Auf dem klassischen Altstadt-Rundgang erschließt sich, warum San Gimignano so aussieht, wie es aussieht. Die geführte Tour beginnt meist an einem der Stadttore und folgt den alten Handelsachsen, entlang derer sich die mittelalterliche Stadt entwickelte. Der Weg führt zur Piazza della Cisterna und zur angrenzenden Piazza del Duomo, den beiden zentralen Plätzen der Altstadt. Unterwegs erzählen lokale Guides die Geschichte der Stadt und ihrer charakteristischen Geschlechtertürme. Diese wurden einst von rivalisierenden Familien wie den Ardinghelli und den Salvucci errichtet, die mit immer höheren Türmen um Prestige und Macht wetteiferten. Der Rundgang macht diese Konkurrenz und die soziale Ordnung des Mittelalters anschaulich nachvollziehbar. Weitere Stationen sind die Collegiata mit ihren bedeutenden Freskenzyklen und der Aufstieg zur Rocca di Montestaffoli, der florentinischen Festung oberhalb der Stadt mit dem schönsten Blick über die Türme und das Elsa-Tal. Dabei vermitteln die Guides Hintergründe zum Safranhandel, der San Gimignano im Mittelalter reich machte, zu den Pilgern der Via Francigena, die durch die Stadt zogen, sowie zur Pest, die das Wachstum der Stadt abrupt beendete und ihr mittelalterliches Erscheinungsbild bis heute bewahrte. Die Touren dauern in der Regel etwa zwei Stunden und werden neben Italienisch auch auf Deutsch oder Englisch angeboten, sodass deutschsprachige Besucher die Erläuterungen gut verstehen können. Der Rundgang eignet sich besonders als Einstieg in den Aufenthalt, da er einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten gibt und die historischen Zusammenhänge erklärt. Wer San Gimignano nicht nur ansehen, sondern auch verstehen möchte, findet im geführten Rundgang die ideale Grundlage für die weitere Erkundung der Stadt auf eigene Faust.
Bequeme, feste Schuhe für die unebenen Gassen
