Palma ist kein bloßer Durchgangsort zwischen Flieger und Strand, sondern eine mediterrane Hauptstadt mit eigenem Charakter. Über der weiten Bucht erhebt sich La Seu, die gotische Kathedrale, deren riesige Rosette das Morgenlicht in Farbe zerlegt und deren Innenraum Antoni Gaudí einst umgestaltete. Direkt daneben liegt der Almudaina-Palast, dessen Mauern vom maurischen Erbe der Insel erzählen.
Wer sich Zeit nimmt, verliert sich im Labyrinth der Altstadt: enge Sandsteingassen, hinter deren schweren Toren sich kühle Patrizierhöfe verbergen, die typischen patios mallorquins mit Treppen, Brunnen und Säulen. In diesem Geflecht stehen die arabischen Bäder Banys Àrabs aus der maurischen Zeit, die Markthalle Mercat de l’Olivar mit Bergen von Fisch, Obst und Käse und das Borne, der elegante Boulevard mit Platanen und Boutiquen.
Palma lebt von Kontrasten. Im Westen erinnert die ringförmige Burg Castell de Bellver, eine der wenigen runden Burgen Europas, an die Verteidigung der Insel; vom Hügel reicht der Blick über Hafen und Bucht. Unten an der Hafenpromenade ankern Segelboote, während sich in den Gassen der Stadt eine entspannte Café-Kultur ausbreitet, die den Tag entschleunigt.
Kulinarisch ist Palma mallorquinisch und mediterran zugleich: die spiralförmige Ensaïmada zum Frühstück, herzhafte Empanadas, frischer Fisch und der inseltypische Sobrassada gehören ebenso dazu wie ein Glas Wein aus dem Hinterland. Zwischen katalanischer Gotik, maurischen Spuren und mediterraner Gelassenheit ist Palma eine Stadt, die belohnt, wer länger bleibt als bis zum Strand.