Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Burgenland
Fast alles im nördlichen Burgenland ordnet sich um ein einziges Zentrum – den flachen, warmen See, dessen Schilfgürtel die halbe Region umschließt.
Der Neusiedler See ist der unbestrittene Mittelpunkt und die erste Adresse für jeden Besuch. Er ist der einzige Steppensee Mitteleuropas – kaum zwei Meter tief, ohne nennenswerten Zu- und Abfluss allein von Regen und Grundwasser gespeist, und von einem Schilfgürtel gesäumt, der nach dem Donaudelta als einer der größten Europas gilt. Seit 2001 steht die Kulturlandschaft rund um den See gemeinsam mit dem ungarischen Fertő-Teil auf der UNESCO-Welterbeliste. Wer zum ersten Mal kommt, fährt am besten nach Podersdorf am Ostufer, dem einzigen Ort mit offenem Wasser ohne breiten Schilfstreifen davor – hier reicht der Blick ungehindert über den See.
Rust, die kleine Freistadt am Westufer, ist das zweite Postkartenmotiv der Region. Ihre Berühmtheit verdankt sie den Weißstörchen, die von März bis August auf den Schornsteinen der pastellfarbenen Bürgerhäuser brüten – ein Storchennest über dem Rathaus gehört hier zum normalen Straßenbild. Dazu kommt der Wein: Der edelsüße Ruster Ausbruch wird seit dem 17. Jahrhundert gekeltert, und die Stadt trug ihren Freistadt-Status einst mit einer Lieferung dieses Weins ab. Bummle durch die Kellergassen und Innenhöfe der kompakten Altstadt, sie lässt sich in ein, zwei Stunden zu Fuß erkunden.
Eisenstadt, die Landeshauptstadt, liegt am Fuß des Leithagebirges etwas abseits des Wassers und lebt vom Erbe der Fürsten Esterházy. Ihr gelbes Barockschloss beherbergt den Haydnsaal, einen der akustisch besten Konzertsäle Europas, in dem Joseph Haydn drei Jahrzehnte lang für die Fürsten musizierte. Sein Grab findest du im Mausoleum der Bergkirche, zu der auch ein begehbarer Kalvarienberg gehört. Die Innenstadt ist überschaubar und sonnig, mit Fußgängerzone, Weinlokalen und dem barocken Schlosspark – ein halber Tag reicht für einen ersten Eindruck.
Wer mehr Zeit hat, fächert die Region auf: Im Seewinkel östlich des Sees liegt der grenzüberschreitende Nationalpark mit seinen Salzlacken und Vogelschwärmen, in Mörbisch spielt die Seebühne im Sommer Operette, und das hügeligere Südburgenland lohnt mit Burgen wie Lockenhaus, Bernstein und Güssing sowie dem Kurort Bad Tatzmannsdorf. Auch das Designer Outlet in Parndorf, gleich an der Autobahn, zieht viele Tagesgäste an. Plane die Sehenswürdigkeiten großzügig über den See verteilt – die Wege sind flach und kurz, aber es gibt mehr zu sehen, als der erste Blick auf die Landkarte vermuten lässt.




























