Der Palazzo Schifanoia war ein Lustpalast der Familie d'Este, und schon sein Name verrät seinen Zweck: 'Schifanoia' leitet sich von 'schivar la noia' ab – der Langeweile entfliehen. Hier zog sich der Hof zur Erholung und zum Vergnügen zurück, fern von den Pflichten des Regierens. Heute ist der Palast vor allem für seinen herausragenden Freskenschmuck bekannt. Im Zentrum steht der Salone dei Mesi, der Saal der Monate, den Borso d'Este um 1469/70 ausmalen ließ. Der Monatszyklus stammt von Francesco del Cossa, Ercole de' Roberti und weiteren Werkstattkollegen der Ferrareser Schule. Die Fresken verbinden auf mehreren Bildebenen das höfische Leben am Hof der Este, die zwölf Tierkreiszeichen und Darstellungen antiker Götter zu einem komplexen astrologisch-allegorischen Programm. Damit zählt der Saal zu den wichtigsten profanen, also nicht-religiösen Freskenzyklen der italienischen Frührenaissance. Die Bildfolge ist nicht nur künstlerisch bedeutend, sondern auch kulturhistorisch aufschlussreich: Sie zeigt Szenen aus dem Alltag und der Repräsentation eines Renaissancehofs, vom Landleben bis zu höfischen Festen, und macht die Weltsicht der Epoche anschaulich, in der Astrologie, antike Mythologie und fürstliche Selbstdarstellung eng verwoben waren. Das an den Palast angeschlossene Museum zeigt Kunsthandwerk und Objekte zur Stadtgeschichte Ferraras und ergänzt den Besuch der Fresken. Der Palazzo Schifanoia liegt etwas abseits der Hauptachsen im südlichen Teil der historischen Altstadt und ist Teil des UNESCO-Welterbes der Stadt – ein lohnendes Ziel für alle, die die Kunst der Frührenaissance jenseits der Kirchen kennenlernen möchten.
Du betrittst den ehemaligen Lustpalast der d'Este und erlebst im Salone dei Mesi einen der wichtigsten profanen Freskenzyklen der Frührenaissance. Die Monatsbilder verbinden höfisches Leben, Tierkreiszeichen und antike Götter zu einem vielschichtigen Bildprogramm. Das angeschlossene Museum zeigt Kunsthandwerk zur Stadtgeschichte.
Der Palast diente der Familie d'Este als Lustschloss. Borso d'Este ließ den Salone dei Mesi um 1469/70 von Francesco del Cossa, Ercole de' Roberti und Werkstattkollegen ausmalen. Der Monatszyklus zählt zu den bedeutendsten profanen Freskenwerken der italienischen Frührenaissance.
