📍 43.35°N · 12.58°E

◆ STADT · UMBRIEN

Gubbio.
wo eine ganze Stadt aus grauem Kalkstein den Berg hinaufklettert

Gubbio gilt als die mittelalterlichste Stadt Umbriens – und das ist keine Marketingfloskel, sondern schlicht das, was man sieht. In Terrassen staffelt sich die graue Steinstadt an den Hang des Monte Ingino, durchzogen von Treppengassen, die so steil sind, dass man oben außer Atem ist. Über allem thront die Piazza Grande, ein „hängender Platz“, der auf gewaltigen Bögen ins Leere gebaut wurde und den der Palazzo dei Consoli mit seinem Zinnenkranz beherrscht. Wer durch die Gassen geht, spürt das raue, fast strenge Wesen dieser Stadt: kein toskanisches Honiggold, sondern kühles Kalkgrau, Trüffelduft aus den Trattorien und das Wissen, dass hier seit Jahrhunderten dieselben drei Ceri den Berg hinaufgetragen werden.

Gubbio.

Eine Stadt, die der Zeit entkommen ist aus Stein, Stolz und einem Heiligen, der bis heute über sie wacht

Gubbios Geschichte beginnt lange vor dem Mittelalter. Als Ikuvium war es ein bedeutendes Zentrum der Umbrer, und das beweisen die Eugubinischen Tafeln (Tavole Eugubine) – sieben Bronzetafeln aus dem 3. bis 1. Jahrhundert v. Chr., die wichtigste Quelle zur umbrischen Sprache überhaupt, heute im Palazzo dei Consoli zu sehen. Vor den Toren der Altstadt liegt das gut erhaltene römische Theater, in dem im Sommer noch immer Aufführungen stattfinden. Doch sein Gesicht erhielt Gubbio im 14. Jahrhundert, als die Stadt unter den Gabrielli und später den Montefeltro zu Reichtum kam und sich jene monumentale gotische Bühne baute, die heute ihren Ruhm ausmacht.

Das Herz dieser Bühne ist die Piazza Grande – ein kühner Akt der Stadtbaukunst. Weil der steile Hang keinen ebenen Raum hergab, schuf man ihn einfach: Eine gewaltige Substruktion aus Bögen trägt den Platz, der frei über der Stadt zu schweben scheint. An seiner einen Seite ragt der Palazzo dei Consoli von 1332 auf, ein Festungspalast mit fächerförmiger Freitreppe und schlankem Glockenturm; ihm gegenüber liegt der nie vollendete Palazzo del Podestà. Vom Geländer der Piazza fällt der Blick über die grauen Dächer hinunter ins Tal und hinauf zum Wald des Monte Ingino.

Über allem aber steht Sant'Ubaldo, Gubbios Schutzpatron, dessen unversehrter Leichnam in der Basilika auf dem Berg ruht. Ihm zu Ehren findet jedes Jahr am 15. Mai das Festa dei Ceri statt: Drei tonnenschwere, kerzenförmige Holzgerüste mit den Figuren des heiligen Ubaldo, Giorgio und Antonio werden von den ceraioli in halsbrecherischem Tempo durch die Gassen und schließlich den Berg hinaufgetragen – ein Spektakel aus Kraft, Glaube und Stadtstolz, das ganz Gubbio auf die Beine bringt. travelperfect empfiehlt, die Stadt langsam zu erlaufen: Atem schöpfen auf der Piazza, ein Glas Rotwein in einer Treppengasse, und am Spätnachmittag mit der offenen Seilbahn hinauf zum Sonnenuntergang über den umbrischen Hügeln.

Gubbio

01 · Auf einen Blick

Gut zu wissen.

Lage
Nordöstliches Umbrien, am Fuß des Monte Ingino, rund 40 km nordöstlich von Perugia
Anreise
Kein eigener Bahnhof in der Altstadt; nächster Bahnhof Fossato di Vico (ca. 20 km) mit Busanschluss, bequemer per Auto oder Bus ab Perugia
Nächste Flughäfen
Perugia San Francesco d'Assisi (PEG, ca. 50 km), alternativ Rom Fiumicino oder Florenz für mehr Verbindungen
Beste Reisezeit
Frühling und Herbst; um den 15. Mai zum Festa dei Ceri sind Unterkünfte früh ausgebucht
Vor Ort unterwegs
Altstadt nur zu Fuß und in Treppen – festes Schuhwerk; Parkhäuser am Rand, von dort steigt es steil an
Auf den Berg
Funivia Colle Eletto: offene Korbgondeln zur Basilica di Sant'Ubaldo, Fahrt von wenigen Minuten
Sprache & Zahlung
Italienisch; Euro, Kartenzahlung verbreitet, in kleinen Trattorien Bargeld bereithalten
Spezialität
Trüffel aus den eugubinischen Wäldern, Crescia al panaro und kräftige Umbrer Rotweine

· Entdecken & Buchen

Was es zu buchen gibt.

6
Sehenswürdigkeiten
Paläste & Kirchen →
🛏
4
Hotels
Vom Klosterhotel bis zur Pension →
🍽
4
Restaurants
Trattoria bis Trüffelküche →
2
Aktivitäten
Touren & Erlebnisse →

02 · Was tun

Gubbio nach Themen entdecken drei Wege durch die graue Steinstadt

03 · Wann

Wann nach Gubbio reisen zwischen Ceri-Trubel im Mai und stillen, trüffelduftenden Herbsttagen

Gubbio liegt auf rund 500 Metern am Fuß des Monte Ingino und hat ein typisch umbrisches Binnenlandklima: warme, aber selten brütende Sommer, klare Übergangsmonate und kühle, manchmal frostige Winter. Die schönsten Wochen sind Frühling und Herbst – mildes Wetter, lange Lichtstimmungen über den grauen Dächern und im Herbst die Trüffelsaison. Der eine fixe Termin im Kalender ist der 15. Mai mit dem Festa dei Ceri.

FrühlingMärz – MaiFrische, grüne Monate mit angenehmen Tagestemperaturen, oft um 15–22 °C. Höhepunkt ist das Festa dei Ceri am 15. Mai – dann ist die Stadt voll und Unterkünfte sind früh ausgebucht.Beste Reisezeit – mildes Wetter, Wandern, Festa dei Ceri
SommerJuni – AugustWarm und trocken, häufig 27–32 °C, im Hochsommer auch darüber. Die Steingassen spenden Schatten; abends wird es im Bergklima oft angenehm kühl. Im römischen Theater laufen Sommeraufführungen.Lange Abende, Theatersommer – Mittagshitze meiden
HerbstSeptember – NovemberGoldene Jahreszeit Gubbios: milde 16–24 °C im Frühherbst, klares Licht und die beginnende Trüffelsaison. Wenig Andrang, ideal zum Schlendern und Genießen.Sehr gute Reisezeit – Trüffel, Wein, ruhige Gassen
WinterDezember – FebruarKühl und still, tagsüber oft 5–10 °C, nachts Frost, gelegentlich Schnee auf dem Monte Ingino. In der Adventszeit verwandelt sich der Hang in den „größten Weihnachtsbaum der Welt“ aus Lichterketten.Ruhig und stimmungsvoll – warm anziehen

04 · Häufige Fragen

Was Reisende am häufigsten fragen.

Wann ist die beste Reisezeit für Gubbio?

Frühling (April bis Mai) und Herbst (September bis Oktober) sind ideal: mildes Wetter, klares Licht und im Herbst die Trüffelsaison. Wer das berühmte Festa dei Ceri erleben möchte, reist um den 15. Mai – sollte dann aber Monate im Voraus buchen, weil die Stadt voll ist. Den Hochsommer kann man gut mit kühlen Abenden im Bergklima genießen.

Wie komme ich nach Gubbio?

Gubbio hat keinen eigenen Bahnhof in der Stadt. Am praktischsten ist die Anreise mit dem Auto oder per Bus ab Perugia (rund 40 km). Mit der Bahn fährt man bis Fossato di Vico (etwa 20 km entfernt) und steigt dort in den Bus um. Der nächstgelegene Flughafen ist Perugia (PEG); größere Anschlüsse bieten Rom und Florenz.

Wie viele Tage sollte man für Gubbio einplanen?

Für die Altstadt mit Piazza Grande, Palazzo dei Consoli und der Seilbahn auf den Monte Ingino reicht ein gut gefüllter Tag. Wer es ruhiger angehen, abends trüffeln und essen und die Umgebung einbeziehen möchte, plant zwei Tage – Gubbio ist auch ein idealer Stützpunkt für Ausflüge ins nordöstliche Umbrien.

Was hat es mit dem Festa dei Ceri auf sich?

Am 15. Mai tragen Mannschaften aus Eugubinern (ceraioli) drei tonnenschwere, kerzenförmige Holzgerüste mit den Figuren der Heiligen Ubaldo, Giorgio und Antonio in rasendem Tempo durch die Stadt und schließlich den Monte Ingino hinauf zur Basilika. Es ist eines der ältesten und intensivsten Volksfeste Italiens und der wichtigste Tag im Gubbiner Kalender.

Lohnt sich die Seilbahn auf den Monte Ingino?

Unbedingt. Die Funivia Colle Eletto bringt einen in offenen Korbgondeln hinauf zur Basilica di Sant'Ubaldo. Oben hat man einen weiten Blick über Gubbios graue Dächer und das umbrische Hügelland und kann die drei Ceri in der Basilika sehen. Wer schwindelfrei ist und sich auf die ungewöhnlichen Gondeln einlässt, wird mit einem der schönsten Ausblicke der Region belohnt.

05 · In der Nähe

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    travelperfect · Aktualisiert 13. Juni 2026