Es gibt Orte, die ihre Geschichte tragen wie eine zweite Haut. Das gelbe Bürgerhaus in der Getreidegasse 9 ist so ein Ort. Hier, im dritten Stockwerk eines der belebtesten Kaufmannsgebäude des alten Salzburgs, kam Wolfgang Amadeus Mozart am 27. Januar 1756 zur Welt. Wer heute durch die schmale Eingangstür tritt, betritt nicht einfach ein Museum — sondern den Ursprungsort einer der folgenreichsten Musikerkarrieren der Abendlandgeschichte. Die Räume des Geburtshauses sind überraschend intim. Niedrige Decken, dunkle Holzdielen, Fenster, die auf die geschäftige Getreidegasse hinausblicken: Man spürt sofort, wie eng und lebendig das bürgerliche Salzburg des 18. Jahrhunderts gewesen sein muss. Im sogenannten Wohnzimmer der Familie Mozart sind originale Möbel und Alltagsgegenstände ausgestellt, die Leopold Mozart und seine Familie tatsächlich benutzt haben. Nebenan, im Geburtsraum selbst, hängt das berühmte Kinderporträt Mozarts — ein stilles Zentrum des gesamten Hauses. Das Museum zeigt darüber hinaus eine bemerkenswerte Sammlung historischer Instrumente: Mozarts Kindergeige, sein Clavichord und ein Hammerflügel aus dem 18. Jahrhundert sind zu sehen. Wer sich die Zeit nimmt, die Beschriftungen zu lesen, versteht, wie früh das Wunderkind sein Handwerk beherrschte — die erste Komposition entstand, als Mozart gerade fünf Jahre alt war. Interaktive Stationen und Hörstationen ergänzen die Ausstellung und geben auch Besuchern ohne musikhistorisches Vorwissen einen echten Zugang. Der Rundgang führt durch mehrere Etagen und dauert je nach Tempo zwischen 45 Minuten und gut eineinhalb Stunden. Wer sich wirklich einlassen möchte, sollte sich mindestens eine Stunde einplanen. Die Ausstellung ist mehrsprachig gestaltet, deutsche und englische Texte begleiten jeden Raum. Audioguides vertiefen das Erlebnis zusätzlich. Draußen, auf der belebten Getreidegasse, warten die charakteristischen schmiedeeisernen Zunftzeichen der alten Handwerkshäuser. Das Geburtshaus liegt mitten in Salzburgs historischer Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt — ein Spaziergang zum nahen Residenzplatz oder zur Festung Hohensalzburg schließt sich fast von selbst an.
Mehrere originalerhaltene Wohnräume der Familie Mozart, darunter Geburtsraum und Wohnzimmer mit echten Möbeln. Historische Instrumente wie Mozarts Kindergeige und ein Clavichord. Interaktive Hör- und Medienstationen. Mehrsprachige Ausstellungstexte und Audioguide verfügbar.
Wolfgang Amadeus Mozart wurde am 27. Januar 1756 in diesem Bürgerhaus in der Getreidegasse 9 geboren. Die Familie Mozart lebte hier bis 1773, als sie in das größere Wohnhaus am heutigen Makartplatz umzog. Leopold Mozart, selbst Hofmusiker und Komponist, erkannte früh das außerordentliche Talent seines Sohnes und führte ihn ab dem vierten Lebensjahr systematisch an Klavier und Geige heran. Bereits mit fünf Jahren komponierte Mozart erste Stücke. Seit 1880 ist das Haus als Museum zugänglich und wird von der Internationalen Stiftung Mozarteum betreut. Es zählt zu den meistbesuchten Kulturdenkmälern im deutschsprachigen Raum.
