Wer die Weinkultur der Wachau wirklich verstehen will, kommt am Weingut Stadt Krems nicht vorbei. Das Gut liegt eingebettet in die sanft geschwungene Weinlandschaft rund um Krems an der Donau, wo die Terrassen des Kremsertals auf die breite Donauebene treffen. Hier wächst der Grüne Veltliner auf Lössböden, die ihm jene charakteristische Würze verleihen, für die die Region international bekannt ist – und der Riesling gedeiht auf den Urgesteinslagen mit einer mineralischen Tiefe, die Kenner sofort erkennen. Das Weingut blickt auf eine Geschichte zurück, die eng mit der Stadt Krems selbst verwoben ist. Städtische Weingüter wie dieses entstanden, um den Bürgern und Institutionen der Stadt verlässliche Weinvorräte zu sichern – eine Praxis, die im mittelalterlichen Österreich weit verbreitet war. Über Jahrhunderte hat sich das Gut weiterentwickelt, ohne den Bezug zu seinen Wurzeln zu verlieren. Heute verbindet es handwerkliches Können mit modernem Kellerwirtschaft, wobei die Lagen rund um Krems die Grundlage für die gesamte Arbeit bilden. Ein Besuch beginnt am besten mit einem Spaziergang durch die Weingärten, wo sich je nach Jahreszeit ein völlig anderes Bild zeigt: Im Frühjahr treiben die Reben frisch aus, im Sommer liegt ein sattes Grün über den Hängen, und im Herbst leuchten die Blätter in warmen Goldtönen, bevor die Ernte die Arbeit des Jahres beschließt. Der Herbst ist nicht zuletzt deshalb die intensivste Jahreszeit hier – der Geruch frisch gepresster Trauben zieht durch die Luft, und die Kellerei läuft auf Hochtouren. Im Verkostungsraum des Weinguts lässt sich dann nachvollziehen, was die Lagen und der Jahrgang aus den Trauben gemacht haben. Die Weine werden direkt ab Hof angeboten, was die Möglichkeit gibt, Jahrgänge zu vergleichen und mit dem Winzerteam ins Gespräch zu kommen. Wer sich Zeit lässt, versteht hier mehr über den Unterschied zwischen einem Veltliner von der Lössriede und einem von der Steinlage, als es jedes Weinbuch vermitteln könnte. Für Fotografen bietet das Weingut reizvolle Motive: Die alten Kellergewölbe, die Reihen der Weinstöcke im Gegenlicht der Abendsonne und der Blick über die Kremser Weinberge Richtung Donau liefern Bilder, die weit über das übliche Reisefoto hinausgehen.
Besucher erleben einen authentischen Einblick in die Kremser Weinbautradition: Weinbergsspaziergänge auf Löss- und Urgesteinslagen, Verkostungen von Grünem Veltliner und Riesling sowie persönliche Gespräche mit dem Winzerteam. Der Direktverkauf ab Hof rundet den Besuch ab.
Das Weingut Stadt Krems gehört zu den ältesten städtischen Weingütern Österreichs. Seine Wurzeln reichen in eine Zeit zurück, in der Städte und Klöster eigene Weingärten bewirtschafteten, um den Bedarf an Wein für Bürger, Institutionen und kirchliche Zwecke zu decken. Krems an der Donau war bereits im Mittelalter ein bedeutendes Handelszentrum, und der Weinbau zählte zu den prägenden Wirtschaftszweigen der Region. Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Gut kontinuierlich weiter und blieb dabei stets eng mit der Stadtgeschichte von Krems verbunden.
