Wenige Kilometer südlich von Otranto steht auf einem kahlen Kap der weiße Leuchtturm von Punta Palascìa. Geografisch ist dieser Punkt eine Besonderheit: Er markiert den östlichsten Zipfel des italienischen Festlands und gilt nach gängiger Konvention zugleich als die Trennlinie zwischen Adriatischem und Ionischem Meer. Wer hier steht, blickt auf zwei Meere, die hier ineinander übergehen, und bei klarer Sicht zeichnen sich am Horizont die Berge Albaniens ab – die andere Seite der Adria liegt nur gut 70 Kilometer entfernt. Der Leuchtturm selbst ist ein schlichter, gedrungener Turm, dessen weiß gekalkte Mauern in scharfem Kontrast zum kargen Kap und dem tiefen Blau der Meerenge stehen. Erreichbar ist Punta Palascìa über die Küstenstraße südlich von Otranto; vom Parkplatz am Abzweig führt ein kurzer Fußweg hinunter zum Kap. Sportliche Besucher wählen den schöneren Weg und wandern direkt von Otranto über den Küstenpfad, der an der charakteristischen Ruine der Torre del Serpe vorbeiführt. Einen besonderen Ruf hat der Ort am Jahresanfang. Am Neujahrsmorgen feiert das Festival Alba dei Popoli hier den ersten Sonnenaufgang Italiens – als östlichster Festlandpunkt sieht Punta Palascìa die Sonne früher als jeder andere Ort des Landes aufgehen. Doch auch an gewöhnlichen Tagen lohnt der frühe Morgen am meisten: Wenn das Licht flach über die Wasserstraße fällt und der Wind über das offene Kap streicht, wird spürbar, warum dieser Ort als das Ende und zugleich der Anfang Italiens gilt. Das Kap ist frei zugänglich und kostenlos. Schatten und Infrastruktur gibt es kaum, deshalb gehören Sonnenschutz, Wasser und festes Schuhwerk auf jeden Ausflug hierher – besonders in den heißen Sommermonaten, wenn die Sonne unverstellt auf den hellen Fels brennt.
Ein kahles, windoffenes Kap mit einem schlichten weißen Leuchtturm, der den östlichsten Punkt des italienischen Festlands markiert. Vom Parkplatz an der Küstenstraße führt ein kurzer Fußweg hinunter. Geboten wird kein klassisches Museum, sondern ein weiter Panoramablick über die Meerenge, wo Adria und Ionisches Meer aufeinandertreffen und bei klarer Sicht Albanien am Horizont erscheint. Schatten und Infrastruktur fehlen weitgehend.
Der Leuchtturm sichert die Schifffahrt an der Südostspitze Italiens, wo die Adria ins Ionische Meer übergeht und die Route Richtung Osten und in die Levante verläuft. Die exponierte Lage am östlichsten Festlandpunkt machte das Kap seit jeher zu einem Orientierungspunkt für Seefahrer, lange bevor der heutige Turm die ältere Torre del Serpe als Leuchtfeuer ablöste.
