Das Nobile Collegio del Cambio war der Sitz der Geldwechslergilde Perugias und wurde im 15. Jahrhundert im Palazzo dei Priori eingerichtet. Die Geldwechsler, die im mittelalterlichen Handel eine wichtige Rolle spielten, schufen sich hier repräsentative Räume, die bis heute von ihrem Reichtum und ihrem Anspruch zeugen. Berühmt ist das Collegio vor allem für den Audienzsaal, dessen Wände Pietro Vannucci, genannt il Perugino, zwischen 1496 und 1500 ausmalte. Der Freskenzyklus gilt als einer der vollkommensten der Renaissance und vereint antike Helden und Tugenden, Propheten und Sibyllen sowie ein vermutetes Selbstbildnis des Meisters. Die Verbindung aus antiker und christlicher Bildwelt spiegelt das humanistische Denken der Zeit und macht den Saal zu einem Schlüsselwerk umbrischer Malerei. Geschnitzte Holzbänke und intarsierte Vertäfelungen vervollständigen den Raum und unterstreichen den festlichen Charakter des Audienzsaals. Das Zusammenspiel aus Wandmalerei und kunstvoller Holzarbeit gibt einen Eindruck davon, wie eine wohlhabende Gilde der Renaissance ihren Versammlungsraum gestaltete. Ein Besuch des Nobile Collegio del Cambio lohnt für jeden, der die Kunst Umbriens an ihrem Ursprung erleben will. Da das Collegio kostenpflichtig ist und eigene Öffnungszeiten hat, empfiehlt sich eine vorherige Planung. Der Besuch lässt sich gut mit dem benachbarten Palazzo dei Priori und der Galleria Nazionale dell'Umbria verbinden, in der weitere Werke Peruginos zu sehen sind.
Der Gesamteindruck des Audienzsaals mit Fresken und Holzbänken ist ein lohnendes Übersichtsmotiv.






























