Das Castello Aragonese sichert die Landseite der Altstadt von Otranto und ist eines der markantesten Bauwerke der Stadt. Nach der Rückeroberung Otrantos von den Osmanen ließen die Aragonesen ab den 1480er-Jahren das Kastell zu einer modernen Festung ausbauen: mächtige Rundtürme, ein Wassergraben und – später ergänzt – eine vorgelagerte Bastion bilden ein wehrhaftes Ensemble, das auf die Erfahrung der Belagerung von 1480 antwortete und die Stadt nach Osten hin absichern sollte. Berühmt ist das Kastell weit über Apulien hinaus, und zwar durch ein Buch. 1764 borgte sich der englische Schriftsteller Horace Walpole den Namen der Stadt für seinen Roman „The Castle of Otranto“ – das Werk gilt als der erste Schauerroman (Gothic Novel) der Literaturgeschichte und begründete ein ganzes Genre. Walpole hatte das echte Kastell nie gesehen; der Name diente ihm allein als atmosphärische Kulisse. Wer heute durch die Festung geht, bringt diese literarische Verbindung unweigerlich mit. Heute ist das Kastell ein Veranstaltungs- und Ausstellungsort. Wechselnde Ausstellungen, Kulturveranstaltungen und die Innenräume lassen sich besichtigen, doch der eigentliche Reiz liegt im Rundgang über Wälle, Türme und Kasematten. Von den Mauern öffnen sich immer wieder Blicke über den Hafen, die Dächer der Altstadt und die Meerenge, hinter der bei klarer Sicht die albanische Küste liegt. Der Wechsel zwischen dunklen, gewölbten Innenräumen und den weiten Aussichten von den Wehrgängen macht den Besuch abwechslungsreich. Das Kastell liegt im autofreien Centro Storico und ist von den Restaurants und Bastionen der Altstadt in wenigen Schritten erreichbar. Für die Besichtigung wird ein Eintritt erhoben; Öffnungszeiten und das jeweilige Ausstellungsprogramm wechseln im Jahresverlauf. Wer die Festung mit dem Mosaik der Kathedrale und der Chiesa di San Pietro verbindet, hat das historische Herz Otrantos an einem Vormittag beisammen.
Eine begehbare aragonesische Festung mit Rundtürmen, Wassergraben und vorgelagerter Bastion. Der Besuch verbindet wechselnde Ausstellungen in den Innenräumen mit einem Rundgang über Wälle, Türme und Kasematten, von denen sich Aussichten über Hafen, Altstadt und Meerenge öffnen. Es ist ein Mix aus Geschichte, Architektur und Panorama, gegen Eintritt; das Programm wechselt im Jahresverlauf.
Nach der osmanischen Eroberung und Rückeroberung Otrantos bauten die Aragonesen das Kastell ab den 1480er-Jahren zu einer modernen Festung mit Rundtürmen und Wassergraben aus, später ergänzt um eine vorgelagerte Bastion. Internationale Berühmtheit erlangte der Name 1764 durch Horace Walpoles Roman „The Castle of Otranto“, den ersten Schauerroman der Literaturgeschichte.
