
◆ STADT · UMBRIEN
Assisi ist eine Stadt, die man eher empfindet als besichtigt. An den rosa schimmernden Hängen des Monte Subasio gestaffelt, getragen vom hellen Stein des Subasio-Kalks, ist sie untrennbar mit Franz von Assisi verbunden – jenem Heiligen, der die Vögel predigte und die Armut zum Ideal erhob. In der Basilica di San Francesco staffeln sich Giottos Fresken über zwei Kirchen, in den steilen Gassen der Altstadt riecht es nach Subasio-Stein und Olivenholz, und über allem thront die Rocca Maggiore. Wer hier am frühen Morgen durch die noch leeren Gassen geht, bevor die Busse kommen, spürt etwas von der Stille, die Assisi zu einem der meistbesuchten Pilgerziele Europas gemacht hat – und zugleich zu einem der ruhigsten.

Assisi war schon Stadt, lange bevor sie heilig wurde. Die Römer nannten sie Asisium und legten ihr ein Forum an, dessen Tempel der Minerva noch heute mit korinthischen Säulen über der Piazza del Comune steht – ein antiker Bau, der ohne Unterbrechung bis in die Gegenwart genutzt wurde, erst als Tempel, dann als Kirche. Doch alles, was Assisi heute ist, lässt sich auf einen Mann zurückführen: Giovanni di Pietro di Bernardone, geboren um 1181 als Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers, der seinem Vater das Erbe vor die Füße warf und nackt aus der Stadt ging, um in Armut zu leben. Als Franz von Assisi gründete er einen Orden, der die Kirche von innen erneuerte, und starb 1226 in der kleinen Porziuncola-Kapelle unten in der Ebene.
Schon zwei Jahre nach seinem Tod begann der Bau der Basilica di San Francesco, ein doppelstöckiges Wunderwerk, das sich an den westlichen Stadtrand klammert. In der Unterkirche, in einem dämmrigen Gewölbe, liegt das Grab des Heiligen; in der lichten Oberkirche erzählt ein Zyklus von 28 Fresken, lange Giotto zugeschrieben, das Leben des Franziskus in einer Bildsprache, die die abendländische Malerei verändern sollte. Wenig später schuf seine Gefährtin Klara den weiblichen Zweig des Ordens; ihre Reliquien ruhen in der rosa-weiß gestreiften Basilica di Santa Chiara am östlichen Ende der Stadt.
Wer Assisi versteht, versteht, dass diese Stadt zwei Geschwindigkeiten kennt. Tagsüber, wenn die Reisebusse die Pilger aus halb Europa bringen, drängt es sich auf der Via San Francesco. Doch sobald die letzten Gruppen abgefahren sind, gehört der Berg wieder den Bewohnern: Dann sitzt man auf der Piazza del Comune bei einem Glas Montefalco Rosso, die Schwalben kreisen um den Minerva-Tempel, und die Stadt sinkt zurück in jene franziskanische Ruhe, die travelperfect hier am meisten schätzt. Plane die großen Basiliken für den frühen Morgen oder den späten Nachmittag – und überlass den Mittag dem Verlaufen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel





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· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Auf den Spuren des Franziskus
Vom Grab des Heiligen in der Unterkirche von San Francesco über die Casa Paterna an der Piazza del Comune bis zur Chiesa Nuova, die über dem mutmaßlichen Geburtshaus steht. Wer Zeit hat, wandert hinauf zum Eremo delle Carceri, der Einsiedelei im Eichenwald des Subasio, wo Franziskus sich zum Gebet zurückzog – einer der stillsten Orte der ganzen Region.
Kunst & Fresken
Die Oberkirche von San Francesco gilt als Geburtsstunde der modernen abendländischen Malerei: Der lange Giotto zugeschriebene Franziskus-Zyklus erzählt in 28 Bildern ein ganzes Leben. In der Unterkirche kommen Cimabue und die Sieneser Lorenzetti und Simone Martini hinzu. Wer den Blick schult, entdeckt in Santa Chiara und San Rufino weitere mittelalterliche Schätze.
Stein, Türme & Panorama
Von der Piazza del Comune mit dem antiken Tempio di Minerva führt der Weg hinauf zur Rocca Maggiore, der Stauferburg über der Stadt, von deren Mauern der Blick über das ganze Tibertal reicht. Die mittelalterlichen Gassen, die rosa-weißen Fassaden aus Subasio-Stein und die wehrhaften Stadttore machen Assisi zu einem der besterhaltenen Bergstadt-Ensembles Italiens.
Umbrische Tafel
Umbrien ist das grüne Herz Italiens und seine Küche entsprechend erdig: schwarzer Trüffel vom Subasio, handgemachte Strangozzi, gegrilltes Schwein und die Linsen aus Castelluccio. Dazu der tiefdunkle Sagrantino di Montefalco und das Olivenöl der umbrischen Hänge. In den Trattorien rund um die Piazza del Comune und in der Ebene von Santa Maria degli Angeli isst man traditionell und ehrlich.
03 · Wann
Assisi liegt auf rund 400 Metern am Hang des Monte Subasio und hat ein gemäßigtes Binnenklima – wärmer und trockener als die Alpen, aber ohne die feuchte Hitze der Küste. Frühling und Frühherbst sind ideal: mild, klar und ohne die Sommermassen. Wer die großen Feste erleben will, plant um Calendimaggio (Anfang Mai) und die franziskanischen Feiertage Anfang Oktober herum.
04 · Häufige Fragen
Für die Höhepunkte – die Basilica di San Francesco, Santa Chiara, die Piazza del Comune mit dem Minerva-Tempel und die Rocca Maggiore – reicht ein gut gefüllter Tag. Wer auch das Eremo delle Carceri im Subasio-Wald, die Porziuncola in Santa Maria degli Angeli und eine umbrische Trattoria am Abend erleben will, sollte zwei Tage einplanen. Mit Assisi als Basis lassen sich zudem Perugia, Spello und Bevagna gut verbinden.
Der Bahnhof Assisi liegt unten in der Ebene bei Santa Maria degli Angeli, rund 4 km von der historischen Altstadt entfernt. Von dort fahren regelmäßig Stadtbusse die steile Straße hinauf zur Stadt; ein Taxi ist die Alternative. Mit dem Auto parkt man am besten in einem der Parkhäuser am Stadtrand (etwa Mojano oder Giovanni Paolo II), da die Altstadt weitgehend autofrei ist.
Der Eintritt ist frei. Es gelten eine Kleiderordnung (Schultern und Knie bedeckt) und in der Oberkirche mit dem Giotto-Zyklus ein striktes Fotografier- und Filmverbot, das auch durchgesetzt wird. Am ruhigsten ist es früh morgens; zur Mittagszeit drängen sich die Reisegruppen. Plane ausreichend Zeit für Ober- und Unterkirche samt Franziskusgrab ein.
Sehr. Die Einsiedelei liegt etwa 4 km oberhalb der Stadt im Eichenwald des Monte Subasio, an dem Ort, an den sich Franziskus zum Gebet zurückzog. Man erreicht sie zu Fuß auf einem ansteigenden Wanderweg oder mit dem Auto. Die schlichte Anlage über einer Schlucht zählt zu den stillsten und atmosphärischsten Orten rund um Assisi – ein bewusster Kontrast zum Trubel der Basiliken.
Die umbrische Küche ist erdig und bodenständig: handgemachte Strangozzi (Umbricielli) mit Trüffel oder Tomatensugo, schwarzer Trüffel vom Subasio, gegrilltes Schwein und Wildgerichte, dazu die Linsen aus Castelluccio. Begleitet wird das vom kräftigen Sagrantino di Montefalco oder einem Rosso di Montefalco und dem umbrischen Olivenöl. Viele Trattorien in der Altstadt arbeiten mit regionalen Produkten.
Ja, ausgezeichnet. Von Assisi aus erreicht man Perugia, die Regionshauptstadt, in unter einer Stunde, ebenso die Blumenstadt Spello, das mittelalterliche Bevagna und das Weindorf Montefalco. Spoleto, Gubbio und der Lago Trasimeno liegen als Tagesausflüge in Reichweite. Wer das grüne Herz Italiens in Ruhe erkunden will, ist mit Assisi als Standquartier gut beraten.
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Assisi.
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