Wer die Campagna di San Gimignano betritt, verlässt die touristischen Gassen der Altstadt und taucht in eine Landschaft ein, die sich seit Jahrhunderten kaum verändert hat. Sanft gewellte Hügel, dicht bepflanzt mit Vernaccia-Reben und silbrig schimmernden Olivenbäumen, ziehen sich bis zum Horizont – und darüber ragen die berühmten Geschlechtertürme von San Gimignano wie ein steinernes Ausrufezeichen in den toskanischen Himmel.
Dieses ländliche Umland ist kein bloßer Rahmen für die Stadt, sondern ein eigenständiges Reiseziel. Agriturismo-Betriebe laden dazu ein, das toskanische Landleben aus nächster Nähe zu erleben: morgens frisch gepresstes Olivenöl zum Frühstück, nachmittags eine Weinprobe im Keller eines Weinguts, abends das leise Zirpen der Grillen unter einem Sternenhimmel, der in der Stadt so nie zu sehen wäre. Die Entschleunigung ist hier spürbar – kein Gedränge, keine Warteschlangen, nur weite Ausblicke und die Stille der Maremma-Vorberge.
Für Wanderer und Radfahrer erschließt die Campagna ein dichtes Netz an Feldwegen und alten Pilgerpfaden. Die Via Francigena, der historische Pilgerweg von Canterbury nach Rom, führt durch diese Gegend und verbindet mittelalterliche Wegkapellen mit uralten Zypressen-Alleen. Wer auf einem dieser Wege unterwegs ist, versteht, warum Maler und Fotografen immer wieder in diese Region zurückkehren: Das Licht fällt hier anders, weicher, goldener, besonders in den Stunden kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang.
Die Campagna di San Gimignano ist vor allem für Reisende interessant, die über den klassischen Tagestourismus hinausdenken. Wer hier übernachtet – in einem der charaktervollen Agriturismi oder einem kleinen Landhotel – erlebt San Gimignano von seiner ruhigsten Seite: morgens, wenn der Nebel noch in den Tälern liegt und die Türme aus dem Dunst ragen, sind die Wege in die Stadt leer und die Stimmung unvergleichlich.

Relais Santa Chiara
4-Sterne-Hotel mit Pool und eigenen Parkplätzen wenige Gehminuten südlich der Porta San Giovanni von San Gimignano.