Ein Dorf, das sich dem Tempo des Sees fügt Fischerhafen, Villengärten und ein Burgfels über der Seegabelung
Varenna war über Jahrhunderte ein Dorf der Fischer und Steinmetze. Vom winzigen Hafenbecken der Riva Grande zogen die Boote zum Fang von Agone und Egli hinaus, deren getrocknete Form – die Missoltini – bis heute auf den Speisekarten des Ortes steht. Die Häuser drängen sich in Contrade genannten Gassenzügen den Hang hinauf, verbunden durch Treppen, die so schmal sind, dass sich zwei Menschen kaum begegnen können. Oben öffnet sich die Piazza San Giorgio mit der gotischen Pfarrkirche und dem romanischen Baptisterium San Giovanni Battista, einer der ältesten Kirchen am See.
Im 19. Jahrhundert entdeckten Adel und Großbürgertum das Dorf – und hinterließen die beiden Anwesen, die Varenna bis heute prägen: die Villa Monastero, aus einem Zisterzienserinnenkloster zur Sommerresidenz gewachsen, deren botanischer Garten sich fast zwei Kilometer am Ufer entlangzieht, und die benachbarte Villa Cipressi mit ihren terrassierten Gärten, die heute als Hotel geführt wird. Hoch über beiden hält der Castello di Vezio Wache, ein mittelalterlicher Wachturm, der der Überlieferung nach auf die Langobardenkönigin Theodelinda zurückgeht.
Das heutige Varenna lebt vom Rhythmus der Fähren: Tagsüber spülen die Schiffe aus Bellagio und Menaggio Besucher an den Anleger von Olivedo, abends kehrt die Stille zurück. Genau dann zeigt das Dorf sein wahres Gesicht – beim Aperitivo an der Riva Grande, beim Abendessen in einer Gasse, in der nur noch das Besteck klappert, und auf der Passeggiata, wenn die Lampen über dem Wasser angehen. travelperfect empfiehlt deshalb: mindestens eine Nacht bleiben, besser zwei.
