Wer zum ersten Mal durch das Tor der alten Stadtmauer in den Centro Storico von Polignano a Mare tritt, versteht sofort, warum dieser Ort Menschen seit Jahrhunderten in seinen Bann zieht. Die Altstadt liegt auf einem Felsvorsprung, der sich dramatisch über das türkisblaue Adriatische Meer erhebt – und bei jedem Schritt durch die engen Vicoli öffnen sich plötzlich Ausblicke auf Grotten, Buchten und den offenen Horizont, als würde die Stadt selbst ihre Geheimnisse portionsweise preisgeben.
Das Herzstück ist die Piazza Vittorio Emanuele II, von der aus sich das gesamte Viertel erschließt. Hier treffen Einheimische zum Espresso zusammen, während Touristen das Gewirr aus Gassen erkunden, die sich wie ein Netz über den Felsen spannen. Besonders die Via dell'Abbondanza und die Gassen rund um die Chiesa Matrice di Santa Maria Assunta laden zu ausgedehnten Erkundungsgängen ein – die Barockkirche mit ihrer markanten Fassade ist ein zentraler Ankerpunkt des Viertels. Wer früh morgens kommt, erlebt das Centro Storico noch in seiner ruhigsten Form: Das Licht fällt schräg über die weißen Hausfassaden, die Luft riecht nach dem Meer und frisch gebackenem Brot aus den kleinen Bäckereien.
Ein absolutes Muss ist der Blick von der Terrasse am Lama Monachile – dem berühmten Kieselstrand, der sich zwischen zwei Felsformationen in die Altstadt schmiegt. Von oben betrachtet man Fischer, die ihre Boote vorbereiten, während Möwen über dem Wasser kreisen. Der Centro Storico ist nicht groß, aber er ist dicht: Auf wenigen hundert Metern finden sich romanische Kirchenfassaden, arabisch-normannische Architekturelemente aus der Vergangenheit der Stadt und moderne Kunstgalerien, die lokale Künstler zeigen.
Abends verwandelt sich das Viertel: Die engen Gassen füllen sich mit Spaziergängern, die Restaurants öffnen ihre Türen, und das warme Licht der Laternen taucht die weißen Mauern in ein goldenes Leuchten. Wer in einem der kleinen Hotels oder B&Bs direkt in der Altstadt übernachtet, erlebt Polignano a Mare in seiner authentischsten Form – weit weg vom Massentourismus der Küstenstraßen und nah an dem, was diesen Ort seit Generationen besonders macht.

Belvedere Terrazza Santo Stefano
Aussichtsterrasse über den Klippen von Polignano a Mare nahe der Piazza Vittorio Emanuele II – mit weitem Blick auf die Felsküste, Standort des antiken Neapolis.
Weiter Blick über die Felsküste und die offene Adria