Wer zum ersten Mal über die Staatsbrücke geht und den Blick auf die Festung Hohensalzburg hebt, versteht sofort, warum diese Stadt so viele nicht mehr loslässt. Die mächtige Burg thront auf dem Festungsberg, darunter drängen sich Barockfassaden, Kirchentürme und die enge Getreidegasse aneinander — und das alles spiegelt sich im grünen Wasser der Salzach. Salzburg ist keine Kulisse, auch wenn sie manchmal so wirkt. Es ist eine lebendige Stadt mit rund 155.000 Einwohnern, die zwischen Weltkulturerbe-Alltag und Festspielbetrieb ihren eigenen Rhythmus gefunden hat. Die Altstadt diesseits und jenseits der Salzach ist das Herz der Stadt. Auf der linken Seite schlängelt sich die Getreidegasse durch das Ensemble — schmale Durchhäuser, vergoldete Zunftschilder, und mittendrin das Mozarts Geburtshaus, das jährlich Hunderttausende anzieht. Wer dem Trubel entkommt, findet in den Innenhöfen der Bürgerhäuser eine andere Salzburg: stille Arkaden, Cafés unter Steinsäulen, manchmal nur das Echo der eigenen Schritte. Der Dom, die Residenz mit ihren Prunkräumen und der weitläufige Residenzplatz bilden das repräsentative Zentrum der Fürsterzbischöfe, die Salzburg über Jahrhunderte prägten. Jenseits der Salzach liegt die Linzer Gasse mit ihren unverputzten Bürgerhäusern, kleinen Buchläden und Konditoreien — weniger touristisch, dafür echter. Wer den Mönchsberg hinaufsteigt, etwa über den Aufzug beim Museum der Moderne, wird mit einem Panorama belohnt, das die gesamte Stadtsilhouette vor den Berghängen des Salzkammerguts zeigt. Der Weg über den Mönchsberg bis zum Augustinerbräu ist einer der schönsten Spaziergänge der Stadt — inklusive Bier im ältesten Bräustübl der Stadt. Die Salzburger Festspiele, jeden Sommer seit 1920, verwandeln die Stadt in einen der bedeutendsten Schauplätze für Oper, Schauspiel und Konzert weltweit. Dann sind die Preise hoch, die Hotels ausgebucht, und die Altstadt füllt sich mit einem internationalen Publikum. Wer Salzburg abseits dieses Trubels erleben will, kommt im Mai, September oder Oktober — die Beleuchtung ist wärmer, die Gassen ruhiger, und die Berge sind noch oder schon wieder schneefrei.






