Wer Salerno abseits der touristischen Laufwege erleben möchte, findet in Torrione und Pastena zwei Viertel, die den echten Puls der Stadt spürbar machen. Entlang der Küstenpromenade, dem Lungomare Trieste, reihen sich Bars und Fischrestaurants aneinander, während Einheimische auf Mopeds vorbeizischen und ältere Herren auf Bänken die Abendsonne genießen. Hier ist Salerno nicht Kulisse, sondern gelebter Alltag.
Das Viertel Torrione, benannt nach dem historischen Küstenturm Torre di Torrione, der einst zur Verteidigung der Stadt diente, hat seinen maritimen Charakter bis heute bewahrt. Kleine Fischerboote schaukeln im Hafen, und die Fischtheken der umliegenden Märkte zeigen, was das Tyrrhenische Meer an diesem Tag hergegeben hat. Pastena schließt sich nahtlos an und ist bekannter für seine breiten Wohnstraßen, lokale Einkaufszeilen und eine entspannte Nachbarschaftsatmosphäre, in der man schnell das Gefühl bekommt, kein Tourist, sondern Anwohner zu sein.
Besonders am frühen Abend entfalten beide Viertel ihren eigentümlichen Charme: Die Aperitivo-Stunden ziehen sich in die Länge, Kinder spielen auf Piazze, und aus den Trattorien dringt der Duft von Ragù und gegrilltem Fisch auf die Straße. Der Lungomare Trieste ist zu dieser Stunde ein Schauspiel für sich — mit Blick auf den Golf von Salerno und die Lichter der gegenüberliegenden Hügel.
Für Reisende, die nicht nur Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern in eine Stadt eintauchen wollen, sind Torrione und Pastena die richtige Wahl. Hotels hier sind oft günstiger als im historischen Zentrum, die Verbindung dorthin mit dem Bus oder zu Fuß entlang der Promenade dauert keine 20 Minuten. Gleichzeitig bieten die Viertel selbst genug, um mehrere Stunden oder einen ganzen Abend zu füllen — vom Strandspaziergang bis zum Abendessen in einem der Restaurants, das keine englische Speisekarte kennt.

Forte La Carnale
Küstenfort des 16. Jahrhunderts an der Irno-Mündung, heute Kulturort mit Terrassen, die zu den schönsten Sonnenuntergangsplätzen Salernos zählen.
Küstenfort aus dem 16. Jahrhundert an der Irno-Mündung