Direkt an der Piazza del Duomo, im Palazzo dell'Arengario, versammelt das Museo del Novecento die italienische Kunst des 20. Jahrhunderts. Schon der Aufgang ist Teil des Erlebnisses: Eine spiralförmige Rampe windet sich nach oben und stimmt auf den Rundgang ein, bevor der erste Saal mit einem der Schlüsselwerke der Moderne beginnt. Die Sammlung folgt einem chronologischen Faden durch das italienische Jahrhundert. Den Auftakt bildet der Futurismus mit Umberto Boccioni, dessen Werke die Dynamik und Geschwindigkeit der beginnenden Moderne einfangen. Es folgen die metaphysische Malerei Giorgio de Chiricos mit ihren menschenleeren Plätzen, die stillen Stillleben Giorgio Morandis und die Arte Povera, jene Bewegung, die ab den 1960er-Jahren mit einfachen Materialien arbeitete. So lässt sich die Entwicklung der italienischen Kunst von der Avantgarde bis in die Nachkriegszeit nachvollziehen. Den Schlusspunkt setzt der Saal mit Lucio Fontanas geschwungener Neonarabeske, einer leuchtenden Deckeninstallation. Hinter der Glasfront dieses Raums hängt der beleuchtete Dom wie ein eigenes Exponat – ein Ausblick, der zu den schönsten der Stadt zählt und im Museumsticket inbegriffen ist. Wer vom Dachterrassen-Café aus auf die Piazza del Duomo blickt, sieht die Kathedrale aus einer Perspektive, die kaum ein anderer Ort bietet. Das Museum eignet sich gut für einen Besuch zwischen zwei größeren Programmpunkten: Es liegt unmittelbar am zentralen Platz, der Rundgang ist überschaubar, und der Blick auf den Dom belohnt den Aufstieg auch dann, wenn man kein ausgewiesener Kenner der italienischen Moderne ist. Für Kunstinteressierte ist es eine der dichtesten Sammlungen zum Thema in ganz Italien.
Ein chronologischer Rundgang durch die italienische Kunst des 20. Jahrhunderts, beginnend mit dem Futurismus Boccionis über die metaphysische Malerei de Chiricos und die Stillleben Morandis bis zur Arte Povera. Höhepunkt ist Lucio Fontanas leuchtende Neonarabeske im Abschlusssaal, hinter dessen Glasfront der beleuchtete Dom wie ein Exponat erscheint. Die spiralförmige Aufgangsrampe stimmt zu Beginn auf den Besuch ein.
Das Museum wurde im Palazzo dell'Arengario eingerichtet, einem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts errichteten Gebäude an der Piazza del Duomo. Es wurde als Heimat für die städtische Sammlung italienischer Kunst des Novecento, also des 20. Jahrhunderts, konzipiert und macht die Entwicklung von der Avantgarde der Futuristen bis zur Nachkriegskunst der Arte Povera erfahrbar.
