Um 500 unter dem Ostgotenkönig Theoderich als Palastkirche erbaut, zeigt die Basilica di Sant'Apollinare Nuovo an den Wänden des Mittelschiffs zwei lange Mosaikprozessionen: Märtyrer auf der einen, Jungfrauen mit den Heiligen Drei Königen auf der anderen Seite, die sich über leuchtendem Goldgrund Christus und Maria nähern. Es ist ein Bild von feierlicher Strenge, das den Blick die ganze Länge des Kirchenschiffs entlangführt – ein Zug aus gekrönten Heiligen, der scheinbar kein Ende nimmt. Darüber, in den oberen Wandzonen, hat sich einer der ältesten erhaltenen Mosaikzyklen zum Leben Jesu erhalten. In einzelnen Szenen erzählt er von Wundern, Gleichnissen und der Passion – ein bildgewordenes Evangelium aus der Zeit der Ostgoten, das die Bildsprache der Spätantike in seltener Vollständigkeit bewahrt. Wer genau hinsieht, entdeckt feine Unterschiede im Stil zwischen den Zonen, die von der wechselvollen Baugeschichte erzählen. Ein berühmtes Detail findet sich im sogenannten Palatium-Mosaik: An den Säulen sind noch einzelne Hände der später getilgten gotischen Hofleute zu erkennen. Nach Theoderichs Tod und der byzantinischen Rückeroberung wurden die arianischen Ostgoten aus dem Bild entfernt – doch die Mosaizisten übersahen oder beließen einzelne Hände an den Säulen. Diese Geisterhände sind ein stilles Zeugnis der religiösen und politischen Umbrüche, die Ravenna im 6. Jahrhundert prägten. Die Basilika gehört zum UNESCO-Welterbe der frühchristlichen Monumente Ravennas. Sie liegt zentral und lässt sich gut in einen Mosaikenrundgang mit San Vitale, Galla Placidia und dem Battistero Neoniano einbinden – als eines jener Bauwerke, in denen sich Kunstgeschichte und Machtgeschichte unmittelbar überlagern.
Ein langgestrecktes Kirchenschiff, an dessen oberen Wänden zwei feierliche Mosaikprozessionen von Märtyrern und Jungfrauen über Goldgrund entlangziehen. In den oberen Zonen erzählt ein früher Mosaikzyklus vom Leben Jesu. Achten Sie auf das Palatium-Mosaik mit den einzelnen, übersehenen Händen der getilgten Ostgoten an den Säulen – ein berühmtes Detail der byzantinischen Umarbeitung.
Die Kirche wurde um 500 unter dem Ostgotenkönig Theoderich als arianische Palastkirche erbaut. Nach Theoderichs Tod und der byzantinischen Rückeroberung im 6. Jahrhundert wurde der Mosaikschmuck umgearbeitet: Die arianischen gotischen Hofleute im Palatium-Mosaik wurden getilgt, einzelne Hände blieben jedoch an den Säulen erhalten. Die Basilika zählt zu den frühchristlichen Monumenten Ravennas und damit zum UNESCO-Welterbe.
