Wer Hellbrunn zum ersten Mal betritt, ahnt nicht, was ihn erwartet. Erzbischof Markus Sittikus ließ das Schloss zwischen 1613 und 1615 als sommerliche Vergnügungsresidenz errichten — nicht zum Wohnen, sondern zum Staunen und Lachen. Genau diesen Geist spürt man noch heute, sobald man die gepflegten Gartenanlagen betritt und die ersten Wasserstrahlen unvermittelt aus dem Boden schießen. Die Wasserspiele sind das eigentliche Herzstück von Hellbrunn: Über zwanzig Überraschungsfontänen, versteckte Düsen in Steinbänken und mechanische Figurentheater aus dem 17. und 18. Jahrhundert verwandeln den Rundgang durch den Park in ein Erlebnis, das Kinder wie Erwachsene gleichermaßen trifft. Die Tischrunde im steinernen Speisesaal etwa, wo einst die Gäste des Erzbischofs nass gespritzt wurden, funktioniert bis heute auf die gleiche Weise — und löst zuverlässig Gelächter aus. Wer sich auf die Holzbank am Steintisch setzt, sollte wissen: Trockene Kleidung bleibt nur dem Erzbischof selbst vorbehalten, denn sein Stuhl hatte keine Düse. Das Schloss selbst zeigt sich im Inneren als elegantes Zeugnis des Manierismus, mit freskierten Sälen und dem berühmten Oktogon-Zimmer. Die Führung durch die Prunkräume dauert etwa 45 Minuten und vermittelt, wie Sittikus Hellbrunn als Bühne für diplomatische Empfänge und höfische Festspiele nutzte. Draußen öffnet sich der weitläufige Schlosspark mit dem Steintheater — dem ältesten erhaltenen Freilufttheater nördlich der Alpen — sowie dem Monatsschlössl auf dem Hügel, das einen weiten Blick über das Salzburger Becken freigibt. Der Besuch lässt sich gut in zwei bis drei Stunden gestalten: Zuerst die Wasserspiele im geführten Rundgang, dann der freie Spaziergang durch den Park bis zum Tiergarten Hellbrunn, der direkt angrenzend liegt. Besonders lohnend ist ein Besuch an Werktagen am Vormittag, wenn die großen Reisegruppen noch fehlen und die Fontänen im Morgenlicht glitzern. Im Sommer verwandelt sich das Gelände abends in die Kulisse des Hellbrunner Advents und anderer Veranstaltungen — die Atmosphäre zwischen alten Bäumen und beleuchteten Steinfiguren ist dann von ganz eigener Qualität.
Ein geführter Rundgang durch die Wasserspiele mit gezielten Überraschungsmomenten, anschließend freier Zugang zum weitläufigen Schlosspark mit Steintheater und Monatsschlössl. Die Schlossräume zeigen manieristischen Freskenschmuck und höfisches Mobiliar. Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung empfohlen.
Erzbischof Markus Sittikus von Hohenems ließ Schloss Hellbrunn zwischen 1613 und 1615 nach Plänen des Hofarchitekten Santino Solari errichten — als sommerliche Lust- und Vergnügungsresidenz, nicht als Wohnschloss. Die Wasserspiele entstanden zeitgleich und galten als technisches Meisterwerk der Epoche: Allein durch natürlichen Wasserdruck aus dem nahegelegenen Almbach betrieben, funktionieren viele Anlagen bis heute ohne Pumpen. Das Steintheater im Park ist das älteste erhaltene Freilufttheater nördlich der Alpen und war Schauplatz früher Opernaufführungen auf deutschsprachigem Boden.
