
◆ STADT · UMBRIEN
Perugia thront auf einem Hügelrücken über dem Tibertal und trägt seine 2.500 Jahre Geschichte mit aufrechter Würde: Hinter den Mauern, die schon die Etrusker setzten, steigt die Stadt in steilen Gassen, Treppen und Bögen zu ihrem Mittelpunkt empor – der Piazza IV Novembre mit der Fontana Maggiore, dem trutzigen Palazzo dei Priori und dem Dom San Lorenzo. Über die Rolltreppen durch die unterirdische Rocca Paolina gelangt man in Minuten vom Tal ins Herz der Altstadt, wo der Corso Vannucci die abendliche Passeggiata trägt. Perugia ist Universitätsstadt, Hauptstadt der grünen Mitte Italiens, Heimat der Perugina-Schokolade und Bühne des Umbria Jazz Festivals – jung, lebendig und tief in der Vergangenheit verwurzelt zugleich.

Perugia war schon eine Stadt, als Rom noch ein Dorf war. Als eine der zwölf Metropolen des etruskischen Bundes setzte sie ihre gewaltigen Mauern aus Travertinblöcken, von denen der Arco Etrusco und Teile des Rings bis heute stehen, und trieb den Pozzo Etrusco über vierzig Meter tief in den Fels, um die Höhenstadt mit Wasser zu versorgen. Die Römer machten daraus Perusia, das Mittelalter eine selbstbewusste, streitbare Kommune: Auf der Piazza IV Novembre stellten die Bürger mit der Fontana Maggiore, gemeißelt von Nicola und Giovanni Pisano, und dem Palazzo dei Priori ein steinernes Manifest ihrer Unabhängigkeit auf.
Diese Unabhängigkeit endete blutig. Nach dem „Salzkrieg“ gegen den Kirchenstaat ließ Papst Paul III. 1540 mitten in die Stadt die Rocca Paolina bauen – eine Festung, für die ein ganzes Adelsviertel niedergerissen und überbaut wurde. Die Perugini hassten sie als Symbol der Unterwerfung und schleiften sie nach der Einigung Italiens. Geblieben sind die überbauten Gassen im Untergrund, durch die heute Rolltreppen vom Busbahnhof Piazza Partigiani hinauf ins Zentrum führen – einer der eindrucksvollsten Stadteingänge Italiens.
Den Glanz der Renaissance verdankt Perugia vor allem einem Mann: Pietro Vannucci, genannt il Perugino, dessen sanfte Madonnen und weiten Landschaften eine ganze Epoche prägten und der den jungen Raffael ausbildete. Seine Fresken im Nobile Collegio del Cambio gehören zum Schönsten der Stadt; weitere Werke hängen in der Galleria Nazionale dell'Umbria im Palazzo dei Priori. Heute ist Perugia eine doppelte Universitätsstadt – mit der altehrwürdigen Università degli Studi und der Università per Stranieri für Italienisch-Lernende aus aller Welt –, deren Studenten den Gassen ihren jungen Takt geben. travelperfect rät, die Altstadt zu Fuß und langsam zu erobern: Jede Treppe öffnet einen neuen Blick über das umbrische Hügelland.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Mittelalter & Renaissance
Vom Corso Vannucci öffnet sich die Piazza IV Novembre, einer der vollkommensten Plätze des Mittelalters: Fontana Maggiore, Dom San Lorenzo und der mächtige Palazzo dei Priori mit der Galleria Nazionale dell'Umbria und der hölzern gedeckten Sala dei Notari. Wenige Schritte weiter zeigt das Nobile Collegio del Cambio die Fresken Peruginos – ein Höhepunkt der umbrischen Renaissance.
Das etruskische Perugia
Perugia steht buchstäblich auf seiner etruskischen Vergangenheit. Der Pozzo Etrusco führt über vierzig Meter in den Fels hinab, der Arco Etrusco trägt noch die antiken Travertinblöcke und eine römische Inschrift, und fünf Kilometer außerhalb birgt der Ipogeo dei Volumni das Familiengrab eines etruskischen Adelsgeschlechts mit kunstvollen Aschenurnen.
Schokolade & Genuss
Perugia ist die Schokoladenstadt Italiens: Hier entstanden die Baci Perugina mit ihren Liebesbotschaften, und jeden Oktober verwandelt die Eurochocolate die Altstadt in eine Genussmeile. Dazu kommt die kräftige umbrische Küche – schwarze Trüffel, Wildschwein, Linsen aus Castelluccio, Salumi und der Aperitivo auf dem Corso Vannucci, wenn die Studenten die Stadt füllen.
Ausblicke & Umland
Von den Giardini Carducci und den Stadtmauern fällt der Blick weit über das umbrische Hügelland bis nach Assisi am Monte Subasio. Perugia ist die ideale Basis: Per Bahn oder Bus erreicht man Assisi mit der Franziskus-Basilika, den Trasimenischen See, das mittelalterliche Spello und Gubbio – jeweils in unter einer Stunde, ohne die Bergstadt als Standquartier aufzugeben.
03 · Wann
Perugia liegt auf rund 450 Metern Höhe im Landesinneren – das Klima ist gemäßigt mediterran mit kontinentalem Einschlag: warme, aber selten drückende Sommer, frische Winter mit gelegentlichem Schnee und zwei besonders schöne Übergangszeiten. Frühling und Herbst sind ideal für die Stadt und das Hügelland; im Juli zieht das Umbria Jazz Festival Besucher aus aller Welt an.
04 · Häufige Fragen
Frühling (April bis Juni) und Herbst (September bis Oktober) sind ideal: mildes Wetter, klare Sicht über das Hügelland und angenehm leere Gassen. Wer Live-Musik liebt, kommt Mitte Juli zum Umbria Jazz Festival, muss dann aber sehr früh buchen. Im Oktober lockt die Eurochocolate alle Schokoladenfans in die Stadt.
Perugia ist eine Höhenstadt – das Zentrum liegt deutlich über den Bahnhöfen und Parkplätzen im Tal. Am bequemsten geht es mit der automatischen MiniMetrò, die in wenigen Minuten hinauffährt, oder über die Rolltreppen, die vom Busbahnhof Piazza Partigiani durch die unterirdische Rocca Paolina mitten ins Zentrum führen. Mit dem Auto parkt man am besten unten und fährt hinauf.
Für die Altstadt mit Fontana Maggiore, Palazzo dei Priori, Collegio del Cambio und den etruskischen Stätten reichen zwei volle Tage. Perugia ist aber auch eine ideale Basis für Umbrien: Mit drei bis vier Tagen lassen sich Assisi, der Trasimenische See oder Spello bequem als Tagesausflüge einbauen.
Für die Stadt selbst nicht – im Gegenteil: Die Altstadt ist verkehrsberuhigt und nur zu Fuß erlebbar. Assisi, Spello und der Trasimenische See sind per Bahn oder Bus gut erreichbar. Ein Mietwagen lohnt sich erst, wenn man tiefer ins ländliche Umbrien, zu kleinen Weingütern oder Bergdörfern wie Gubbio fahren möchte.
Die Baci Perugina – Haselnuss-Schokoladenküsse mit Liebesbotschaft – sind das süße Wahrzeichen der Stadt. Dazu gehört die kräftige umbrische Küche: schwarzer Trüffel über handgemachten Strangozzi, Wildschwein-Ragù, Linsen aus Castelluccio und Salumi aus Norcia, begleitet von einem Rotwein aus dem Umland wie Sagrantino oder Torgiano.
Sehr. Assisi mit der Basilika San Francesco und den Giotto-Fresken liegt nur rund 25 km entfernt und ist per Bahn oder Bus in etwa einer Stunde erreichbar. Auch der Trasimenische See mit seinen Inseln, das blütenreiche Spello und die graue Steinstadt Gubbio machen sich als Halb- oder Tagesausflug – Perugia bleibt dabei das ideale Standquartier.
Sag uns, worauf du Lust hast — wir planen deine Tage in Perugia und im grünen Umbrien.
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