📍 39.70°N · 3.02°E
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◆ STADT · BALEAREN

Mallorca.
wo Steineichen bis ans Wasser reichen und der Puig Major über allem thront

Mallorca ist viel mehr als der Ballermann, den die Schlagzeilen kennen. Es ist eine Insel der Gegensätze: das honigfarbene Sandstein-Massiv der Kathedrale La Seu über dem Hafen von Palma, die schwindelerregenden Serpentinen hinab nach Sa Calobra, der Duft von Orangenhainen im Tal von Sóller und das stille Kloster, in dem Chopin einen Winter lang komponierte. Größte und mit Abstand beliebteste Baleareninsel der Deutschen, halb im Scherz das "17. Bundesland" genannt, hält die Insel für jeden eine andere Wahrheit bereit: zwischen der UNESCO-geadelten Serra de Tramuntana, türkisblauen Felsbuchten im Südosten und einer Küche, die nach Sobrassada, Olivenöl und Mandelblüte schmeckt.

Mallorca.

Eine Insel, viele Mallorcas die das Klischee Lügen straft

Wer Mallorca auf die Schinkenstraße reduziert, hat den interessantesten Teil verpasst. Schon das Anflugmanöver verrät es: Links zieht die Bucht von Palma vorbei, geradeaus ragt im Dunst die Serra de Tramuntana auf, jenes 90 Kilometer lange Kalkgebirge, das die Nordwestküste wie ein Wall vom Meer abschirmt. Seit 2011 trägt es den UNESCO-Welterbe-Titel, weniger für spektakuläre Gipfel als für eine über Jahrhunderte von Hand terrassierte Kulturlandschaft aus Trockenmauern, Olivenhainen und Köhlerplätzen. Mit 1.445 Metern krönt der militärisch gesperrte Puig Major die Insel; davor reihen sich Bergdörfer wie Valldemossa, Deià und Fornalutx, die zu den schönsten Spaniens zählen.

Der Süden und Osten erzählen eine andere Geschichte. Hier liegen die Calas, die Felsbuchten, in die man oft nur über staubige Pfade durch Pinienwald hinabsteigt: das postkartenberühmte Caló des Moro, die Zwillingsbuchten von Cala Mondragó in ihrem Naturpark, der karibikweiße Streifen von Es Trenc, der dank Schutzstatus von Hotelbauten verschont blieb. Im flachen Inselinneren, dem Pla, drehen sich noch immer alte Windräder über Mandel- und Aprikosenplantagen, und Marktstädtchen wie Sineu oder Sant Llorenç leben ihren eigenen, unaufgeregten Rhythmus, weit weg von jeder Strandpromenade.

Und dann ist da Palma. Die Inselhauptstadt hat sich vom Durchgangsort zum eigenständigen Städtetrip-Ziel gewandelt: Die gotische Kathedrale La Seu, eines der höchsten Kirchenschiffe Europas, wirft ihr Licht durch ein Rosettenfenster, das zweimal im Jahr eine 'Acht aus Buntglas' an die gegenüberliegende Wand projiziert. Im einstigen Fischerviertel Santa Catalina drängen sich heute Tapas-Bars, Concept Stores und der quirlige Mercat, während die verwinkelte Altstadt mit ihren patios, den arabisch geprägten Innenhöfen, an die maurische Vergangenheit der Insel erinnert. Drei Mallorcas, eine Fähre oder ein Flug entfernt.

Mallorca

01 · Auf einen Blick

Gut zu wissen.

Beste Reisezeit
April bis Juni und September/Oktober für Wandern und Sightseeing; Juni bis September für Badeurlaub
Anreise
Flughafen Palma (PMI), ca. 8 km östlich der Stadt; Direktflüge aus dem gesamten deutschsprachigen Raum
Fähre
Ganzjährig ab Barcelona nach Palma oder Alcúdia, Überfahrt rund 7-8 Stunden
Vor Ort
Mietwagen empfehlenswert für Tramuntana und Calas; Flughafenbus A1 ins Zentrum, alle ca. 15 Min.
Sprache
Katalanisch (Mallorquí) und Spanisch; Deutsch in Touristenregionen weit verbreitet
Höchster Berg
Puig Major, 1.445 m (Gipfel militärisch gesperrt)
Zeitzone
MEZ (Europe/Madrid), keine Zeitverschiebung zu Deutschland
Empfohlene Dauer
Mindestens 4-5 Tage, um Tramuntana, Calas und Palma zu verbinden

· Entdecken & Buchen

Was es zu buchen gibt.

10
Sehenswürdigkeiten
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02 · Was tun

Vier Routen, vier Inseln die zeigen, wie verschieden ein und dasselbe Eiland sein kann

Bergdörfer & Welterbe

Die Tramuntana von Valldemossa bis Sóller

Die Klassiker-Runde durch das UNESCO-Gebirge: Valldemossa mit dem Kartäuserkloster, in dem Chopin und George Sand den Winter 1838/39 verbrachten, weiter nach Deià, das Künstlerdorf am Steilhang, hinab zum Bergstädtchen Sóller mit seinen Jugendstilfassaden und Orangenhainen. Krönung ist die Fahrt im 'Roten Blitz', der historischen Schmalspurbahn von 1912, und der nostalgischen Straßenbahn hinab zum Port de Sóller.

UNESCO-Welterbe seit 2011Roter Blitz: Bahn von 1912Chopins Klosterwinter in Valldemossa

Felsbuchten & Türkiswasser

Die Calas im Südosten

Eine Tour zu den schönsten Buchten der Insel, oft nur zu Fuß über Pinienpfade erreichbar: das in den Fels gebettete Caló des Moro, die Zwillingsbuchten Cala Mondragó und S'Amarador im gleichnamigen Naturpark, und der kilometerlange Dünenstrand Es Trenc, 'die Karibik Mallorcas', der dank Schutzgebiet ohne Hotelzeile auskommt. Festes Schuhwerk und früher Start lohnen sich, denn die Geheimtipps sind längst keine mehr.

Caló des Moro: oft 'schönste Bucht'Es Trenc: weißer Sand, kein HotelbauNaturpark Mondragó

Hauptstadt & Genuss

Palma zu Fuß: Kathedrale, Patios, Santa Catalina

Ein Stadttag, der vom honigfarbenen Riesen La Seu über die Markthalle und das hippe Santa Catalina führt. Durch das ehemalige Judenviertel Monti-Sion und das alte Gerberviertel Calatrava schlendern, einen Blick in die maurisch geprägten Innenhöfe der Altstadt werfen, in Santa Catalina durch Concept Stores und Tapas-Bars treiben. Zum Abschluss ein Pa amb oli und ein Glas Inselwein an der Hafenpromenade.

La Seu: gotisches WahrzeichenSanta Catalina: ehem. FischerviertelMercat & Tapas-Szene

Nordküste & Panorama

Cap de Formentor und die Bucht von Pollença

Der dramatische Norden: die Serpentinenstraße hinaus zur Halbinsel Formentor mit ihren Aussichtspunkten über tiefblaue Steilküsten, der schmale Pinienstrand Platja de Formentor in der spiegelglatten Bucht von Pollença, und die berüchtigte Schlangenstraße mit über 800 Kurven hinab nach Sa Calobra, wo die Schlucht Torrent de Pareis das Meer trifft. Eine Fahrt für Schwindelfreie und Frühaufsteher.

Sa Calobra: 800+ KurvenTorrent de Pareis-SchluchtPinienstrand Formentor

03 · Wann

Wann nach Mallorca richtet sich ganz danach, ob Sie wandern oder baden wollen

Mallorca hat ganzjährig Saison, aber jede Jahreszeit zeigt eine andere Insel. Im Frühling blühen die Mandelbäume, im Hochsommer glühen die Buchten, im Herbst hat das Meer noch Sommerwärme bei milderem Licht, und der Winter gehört den Einheimischen, den Feuern und der Ruhe.

FrühlingMärz bis MaiMandel- und Orangenblüte, sattgrüne Tramuntana, Temperaturen um 17-23 °C. Ideal zum Wandern und Radfahren, das Meer ist allerdings noch frisch. Höhepunkt: das wiederbelebte Piratengefecht Moros y Cristianos in Sóller um den 11. Mai.Wandern, Radsport, Bergdörfer
SommerJuni bis SeptemberHochsaison mit 25-32 °C, neun bis elf Sonnenstunden und warmem Wasser. Die Calas füllen sich früh, frühes Aufstehen lohnt. Laue Fiesta-Nächte, Strandtage und das Sant-Joan-Feuer prägen die Monate.Badeurlaub, Buchten, Bootstouren
HerbstOktober bis NovemberDas Meer hält die Sommerwärme, die Hitze lässt nach (um 20 °C im Oktober). Weinlese, Mandelernte und leerere Strände. Perfekt für die Kombination aus Baden und Wandern, bevor die ersten Regentage kommen.Baden plus Wandern, Genuss
WinterDezember bis FebruarMild mit Tagestemperaturen um 16 °C, selten unter 6 °C nachts; auf dem Puig Major fällt gelegentlich Schnee. Ruhige, authentische Insel mit Feuern und Dämonen: Sant Antoni (16./17. Jan.) und Palmas Stadtpatron Sant Sebastià prägen den Januar.Städtetrip Palma, Feste, Ruhe

04 · Häufige Fragen

Was Reisende am häufigsten fragen.

Wann ist die beste Reisezeit für Mallorca?

Das hängt vom Reisetyp ab. Für Wanderungen, Radtouren und Sightseeing sind April bis Juni sowie September und Oktober ideal, mit angenehmen 17 bis 23 °C. Wer baden möchte, reist am besten zwischen Juni und September, wenn die Temperaturen bei 25 bis 32 °C liegen und das Wasser warm ist. Den ruhigsten, authentischsten Eindruck bekommt man im Winter.

Wie kommt man nach Mallorca?

Am schnellsten per Flug zum Flughafen Palma (PMI), rund 8 km östlich der Stadt, der aus nahezu allen deutschsprachigen Städten direkt angeflogen wird. Alternativ verkehren ganzjährig Fähren ab Barcelona nach Palma oder Alcúdia, mit einer Überfahrt von etwa sieben bis acht Stunden, häufig als Nachtfähre.

Braucht man auf Mallorca einen Mietwagen?

Für die Tramuntana-Bergdörfer und die abgelegenen Felsbuchten im Südosten ist ein Mietwagen klar von Vorteil, da viele Calas mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum erreichbar sind. Wer nur Palma und Umgebung erkunden will, kommt mit dem Flughafenbus A1, der Sóller-Bahn und dem Inselbusnetz gut zurecht.

Was sollte man auf Mallorca unbedingt probieren?

Die mallorquinische Küche ist herzhaft und eigenständig: das spiralförmige Hefegebäck Ensaimada, die streichbare Paprikawurst Sobrassada, das schlichte Pa amb oli (geröstetes Bauernbrot mit Olivenöl, Tomate und Knoblauch), der geschichtete Gemüseauflauf Tumbet und das deftige Nationalgericht Frito Mallorquín. Dazu ein Inselwein aus Binissalem oder Pla i Llevant.

Ist Mallorca mehr als Strand und Party?

Deutlich mehr. Die Serra de Tramuntana ist seit 2011 UNESCO-Welterbe, mit Bergdörfern wie Valldemossa, Deià und Sóller und Wanderwegen durch terrassierte Olivenhaine. Palma überzeugt als Städtetrip mit der Kathedrale La Seu und dem Szeneviertel Santa Catalina. Partyzonen wie der Ballermann nehmen nur einen kleinen Teil der Insel ein.

Welche Feste sind auf Mallorca besonders sehenswert?

Im Januar prägen Feuer und kostümierte Dämonen die Insel: Sant Sebastià, der Schutzpatron Palmas, mit Lagerfeuern und Gratiskonzerten in der Stadt, und Sant Antoni am 16./17. Januar mit den spektakulären foguerons und dimonis in Sa Pobla, Manacor und Artà. Im Frühsommer werden in Sóller und Pollença die historischen Piratenabwehrkämpfe als Moros i Cristians nachgespielt.

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    travelperfect · Aktualisiert 7. Juni 2026