Auf einem geführten Rundgang erschließt sich, warum Noto als barockes Gesamtkunstwerk gilt. Die Stadt wurde nach dem schweren Erdbeben von 1693, das den gesamten Südosten Siziliens verwüstete, an neuer Stelle vollständig neu geplant. Architekten wie Rosario Gagliardi entwarfen eine Stadt, in der Straßen, Plätze, Kirchen und Paläste aufeinander abgestimmt sind – ein einheitliches Ensemble aus honigfarbenem Kalkstein, das heute zum UNESCO-Welterbe gehört. Der Rundgang folgt der zentralen Achse der Stadt. Er beginnt meist am monumentalen Stadttor Porta Reale und führt über die drei aufeinanderfolgenden Plätze des Corso Vittorio Emanuele, an denen die wichtigsten Bauwerke liegen: die Kathedrale San Nicolò mit ihrer breiten Freitreppe, die Kirche San Carlo und die umliegenden Paläste. Ein Höhepunkt ist die Via Nicolaci mit den berühmten figürlichen Balkonkonsolen des Palazzo Nicolaci, die zu den meistfotografierten Bauelementen Notos zählen. Die Guides erzählen dabei nicht nur Daten, sondern die Geschichte hinter der Stadt: das Erdbeben, die Entscheidung zum Neubau, die Rolle der prägenden Architekten und die Logik, nach der das Stadtbild komponiert wurde. Viele Touren öffnen unterwegs Innenhöfe, Kirchen und Terrassen, die man allein leicht übersehen würde, und vermitteln so einen Blick hinter die Fassaden. Der Rundgang eignet sich besonders als Auftakt am ersten Tag in Noto, weil er die Orientierung erleichtert und die Zusammenhänge der Stadtanlage verständlich macht. Wer danach allein durch die Gassen geht, sieht die Stadt mit anderen Augen. Bei sommerlicher Hitze empfiehlt sich ein Termin am Morgen oder am späten Nachmittag.
Ein geführter Rundgang durch das barocke Noto, das nach dem Erdbeben von 1693 vollständig neu geplant wurde. Vom Stadttor Porta Reale geht es über die drei Plätze des Corso Vittorio Emanuele zur Kathedrale San Nicolò, zur Kirche San Carlo und zur Via Nicolaci mit ihren berühmten figürlichen Balkonen. Die Guides erzählen die Geschichte des Wiederaufbaus durch Architekten wie Rosario Gagliardi und öffnen oft Innenhöfe und Terrassen, die man allein übersehen würde.
