Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Niederösterreich
Fast alle großen Ziele reihen sich an drei Achsen auf – die Donau im Westen, die Bergschwelle im Süden, das Waldviertel im Norden – und keine ist von Wien mehr als anderthalb Stunden entfernt.
Der klare Auftakt ist die Donau. In Melk empfängt dich eines der größten Barockklöster Europas: Stift Melk thront seit dem 11. Jahrhundert über dem Strom, und der Rundgang durch Kaiserstiege, Marmorsaal, Bibliothek und Stiftskirche zeigt den Hochbarock in Reinform – buche in der Saison ein Zeitfenster, die Vormittage sind mit Bussen aus Wien und den Flusskreuzfahrten gut gefüllt. Flussabwärts folgt Dürnstein mit dem blau-weißen Kirchturm und der Burgruine über dem Ort, in der Richard Löwenherz gefangen saß, und am östlichen Ende thront Stift Göttweig über den Weinbergen von Krems. Wer nur einen Tag hat, fährt die Strecke Melk–Krems einmal ab und steigt an zwei, drei Orten aus.
Südlich von Wien wird es alpin. Der Schneeberg ist mit 2.076 Metern der höchste Berg Niederösterreichs, und du musst ihn nicht erwandern: Ab Puchberg zuckelt die Schneebergbahn – wegen ihrer Farbe der „Salamander“ genannt – als Zahnradbahn bis auf knapp 1.800 Meter, von wo ein kurzer Anstieg zum Gipfelkreuz führt. Nebenan spannt sich das Hochplateau der Rax, das du mit der Raxseilbahn erreichst, Österreichs erster Personenseilbahn von 1926. Beide Berge sind klassische Wiener Hausberge und an Schönwetter-Wochenenden entsprechend beliebt – fahr früh oder unter der Woche.
Dazwischen liegen die kleineren Ziele, die einen Ausflug tragen. Die Seegrotte in der Hinterbrühl ist der größte unterirdische See Europas, den du im Boot befährst; die Burg Kreuzenstein bei Korneuburg wirkt wie eine intakte mittelalterliche Burg und wurde tatsächlich um 1900 aus originalen Bauteilen neu errichtet. Im Norden reihen sich die Renaissanceburg Rosenburg im Kamptal mit ihren Falknerei-Vorführungen und das Renaissanceschloss Schallaburg bei Melk mit seinem Arkadenhof und den wechselnden Ausstellungen. Kein einzelnes dieser Ziele füllt einen ganzen Tag, aber je zwei davon ergeben zusammen mit einer Einkehr ein rundes Programm.
Und dann die Landeshauptstadt, die viele übersehen: Sankt Pölten ist erst seit 1986 Hauptstadt und trägt sein Doppelgesicht offen – barocke Altstadt mit Rathausplatz und Franziskanerkirche auf der einen, das moderne Regierungsviertel mit dem gläsernen Klangturm und dem Festspielhaus auf der anderen Seite. Als Tagesziel taugt die Stadt weniger, als Basis mit guter Bahnanbindung ins ganze Land aber sehr gut – die Weststrecke hält hier, und ins Traisental mit seinen Winzern rollst du in Minuten hinaus.






























