
◆ STADT · BURGENLAND
Eisenstadt ist die kleinste Landeshauptstadt Österreichs – und vielleicht die heiterste. Am Fuß des Leithagebirges, dort wo das pannonische Flachland beginnt, residierten die Fürsten Esterházy, und ihr ockergelbes Schloss mit dem berühmten Haydnsaal gibt der Stadt bis heute den Takt vor. Joseph Haydn schrieb hier vier Jahrzehnte lang seine Sinfonien und liegt im Mausoleum der Bergkirche begraben. Drumherum: Weinberge bis zum Horizont, die breite, von Cafés gesäumte Hauptstraße und ein Licht, das eher an Ungarn erinnert als an die Alpen. Wer Eisenstadt besucht, kommt für Musik, Wein und jene pannonische Gelassenheit, die der ganzen Region eigen ist.

Die Geschichte Eisenstadts ist über weite Strecken die Geschichte der Esterházy. Über Jahrhunderte gehörte die Stadt der mächtigen ungarisch-österreichischen Magnatenfamilie, die im 17. Jahrhundert eine mittelalterliche Burg zum barocken Schloss Esterházy umbauen ließ. Das ockergelbe Gebäude mit seiner langen Schaufront beherrscht bis heute das Stadtbild, und in seinem Inneren liegt der Haydnsaal – ein Festsaal mit hölzerner Decke und Fresken, dessen Akustik weltweit gerühmt wird und in dem während der Festspiele bis heute Konzerte stattfinden.
Untrennbar mit der Stadt verbunden ist Joseph Haydn. Fast vierzig Jahre stand er als Kapellmeister im Dienst der Fürsten Esterházy, komponierte einen Großteil seiner Sinfonien und Messen und prägte von hier aus die Musik einer ganzen Epoche. Sein Wohnhaus in der heutigen Joseph-Haydn-Gasse ist ein Museum, seine sterblichen Überreste ruhen im Mausoleum der Bergkirche hoch über der Stadt. Dass Eisenstadt erst 1925 zur Hauptstadt des jungen Burgenlands wurde, als das Land von Ungarn zu Österreich kam, ist gegen diese musikalische Vergangenheit fast eine Fußnote.
Und dann ist da der Wein. Eisenstadt liegt am Übergang vom Leithagebirge ins flache Pannonien, einer der wärmsten Ecken Österreichs, und die eingemeindeten Weinorte Kleinhöflein und St. Georgen ziehen ihre Rieden bis an den Stadtrand. In den Buschenschanken und der Selektion Vinothek Burgenland gegenüber dem Schloss lässt sich diese Weinwelt erschmecken – Blaufränkisch, Zweigelt und die kräftigen Rotweine, für die das Burgenland steht. travelperfect empfiehlt, Eisenstadt nicht im Vorbeifahren abzuhaken, sondern eine Nacht zu bleiben: für ein Konzert im Haydnsaal, einen Spaziergang über den Schlosspark und ein Glas Roten zum Abend.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel




· Sehenswürdigkeiten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Auf Haydns Spuren
Der musikalische Kern der Stadt: vom Schloss Esterházy mit dem akustisch berühmten Haydnsaal über das Joseph Haydn-Haus, in dem der Komponist zwölf Jahre wohnte, bis hinauf zur Bergkirche, wo sein Mausoleum unter dem Nordturm liegt. Wer es einrichten kann, plant ein Konzert im Haydnsaal ein – die Atmosphäre dort ist mit keinem modernen Saal zu vergleichen.
Wein & Genuss
Eisenstadt liegt mitten im Rotweinland Burgenland. Die Selektion Vinothek Burgenland gegenüber dem Schloss versammelt über 800 Weine des Landes, in den eingemeindeten Orten Kleinhöflein und St. Georgen laden Buschenschanken und Weingüter zur Verkostung. Blaufränkisch und Zweigelt vom Leithaberg gehören zum Pflichtprogramm – am besten zu Fuß oder per Rad zwischen den Rieden.
Altstadt & Aussicht
Die autofreie Hauptstraße mit ihren Cafés und der barocke Dom St. Martin bilden das gesellige Zentrum. Von hier ist es nur ein kurzer Anstieg zum Kalvarienberg und zur Bergkirche, von wo der Blick über die Dächer ins pannonische Flachland reicht. Wer mehr Natur will, wandert ins Leithagebirge oder fährt hinunter an den nahen Neusiedler See.
03 · Wann
Eisenstadt liegt im wärmsten und sonnenreichsten Teil Österreichs – das pannonische Klima bringt heiße, trockene Sommer und milde Übergangszeiten. Frühling und Frühherbst sind ideal: angenehme Temperaturen, blühende oder reifende Weinberge und ein voller Veranstaltungskalender. Der Hochsommer kann im Flachland deutlich über 30 °C steigen.
04 · Häufige Fragen
Für die Stadt selbst – Schloss Esterházy, Haydn-Haus, Bergkirche und die Altstadt – reicht ein gut gefüllter Tag. Wer den Haydnsaal bei einem Konzert erleben, in den Weinorten Kleinhöflein und St. Georgen einkehren und einen Abstecher an den Neusiedler See machen möchte, plant besser zwei bis drei Tage und nutzt Eisenstadt als ruhige Basis im nördlichen Burgenland.
Mit dem Auto fährt man über die A3 und S31 in etwa einer Stunde aus Wien. Mit der Bahn dauert es vom Wiener Hauptbahnhof je nach Verbindung rund 1 bis 1,5 Stunden, meist mit einem Umstieg. Eisenstadt ist damit gut als Tagesausflug aus Wien erreichbar – für Wein und Abendkonzert lohnt sich aber eine Übernachtung.
Der Haydnsaal im Schloss Esterházy ist über Schlossführungen und vor allem als Konzertsaal zugänglich – er wird bis heute bespielt, etwa bei den Esterházy-Konzerten und dem Festival Herbstgold. Die Akustik gilt als eine der besten Europas. Wer den Saal in voller Wirkung erleben will, plant ein Konzert ein und bucht die Karten vorab.
Sehr. Eisenstadt liegt mitten im Rotweinland Burgenland am Leithaberg. Gegenüber dem Schloss versammelt die Selektion Vinothek Burgenland über 800 Weine des Landes, und in den eingemeindeten Weinorten Kleinhöflein und St. Georgen reihen sich Weingüter und Buschenschanken. Blaufränkisch und Zweigelt sind hier zu Hause.
Nur rund 15 Kilometer entfernt liegt der Neusiedler See mit den Weinorten Rust und Mörbisch, den Seefestspielen und einem der größten Steppenseen Europas im Nationalpark Neusiedler See–Seewinkel. Auch der römische Steinbruch von St. Margarethen mit seinen Opernfestspielen und das Leithagebirge zum Wandern sind schnell erreicht.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Eisenstadt und im Burgenland.
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