
◆ STADT · NIEDERÖSTERREICH
Sankt Pölten trägt zwei Gesichter, und es zeigt sie ohne Scheu. Auf der einen Seite der Traisen liegt die Barockaltstadt: der Rathausplatz mit der Mariensäule, der Domplatz, an dem sich die geschwungenen Fassaden von Prandtauer und Munggenast aufreihen, und ein Fußgängernetz aus Gassen, das so alt ist wie kaum eine Stadt im Land – die Römer nannten sie Aelium Cetium. Auf der anderen Seite, seit Sankt Pölten 1986 zur Landeshauptstadt aufstieg, ist binnen weniger Jahre ein ganzes Regierungs- und Kulturviertel entstanden: der 77 Meter hohe Klangturm, das Festspielhaus, das Landestheater, das Landesmuseum. Diese Stadt ist Österreichs jüngste Hauptstadt und zugleich eine seiner ältesten – und genau aus dieser Spannung bezieht sie ihren Reiz. Wer einen Tag bleibt, sieht zwei Epochen auf einem Spaziergang.

Sankt Pölten kann sich einen seltenen Titel auf die Fahnen schreiben: Es gilt als die älteste Stadt Österreichs, die ihr Stadtrecht ununterbrochen geführt hat – schon zur Römerzeit lag hier die Siedlung Aelium Cetium, später wuchs um ein Augustiner-Chorherrenstift die mittelalterliche Stadt. Ihren heutigen Charakter aber bekam sie im Barock. Jakob Prandtauer und sein Neffe Joseph Munggenast, dieselben Baumeister, die Melk und Dürnstein ihre unverwechselbare Silhouette gaben, formten hier Kirchen, Höfe und Fassaden. Der Dom, das Institut der Englischen Fräulein und der Rathausplatz mit der Mariensäule sind das Ergebnis – ein dicht gepacktes barockes Ensemble, durch das man fast ausschließlich zu Fuß geht.
Dann kam 1986 der Bruch, der die Stadt veränderte. Niederösterreich, das jahrzehntelang von Wien aus regiert worden war, gab sich erstmals eine eigene Hauptstadt – und wählte Sankt Pölten. Östlich der Traisen, auf einem ehemaligen Industrieareal, entstand das Landhausviertel, ein kompletter Regierungsbezirk aus einem Guss. Der gläserne Klangturm wurde sein Wahrzeichen, das Festspielhaus und das von Hans Hollein entworfene Landesmuseum machten daraus auch ein Kulturzentrum. Innerhalb einer Generation bekam die alte Barockstadt einen modernen Zwilling, und beide Hälften schauen heute über denselben Fluss.
Bereisen lässt sich Sankt Pölten kompakt: Die Altstadt erkundest du in einem Vormittag, das Landhausviertel an einem Nachmittag, dazwischen liegt nur die Brücke über die Traisen und die grüne Promenade. travelperfect empfiehlt, die Stadt als Basislager zu sehen – die Wachau mit Krems, Dürnstein und Melk beginnt eine knappe Bahnstunde flussaufwärts, Wien liegt nur 25 Minuten mit dem Schnellzug entfernt. Sankt Pölten ist die ruhige, bezahlbare Mitte zwischen all dem.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Barockes Erbe
Ein Rundgang durch das barocke Sankt Pölten: vom Rathausplatz mit der Mariensäule über den Domplatz zum Dom mit seinen Daniel-Gran-Fresken, weiter zum Institut der Englischen Fräulein und in die Gassen der Fußgängerzone. Die Handschrift von Jakob Prandtauer und Joseph Munggenast, die auch Melk und Dürnstein bauten, zieht sich durch das ganze Viertel.
Moderne & Kultur
Jenseits der Traisen liegt der Regierungs- und Kulturbezirk, der ab 1986 aus dem Boden wuchs. Der gläserne Klangturm bietet von 77 Metern den besten Blick über die Stadt, im Festspielhaus tanzt internationale Avantgarde, im Landesmuseum von Hans Hollein trifft Kunst auf Natur. Ein Nachmittag zwischen Architektur, Bühne und Aussicht.
Wasser & Grün
Sankt Pölten ist grüner, als man denkt. Entlang der Traisen führt eine Promenade vom Hammerpark bis ans Landhausviertel, im Norden laden der Viehofner See und der Ratzersdorfer See zum Baden und Radeln. Der Traisental-Radweg verbindet die Stadt mit den Weinterrassen flussaufwärts und mit der Donau bei Traismauer.
Wachau & Wein
Von Sankt Pölten aus liegt die ganze Region in Reichweite: Krems und das Tor zur Wachau erreichst du in einer knappen Bahnstunde, Melk mit seinem Barockstift sitzt flussaufwärts an der Donau, und Wien ist nur 25 Minuten mit dem railjet entfernt. Wer in Sankt Pölten übernachtet, wohnt günstiger und mittendrin – und ist überall schnell.
03 · Wann
Sankt Pölten liegt im milden Mostviertel an der Schwelle vom pannonischen Osten zum kühleren Alpenvorland – das Klima ist gemäßigt mit warmen Sommern und kalten, eher trockenen Wintern. Die Stadt funktioniert ganzjährig: Im Sommer locken Seen, Promenade und Festivals, von Herbst bis Frühjahr läuft die Spielzeit von Festspielhaus und Landestheater, und die Barockaltstadt ist bei jedem Wetter ein kompaktes Vergnügen.
04 · Häufige Fragen
Ja – gerade als Kontrastprogramm. Auf engstem Raum siehst du eine der ältesten Barockstädte Österreichs und einen kompletten modernen Regierungs- und Kulturbezirk, das Landhausviertel mit Klangturm, Festspielhaus und Landesmuseum. Für Architektur- und Kulturinteressierte ist die Mischung ungewöhnlich, dazu kommt die ruhige, unaufgeregte Atmosphäre und die ideale Lage zwischen Wien und der Wachau.
Die Stadt selbst erlebst du gut an einem vollen Tag: einen Vormittag in der Barockaltstadt rund um Rathaus- und Domplatz, einen Nachmittag im Landhausviertel mit Klangturm und Festspielhaus. Wer Sankt Pölten als Basislager nutzt, um von hier die Wachau, Melk oder Wien zu erkunden, plant zwei bis drei Nächte – die Anbindung per Bahn ist exzellent.
Am einfachsten mit der Bahn: Der St. Pölten Hauptbahnhof liegt an der Westbahn, der railjet aus Wien braucht rund 25 Minuten, aus Linz etwa 50 Minuten. Mit dem Auto erreichst du die Stadt direkt über die A1 (West Autobahn). Der nächste Flughafen ist Wien-Schwechat, etwa 80 Kilometer entfernt und in gut einer Stunde angebunden.
Sehr gut sogar. Krems an der Donau, das Tor zur Wachau, erreichst du per Bahn in einer knappen Stunde, von dort beginnt das Welterbe-Tal mit Dürnstein und den Weinterrassen. Stift Melk liegt flussaufwärts an der Westbahn. Sankt Pölten ist eine günstige, zentrale Übernachtungsbasis, von der aus sich Wachau, Melk und Wien als Tagesausflüge verbinden lassen.
Das Landhausviertel östlich der Traisen ist der Regierungs- und Kulturbezirk, der entstand, nachdem Sankt Pölten 1986 zur Landeshauptstadt Niederösterreichs wurde. Hier sitzen die NÖ Landesregierung und der Landtag, dazu der 77 Meter hohe gläserne Klangturm, das Festspielhaus, das Landestheater und das Landesmuseum von Architekt Hans Hollein – moderne Architektur, gebaut auf einem ehemaligen Industrieareal.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Sankt Pölten und der Wachau.
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