Etrusker, Päpste und Perugino wie eine Bergstadt zur Hauptstadt des grünen Herzens Italiens wurde
Perugia war schon eine Stadt, als Rom noch ein Dorf war. Als eine der zwölf Metropolen des etruskischen Bundes setzte sie ihre gewaltigen Mauern aus Travertinblöcken, von denen der Arco Etrusco und Teile des Rings bis heute stehen, und trieb den Pozzo Etrusco über vierzig Meter tief in den Fels, um die Höhenstadt mit Wasser zu versorgen. Die Römer machten daraus Perusia, das Mittelalter eine selbstbewusste, streitbare Kommune: Auf der Piazza IV Novembre stellten die Bürger mit der Fontana Maggiore, gemeißelt von Nicola und Giovanni Pisano, und dem Palazzo dei Priori ein steinernes Manifest ihrer Unabhängigkeit auf.
Diese Unabhängigkeit endete blutig. Nach dem „Salzkrieg“ gegen den Kirchenstaat ließ Papst Paul III. 1540 mitten in die Stadt die Rocca Paolina bauen – eine Festung, für die ein ganzes Adelsviertel niedergerissen und überbaut wurde. Die Perugini hassten sie als Symbol der Unterwerfung und schleiften sie nach der Einigung Italiens. Geblieben sind die überbauten Gassen im Untergrund, durch die heute Rolltreppen vom Busbahnhof Piazza Partigiani hinauf ins Zentrum führen – einer der eindrucksvollsten Stadteingänge Italiens.
Den Glanz der Renaissance verdankt Perugia vor allem einem Mann: Pietro Vannucci, genannt il Perugino, dessen sanfte Madonnen und weiten Landschaften eine ganze Epoche prägten und der den jungen Raffael ausbildete. Seine Fresken im Nobile Collegio del Cambio gehören zum Schönsten der Stadt; weitere Werke hängen in der Galleria Nazionale dell'Umbria im Palazzo dei Priori. Heute ist Perugia eine doppelte Universitätsstadt – mit der altehrwürdigen Università degli Studi und der Università per Stranieri für Italienisch-Lernende aus aller Welt –, deren Studenten den Gassen ihren jungen Takt geben. travelperfect rät, die Altstadt zu Fuß und langsam zu erobern: Jede Treppe öffnet einen neuen Blick über das umbrische Hügelland.
