In der schmalen Via Cimaglia, mitten in der weiß getünchten Altstadt Vieste Vecchia, liegt ein flacher, abgenutzter Stein im Boden, den die Viestani Chianca Amara nennen – den „bitteren Stein“. Er ist eines der eindringlichsten Erinnerungszeichen der Stadt und führt zurück in den Sommer 1554, als der berüchtigte osmanische Korsar Dragut (Turgut Reis) Vieste überfiel. Nach den überlieferten Chroniken wurden an dieser Stelle zahlreiche Einwohner enthauptet, die für die Sklaverei zu alt, zu jung oder zu schwach erschienen, während viele weitere verschleppt wurden. Eine Gedenktafel über dem Stein hält die Erinnerung an die Opfer wach. Der Überfall traf Vieste so schwer, dass die Stadt anschließend ihre Befestigungen ausbaute – auch das Castello Svevo wurde danach mit mächtigen Bastionen verstärkt. Wer durch die Gassen der Altstadt schlendert, kommt fast zwangsläufig an der Chianca Amara vorbei: Sie liegt auf dem Weg hinauf zur Cattedrale di Santa Maria Assunta, zwischen weiß gekalkten Häusern, Treppengassen, Souvenirläden und Blumenbalkonen. Der Kontrast macht den Ort aus – ein Moment des Innehaltens inmitten des sommerlichen Trubels. Der Besuch ist jederzeit frei möglich; man steht hier nur wenige Minuten, doch die Geschichte dahinter prägt den Blick auf die ganze Altstadt und ihre wehrhafte Vergangenheit.
An der Chianca Amara steht man vor einem unscheinbaren, flachen Stein im Pflaster der Via Cimaglia, über dem eine Gedenktafel die Geschichte erklärt. Der Ort ist kein Museum, sondern ein stilles Mahnmal mitten in der lebendigen Altstadt – ringsum weiß gekalkte Häuser, Treppengassen und Läden. Der Besuch dauert nur wenige Minuten, ist aber ein eindrücklicher Halt auf dem Weg durch Vieste Vecchia.
Der Name geht auf den Überfall des osmanischen Korsaren Dragut im Juli 1554 zurück. Nach den Chroniken wurden an diesem Stein zahlreiche Einwohner Viestes enthauptet, viele weitere in die Sklaverei verschleppt. Der „bittere Stein“ wurde so zum Symbol für eines der dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte. In der Folge wurden die Befestigungen Viestes, darunter das Castello Svevo, verstärkt, um die Stadt besser gegen Korsarenangriffe zu schützen.
