◆ REGION · ÖSTERREICH
Das Burgenland ist Österreichs östlichstes, flachstes und sonnigstes Bundesland – ein Land, das geografisch schon halb zur ungarischen Tiefebene gehört. In seiner Mitte liegt der Neusiedler See, der einzige Steppensee Mitteleuropas: ein riesiges, kaum mannstiefes Gewässer, umgeben von einem der breitesten Schilfgürtel Europas, in dem im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel Tausende Zugvögel zwischen Salzlacken und Weideflächen rasten. Rundherum reift in der pannonischen Hitze der Wein – kräftige Rotweine aus Blaufränkisch und Zweigelt rund um Rust, Gols und das Mittelburgenland, dazu der edelsüße Ruster Ausbruch. In der kleinen Landeshauptstadt Eisenstadt residierten die Fürsten Esterházy, und Joseph Haydn schrieb hier den Großteil seines Werks im Saal, der heute seinen Namen trägt. Es ist ein Land der langen, warmen Tage am Wasser, der Radwege durch Weingärten und einer Küche, in der sich Österreich, Ungarn und Kroatien begegnen.

Das Burgenland ist das jüngste Bundesland Österreichs – erst 1921 kam der deutschsprachige Saum Westungarns nach dem Zerfall der Donaumonarchie zur Republik. Diese Geschichte erklärt seinen Charakter: Hier endet der Alpenbogen, und es beginnt die weite, fast horizontlose pannonische Ebene. Bis heute leben im Land neben der deutschsprachigen Mehrheit die alteingesessenen Volksgruppen der Burgenlandkroaten und der Ungarn, deren Sprachen man auf Ortstafeln wiederfindet und deren Einfluss man in der Küche schmeckt. Das Klima ist pannonisch – heiße, trockene Sommer, milde Übergangszeiten und über 300 Sonnentage im Jahr machen das Burgenland zum sonnigsten Landstrich Österreichs.
Sein Mittelpunkt ist der Neusiedler See, ein Naturphänomen, das es in Mitteleuropa kein zweites Mal gibt: ein flacher Steppensee ohne nennenswerten Zu- oder Abfluss, der allein vom Niederschlag lebt und an seinen tiefsten Stellen kaum zwei Meter misst. Sein gewaltiger Schilfgürtel ist Lebensraum für hunderte Vogelarten – Graugänse, Silberreiher, Löffler und Säbelschnäbler. Im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel, dessen salzige Lacken im Sommer austrocknen, weiden Graurinder und Przewalski-Pferde wie in einer Steppe Zentralasiens. Gemeinsam mit dem ungarischen Ufer bildet die Region das grenzüberschreitende UNESCO-Welterbe der Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See.
Und doch ist das Burgenland vor allem ein Weinland. Auf den von der Sonne verwöhnten Hängen rund um den See und im hügeligen Mittelburgenland gedeihen Österreichs beste Rotweine – der würzige Blaufränkisch, der das Mittelburgenland als „Blaufränkischland“ prägt, und der Zweigelt. In Rust, der kleinen Freistadt mit den nistenden Störchen auf den Schornsteinen, wird seit dem 16. Jahrhundert der edelsüße Ruster Ausbruch gekeltert, eine Spezialität von Weltrang. Wer das Land verstehen will, radelt den Neusiedler-See-Radweg, kehrt beim Heurigen ein, sieht eine Operette bei den Seefestspielen Mörbisch und beschließt den Abend mit einem Glas Blaufränkisch und einem ungarisch gewürzten Gulasch.
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02 · Themen-Routen
Rund um den See
Die klassische Art, das Burgenland zu erfahren: Auf rund 120 Kilometern führt der Radweg einmal um den ganzen Neusiedler See – über das österreichische und das ungarische Ufer, durch Schilfgürtel, Weingärten und alte Seebäder. Von Neusiedl am See über Podersdorf, eine Fährfahrt über den See, Rust mit seinen Störchen und Mörbisch lässt sich die Runde in zwei bis drei Tagen genießen, mit vielen Heurigen-Einkehren und Bademöglichkeiten am Weg. Das flache Land macht die Strecke auch für Familien leicht.
Wein & Heurige
Das Burgenland ist Österreichs Rotweinland. Rund um den See und im hügeligen Mittelburgenland reift in der pannonischen Sonne der würzige Blaufränkisch, der dem „Blaufränkischland“ um Deutschkreutz und Horitschon seinen Namen gibt, dazu Zweigelt und kräftige Cuvées. In Rust wird seit Jahrhunderten der edelsüße Ruster Ausbruch gekeltert. Eine Weinreise verbindet die Kellergassen und Vinotheken von Gols, die Topwinzer von Rust und die Heurigen, bei denen Wein, Speck und Brot direkt vom Hof kommen.
Natur & Vogelzug
Östlich des Sees beginnt der Seewinkel, eine flache Steppenlandschaft aus salzigen Lacken, Hutweiden und Schilf – einer der bedeutendsten Vogelrastplätze Europas. Im Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel weiden Graurinder, Wasserbüffel und Przewalski-Pferde, und vom Frühjahr bis in den Herbst beobachten Ornithologen Graugänse, Reiher, Löffler und seltene Watvögel. Von Illmitz und dem Informationszentrum führen Lehrpfade und Aussichtswarten in das Schutzgebiet – ein Fernglas gehört ins Gepäck.
Schlösser & Burgen
Das Burgenland war jahrhundertelang Esterházy-Land. In Eisenstadt prägt das gelbe Schloss Esterházy mit dem prunkvollen Haydnsaal die Stadt, in dem Joseph Haydn als Hofkapellmeister wirkte. Im Norden des Rosaliengebirges thront Burg Forchtenstein, die nie eroberte Festung der Fürsten mit ihrer berühmten Waffen- und Schatzkammer. Dazu kommen das Schloss Halbturn mit seinem Barockgarten und die Esterházy-Weingüter – eine Route durch Macht, Musik und Mäzenatentum.
03 · Wann
Das Burgenland hat das wärmste und trockenste Klima Österreichs – pannonisch geprägt, mit heißen Sommern, milden Übergangszeiten und über 300 Sonnentagen im Jahr. Der flache Neusiedler See heizt sich im Sommer rasch auf und lädt zum Baden und Segeln, während Frühling und Herbst die besten Zeiten für Radtouren, Vogelbeobachtung und Weingenuss sind. Im Winter wird der See zum stillen, oft zugefrorenen Schlittschuhparadies.
✦ Vom Reiseziel zum Tagesplan
Das Burgenland verbindet Welten, die nah beieinanderliegen und doch unterschiedlich ticken – Badesommer am Neusiedler See, stille Vogelbeobachtung im Seewinkel, Rotweinkultur in Rust und im Mittelburgenland, Schlösser und Konzerte in Eisenstadt. Unser Reiseplaner fügt sie zu einer stimmigen Route: Er stimmt Radetappen am Seeradweg, Heurigenbesuche und Nationalpark-Touren aufeinander ab, denkt an die Saison von Vogelzug und Weinlese, an die Spielpläne der Seefestspiele und daran, wann sich das Rad und wann der Mietwagen lohnt. Sag uns, worauf du Lust hast – eine Radwoche rund um den See, eine Weinreise durchs Blaufränkischland, Vogelbeobachtung im Seewinkel oder Haydn und Schloss in Eisenstadt – und travelperfect entwirft daraus einen Tag-für-Tag-Plan mit echten Orten, Winzern und Quartieren.
· Praktisch
04 · Häufige Fragen
Für eine Runde um den Neusiedler See mit Eisenstadt, Rust und dem Seewinkel reichen zwei bis drei Tage – etwa als Radtour oder mit dem Auto. Wer zusätzlich das Rotweinland im Mittelburgenland, die Esterházy-Schlösser und den Nationalpark in Ruhe erkunden möchte, plant besser vier bis fünf Tage ein. Das Burgenland ist klein und entspannt; es belohnt das langsame Reisen mit Rad, Glas und Fernglas.
Frühling und Frühherbst sind ideal: milde Temperaturen, der große Vogelzug im Seewinkel und – im Herbst – die Weinlese mit Sturm beim Heurigen. Der Sommer ist Badezeit, denn der flache See wird rasch warm, kann aber heiß und voll werden. Wer Vögel beobachten oder radeln will, kommt am besten im April/Mai oder September/Oktober.
Rund um den See nicht unbedingt: Der Neusiedler-See-Radweg, die Seefähre zwischen Mörbisch und Illmitz und die Bahn nach Eisenstadt und Neusiedl machen vieles auch ohne Auto möglich. Für die Weinorte im Mittelburgenland, die Esterházy-Schlösser und den weiten Seewinkel mit seinen Lacken ist ein Mietwagen aber praktisch, da der öffentliche Verkehr abseits des Sees dünner wird.
Den Wein voran: kräftiger Blaufränkisch und Zweigelt sind die Aushängeschilder, dazu der edelsüße Ruster Ausbruch und im Südburgenland der seltene Uhudler. Auf den Teller kommen Fischgerichte vom See – etwa gebackener Zander oder Karpfen –, ungarisch gewürztes Gulasch, deftige Heurigenjause mit Speck und Brot und im Herbst Sturm und Most. Am authentischsten erlebt man das beim Buschenschank direkt beim Winzer.
Sehr, vor allem für Naturfreunde. Der Seewinkel mit seinen salzigen Lacken, Hutweiden und dem Schilfgürtel ist einer der wichtigsten Vogelrastplätze Europas – im Frühjahr und Herbst beobachtet man Graugänse, Reiher, Löffler und seltene Watvögel. Vom Informationszentrum in Illmitz führen Lehrpfade und Aussichtswarten ins Schutzgebiet, in dem Graurinder und Przewalski-Pferde weiden. Ein Fernglas und der frühe Morgen sind die beste Kombination.
Das Burgenland liegt direkt südöstlich von Wien – Eisenstadt und der Neusiedler See sind in rund einer Stunde mit Bahn oder Auto erreichbar, der Flughafen Wien-Schwechat ist sogar nur etwa 50 Kilometer entfernt. Viele hängen nach den Wiener Tagen zwei bis drei Tage am See an: ein stimmiger Kontrast aus Großstadt und weiter, sonniger Steppenlandschaft mit Wein, Wasser und Vogelzug.
05 · Weiter im Land
Sagen Sie uns, was Sie suchen — wir entwerfen Ihre Reise durch das Burgenland.