Auf den Terrassen über der Altstadt von Salerno legte der Arzt Matteo Silvatico um 1300 einen Lehrgarten an, in dem die Studenten der Schola Medica Salernitana Heilpflanzen bestimmen und ihre Wirkung studieren lernten. Der Giardino della Minerva gilt damit als Vorläufer der botanischen Gärten Europas – ein Ort, an dem Medizin, Botanik und Lehre auf einzigartige Weise zusammenkamen. Heute wachsen auf den Terrassen wieder Hunderte Arzneipflanzen zwischen Pergolen, Wasserläufen und Brunnen. Die Anordnung folgt der mittelalterlichen Lehre von den vier Säften (Humoralpathologie), nach der Gesundheit und Krankheit durch das Gleichgewicht der Körpersäfte bestimmt wurden. Die Pflanzen sind entsprechend ihrer Eigenschaften geordnet, sodass der Garten nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch die Denkweise der mittelalterlichen Heilkunde nachvollziehbar macht. Die terrassierte Anlage nutzt die Hanglage geschickt aus: Über Treppen und Wege gelangt man von Ebene zu Ebene, vorbei an beschrifteten Beeten und schattigen Pergolen. Das Wasser, das in Läufen und Brunnen durch den Garten geleitet wird, sorgt für ein angenehmes Mikroklima und unterstreicht den Charakter eines durchdachten, kunstvoll angelegten Ortes. Von den oberen Terrassen und der kleinen Teestube reicht der Blick über die Dächer der Altstadt bis zum Golf von Salerno. Damit verbindet der Giardino della Minerva Wissenschaftsgeschichte mit einem der schönsten Ausblicke der Stadt. In der Teestube lassen sich Aufgüsse aus den im Garten kultivierten Kräutern probieren. Der Garten ist ein lohnendes Ziel für alle, die sich für Geschichte, Botanik oder einen ruhigen Aussichtsplatz abseits der Gassen interessieren.
Du betrittst einen terrassierten Heilpflanzengarten über der Altstadt. Auf mehreren Ebenen wachsen Hunderte Arzneipflanzen zwischen Pergolen, Wasserläufen und Brunnen, geordnet nach der mittelalterlichen Vier-Säfte-Lehre. Beschriftete Beete erklären die Pflanzen, von den oberen Terrassen öffnet sich der Blick über die Stadt bis zum Golf. In der Teestube gibt es Kräuteraufgüsse.
Der Arzt Matteo Silvatico legte den Garten um 1300 als Lehrgarten der Schola Medica Salernitana an. Hier lernten die Studenten der berühmten Medizinschule, Heilpflanzen zu bestimmen und ihre Anwendung zu verstehen. Der Garten gilt als einer der frühesten seiner Art und als Vorläufer der botanischen Gärten Europas.
