Die Pfarrkirche „Unsere Liebe Frau im Moos“ steht etwas südlich der Neustadt von Sterzing auf freiem Feld – dort, wo früher sumpfiges Moos den Talboden bedeckte und der Kirche ihren Namen gab. Schon ihre Lage abseits des dichten Stadtkerns macht sie zu einem ungewöhnlichen Bau, der weithin sichtbar im Talboden steht. Der gotische Bau aus hellem Sterzinger Marmor gehört zu den größten Kirchen des historischen Tirol und zeugt vom Ehrgeiz der reichen Bergbaustadt. Für ihren Hochaltar schuf der Ulmer Bildhauer Hans Multscher im 15. Jahrhundert einen berühmten Flügelaltar. Die erhaltenen Tafeln dieses Werks werden heute im nahen Multschermuseum gezeigt – Kirche und Museum erzählen damit gemeinsam die Geschichte des Altars. Der Innenraum überrascht: Auf den gotischen Grundbau legte sich im Barock eine spätere Überformung, die dem Raum eine andere Note gibt. Doch die hohen Säulen und das gotische Maßwerk erzählen noch vom ursprünglichen Anspruch der Erbauer. Dieses Nebeneinander aus gotischer Substanz und barocker Ausgestaltung macht den Besuch reizvoll. Die Kirche ist außerhalb der Gottesdienste in der Regel frei zugänglich und kostet keinen Eintritt. Sie liegt nur einen kurzen Spaziergang von der Neustadt entfernt und lässt sich ideal mit dem Multschermuseum verbinden, um die Geschichte des Multscher-Altars von beiden Seiten kennenzulernen. Wer sich für Kirchenarchitektur und Kunstgeschichte interessiert, sollte den Abstecher einplanen.
Die Kirche von außen im Talboden aufnehmen, um ihre freistehende Lage zu zeigen.






























