüter ergänzen das Angebot um hauseigenes Olivenöl und Safran aus lokalem Anbau – beides Produkte, die seit Jahrhunderten zur Landwirtschaft der Gegend gehören. Viele Touren kombinieren zwei bis drei Stationen und runden den Besuch mit einer Brotzeit aus Pecorino und Salami ab, häufig auf einer Terrasse mit Blick auf die charakteristische Turm-Silhouette von San Gimignano. So verbindet sich der Weingenuss mit regionaler Kulinarik und der Landschaft der Toskana. Eine Anmeldung im Voraus ist empfehlenswert, da die Weingüter Verkostungen oft nur nach Reservierung anbieten. Wer mit dem eigenen Auto anreist und verkosten möchte, sollte die Weine ausspucken statt zu trinken oder eine geführte Tour mit Fahrer ab der Stadt buchen, um sicher zwischen den Stationen zu wechseln. Die Weingut-Tour ist eine der lohnendsten Aktivitäten, um die Esskultur und das Handwerk der Region kennenzulernen.
Vorab gebuchte Reservierung beim Weingut
