Wenige Kilometer westlich von Sterzing hat der Ratschinger Bach die Gilfenklamm tief in den Fels gegraben – und das Besondere ist das Gestein: Die Schlucht verläuft durch weißen Marmor, was sie in dieser Form fast einzigartig macht. Wo andere Klammen dunkel und schroff wirken, leuchten hier die hellen Felswände, besonders im Gegenlicht. Der Weg beginnt beim Ort Stange und führt auf gesicherten Holzstegen und Brücken durch die Schlucht. Vorbei an tosenden Engstellen, ausgewaschenen Strudeltöpfen und Wasserfällen steigt der Pfad allmählich an. Das Rauschen des Wassers, die kühle Gischt und die ungewöhnlich helle Felsfarbe machen den Gang durch die Klamm zu einem intensiven Naturerlebnis, das auch für Familien gut machbar ist. Die Gilfenklamm ist von Frühjahr bis Herbst geöffnet und kostenpflichtig; im Winter bleibt sie geschlossen. Für Hin- und Rückweg sollte man rund zwei Stunden einplanen. Wichtig ist trittsicheres, festes Schuhwerk, denn die Holzstege werden durch die Gischt feucht und rutschig. Eine wetterfeste Jacke schadet ebenfalls nicht. Wer von Sterzing einen Halbtagesausflug in die Natur sucht, findet in der Gilfenklamm ein dankbares Ziel: nah genug für einen spontanen Besuch, eindrucksvoll genug, um in Erinnerung zu bleiben. Der Aufstieg lässt sich gut mit einer Einkehr oder einer weiteren Wanderung im Ratschingstal verbinden.
Die hellen Marmorwände im Gegenlicht aufnehmen, wenn sie zu leuchten beginnen.






























