Vicenza ist eine Stadt, die sich an einem einzigen Namen festmachen lässt: Andrea Palladio. Der Renaissance-Architekt formte im 16. Jahrhundert das Gesicht dieser venetischen Stadt zwischen Verona und Padua so nachhaltig, dass die UNESCO sie als „Stadt Vicenza und die Villen Palladios in Venetien“ zum Welterbe erklärt hat. Wer durch die Gassen geht, läuft an einer Architektur entlang, die später halb Europa und sogar das Weiße Haus in Washington beeinflusst hat.
Das Herzstück ist die Piazza dei Signori mit der Basilica Palladiana: kein Kirchenbau, sondern ein mittelalterlicher Ratspalast, den Palladio mit einer eleganten weißen Loggia ummantelte. Daneben ragt der hohe Torre Bissara auf. Nur wenige Schritte weiter liegt das Teatro Olimpico, das älteste erhaltene Theater der Renaissance im überdachten Stil, dessen Bühnenbild mit seinen perspektivisch verkürzten Straßen bis heute fest installiert ist – ein Meisterstück optischer Täuschung.
Die Corso Andrea Palladio, die Hauptachse der Altstadt, reiht Palast an Palast. Hier zeigt sich auch Vicenzas zweites Standbein: die Goldschmiedekunst. Die Stadt gilt als eines der wichtigsten Zentren der italienischen Schmuck- und Goldverarbeitung, mit eigenen Messen und Werkstätten.
Am Stadtrand, auf einem sanften Hügel, steht Palladios berühmtestes Werk: die Villa La Rotonda, ein perfekt symmetrischer Quaderbau mit vier identischen Tempelfronten. Von hier führt der Weg hinauf zur Wallfahrtskirche Monte Berico mit weitem Blick über die Stadt und die venetische Ebene. Vicenza ist weniger überlaufen als Venedig oder Verona, aber für jeden, der Architektur liebt, eine der lohnendsten Adressen Italiens.

Villa Valmarana ai Nani
Die Villa Valmarana ai Nani am Monte Berico vereint Tiepolos Fresken von 1757 mit den steinernen Zwergen auf der Gartenmauer.
Freskenzyklus von Giambattista Tiepolo aus dem Jahr 1757 in der Palazzina





