Wer Salzburg jenseits der Getreidegasse erleben möchte, biegt am besten nach Nonntal ab. Das Viertel schmiegt sich südlich der Altstadt an den Fuß des Festungsbergs und des Nonnbergs – zwei Erhebungen, die dem Stadtteil eine fast dörfliche Stille geben, obwohl man vom Mozartplatz aus in wenigen Gehminuten hier ankommt. Auf den ersten Blick wirkt Nonntal unspektakulär: schmale Wohnstraßen, Gründerzeithäuser mit abgeblättertem Putz, ein Supermarkt, Fahrräder vor Haustüren. Genau das ist sein Reiz. Das prägende Bauwerk des Viertels ist das Stift Nonnberg, das älteste noch bestehende Frauenkloster nördlich der Alpen. Die Benediktinerinnen leben hier seit dem frühen 8. Jahrhundert – und die romanische Stiftskirche, deren Fresken aus dem Mittelalter stammen, ist für Besucher zugänglich. Wer früh morgens den Stiftshügel hinaufsteigt, erlebt die Stadt noch im Morgennebel, bevor die Reisegruppen erwachen. Der Blick von der Klostermauer über die Salzach und die Altstadt gehört zu den stillen Höhepunkten Salzburgs. Nonntal ist außerdem untrennbar mit dem Salzburger Stadtpark verbunden, der sich entlang des Almkanals zieht und im Sommer zum Picknickort für Einheimische wird. Der Almkanal selbst, ein mittelalterliches Wasserleitsystem, plätschert durch das Viertel und gibt ihm eine eigentümliche Frische. Entlang der Nonnberggasse und der Erzabt-Klotz-Straße finden sich kleine Cafés und Wirtshäuser, in denen man eher Salzburger Stammgäste als Reisende antrifft. Für Kulturinteressierte lohnt sich auch ein Blick auf das Rupertinum in der nahen Altstadt – von Nonntal aus in wenigen Minuten erreichbar. Das Viertel selbst ist kein Museumsbezirk, sondern gelebter Alltag: Familien, Studierende der nahen Universität Mozarteum und ältere Salzburger teilen sich die ruhigen Straßen. Wer hier übernachtet, wacht morgens ohne Straßenlärm auf und läuft in zehn Minuten durch die Kaiviertelgassen in die Altstadt.

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