Die Passeggiata degli Innamorati, der „Weg der Verliebten“, ist Varennas bekanntestes Postkartenmotiv. Der schmale Uferweg ist teils Steg, teils eine in den Fels gehängte Galerie, die sich knapp über dem Wasser entlangzieht und den Fähranleger im Ortsteil Olivedo mit dem alten Ortskern verbindet. Da Varenna kaum ebene Uferflächen besitzt, war dieser Weg über dem See lange die einzige durchgehende Verbindung am Wasser – ein Bauwerk, das die enge Lage des Dorfes zwischen Berg und See sichtbar macht. Auf nur wenigen hundert Metern wechseln sich Glyzinien-Pergolen, Bootshäuser und freie Blicke über das offene Seebecken ab. Mal führt der Weg unter rankenden Pflanzen hindurch, mal öffnet er sich zu Aussichten auf die Seegabelung und das gegenüberliegende Ufer. Diese Abfolge aus engen und weiten Passagen, aus Schatten und Licht, macht den kurzen Spaziergang abwechslungsreich und erklärt seine Beliebtheit. Seinen Namen trägt der Weg zu Recht: Abends, wenn die Lampen angehen und die letzte Fähre abgelegt hat, gehört der Steg den Paaren und Fotografen. Die Stimmung über dem stillen Wasser, das Spiegeln der Lichter und die Romantik der Lage haben dem Weg seinen Ruf eingetragen. Tagsüber kann es auf dem schmalen Steg eng werden, wenn viele Besucher unterwegs sind. Der Weg ist frei zugänglich und kostenlos. Er bildet das verbindende Element zwischen den beiden Polen Varennas – dem Anleger mit den Fähren nach Bellagio und Menaggio auf der einen, der Riva Grande und der Piazza San Giorgio auf der anderen Seite. Wer das Dorf erkundet, läuft die Passeggiata fast zwangsläufig, am schönsten in den ruhigen Stunden am frühen Morgen oder nach Sonnenuntergang.
Zum Sonnenuntergang fotografieren, wenn die Lampen angehen





























