Stadt · Österreich

Graz

Am Uhrturm über der Altstadt zeigt der große Zeiger die Stunden und der kleine die Minuten – Graz nimmt sich seit jeher die Freiheit, Dinge anders zu machen.

6 Stadtviertel11 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Graz-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai bis Anfang Oktober ist ideal: milde Temperaturen, Gastgärten und im Spätsommer die Weinlese. Höhepunkte sind das Straßenkunstfestival La Strada im Sommer und das Trachten- und Genussfest „Aufsteirern“ im Herbst. Im Advent verwandeln stimmungsvolle Märkte die Innenhöfe der Altstadt.
Mobilität vor Ort
Die kompakte Altstadt erkundet man zu Fuß; für längere Wege gibt es ein dichtes Straßenbahnnetz.
Nahverkehr
Straßenbahnen und Busse der Holding Graz verbinden Zentrum und Bezirke; die Altstadt ist weitgehend autofrei.
Vom Flughafen
Der Flughafen Graz liegt rund 10 km südlich, mit Bahn und Bus ans Zentrum angebunden.
Über Graz

Reisen nach Graz

Graz ist mit rund 307.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Österreichs und trägt eine Altstadt, die seit 1999 zum UNESCO-Welterbe zählt; 2010 kam Schloss Eggenberg als Erweiterung dazu. Vom Hauptplatz mit seinem historistischen Rathaus führen Sporgasse und Herrengasse an Renaissance-Arkadenhöfen vorbei, im Landeszeughaus stapeln sich auf vier Stockwerken rund 32.000 Harnische, Helme und Waffen, und über allem liegt der bewaldete Schlossberg mit dem Uhrturm, den die Grazer 1809 von Napoleons Sprengkommandos freikauften. Gegenüber, am westlichen Murufer, wölbt sich das Kunsthaus als blau schimmernder Baukörper aus dem Kulturhauptstadtjahr 2003, davor liegt die schwimmende Murinsel von Vito Acconci. Dazu kommt eine sehr junge Stadt: acht Hochschulen machen Graz zum zweitgrößten Universitätsstandort des Landes, seit 2011 ist es UNESCO City of Design, und im Süden beginnt keine Autostunde entfernt die Südsteirische Weinstraße. Kürbiskernöl, Käferbohnen und Schilcher liegen auf den Märkten, das Umland liefert sie – deshalb nennt sich Graz Genusshauptstadt.

Graz – Karte
Reiseführer

Graz von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um sieben Uhr früh schlägt die Liesl im Glockenturm ihre 101 Schläge über die Dächer, unten am Kaiser-Josef-Platz stapeln die Standlerinnen die ersten Kisten Käferbohnen auf die Tische, und darüber steht der Uhrturm mit seinen vertauschten Zeigern. Österreichs zweitgrößte Stadt benimmt sich wie keine zweite – Welterbe-Altstadt und blau schimmernder Kunstbau am Fluss, Landesregierung und rund 60.000 Studierende, Renaissance-Arkaden und internationale Läden an der Annenstraße, alles auf Gehdistanz. Wer aus Wien oder München anreist, wundert sich meist zuerst darüber, wie südlich sich das anfühlt.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Graz

Der gesamte Welterbe-Kern passt in einen Kreis von gut einem Kilometer Durchmesser – für die großen Namen brauchst du kein einziges Verkehrsmittel.

Der Schlossberg ist der Bezugspunkt für alles andere. Der bewaldete Dolomitfelsen erhebt sich rund 123 Meter über den Hauptplatz, trug jahrhundertelang die Festung, der die Stadt ihren Namen verdankt, und wurde 1809 nach dem Frieden von Schönbrunn auf Napoleons Anordnung geschleift. Zwei Bauwerke überlebten, weil die Bürger sie freikauften: der Uhrturm und der Glockenturm. Der Uhrturm misst 28 Meter, und seine vier Zifferblätter tragen einen großen Zeiger für die Stunden und einen kleinen für die Minuten – ein Erbe der Zeit, als die Uhr überhaupt nur einen Zeiger hatte und der zweite später schlicht kleiner ausfiel. Im Glockenturm nebenan hängt die Liesl, eine der größten Glocken der Steiermark; sie läutet um 7, 12 und 19 Uhr jeweils 101 Schläge.

Unten führt vom Hauptplatz mit dem historistischen Rathaus und dem Erzherzog-Johann-Brunnen die Herrengasse nach Süden, die Prachtachse der Stadt. An ihr steht das Gemalte Haus, dessen Fassade im 18. Jahrhundert vollflächig mit mythologischen Szenen bemalt wurde und bis heute aus der Reihe fällt. Hinter der Nummer 16 öffnet sich der Landhaushof, ein dreigeschossiger Arkadenhof im lombardischen Renaissancestil aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, in dem im Sommer gespielt und gesessen wird; im selben Gebäudekomplex liegt das Landeszeughaus. Parallel dazu windet sich die Sporgasse als älteste Verbindung Richtung Schlossberg bergauf, mit dem steinernen Türken am Erker des Palais Saurau, der seit Generationen zum Standardfoto gehört.

Ein paar Schritte östlich beginnt das kirchliche und höfische Graz. Der Dom, dem heiligen Ägydius geweiht, entstand ab 1438 unter Herzog Friedrich V., dem späteren Kaiser Friedrich III.; an seiner Südwand hat sich das Landplagenbild von 1485 erhalten, ein stark verwittertes Fresko, das Heuschrecken, Pest und Türkeneinfälle in einem einzigen Bild zusammenzieht. Direkt daneben steht das Mausoleum Kaiser Ferdinands II., außen von Pietro de Pomis entworfen, im Inneren später von Johann Bernhard Fischer von Erlach ausgestattet. Gegenüber, in der Burg, führt die Doppelwendeltreppe von 1499 zwei steinerne Läufe so ineinander, dass sie sich auf jedem Stockwerk treffen und wieder trennen – ein Stiegenhaus, vor dem heute mehr Leute stehen bleiben als vor mancher Kirche.

Das zweite Graz ist keine dreißig Jahre alt. Für das Kulturhauptstadtjahr 2003 entwarfen Peter Cook und Colin Fournier das Kunsthaus am westlichen Murufer, einen biomorphen Baukörper aus blauen Acrylglasplatten, dessen Medienfassade BIX von realities:united mit 930 Leuchtringen Zeichen über den Fluss schreibt. Fast gleichzeitig setzte der New Yorker Künstler Vito Acconci die Murinsel ins Wasser, eine begehbare Stahlmuschel mit Café, kleinem Amphitheater und Spielplatz, über zwei Stege vom Ufer aus erreichbar. Dazu kommen die neobarocke Oper von Fellner und Helmer aus dem Jahr 1899, vor der Hartmut Skerbischs stählernes Lichtschwert in den Himmel sticht, und im Westen der Stadt das Barockschloss Eggenberg.

Sehenswürdigkeiten in Graz

Alle 11 Sehenswürdigkeiten
Schlossberg & Uhrturm

Der Grazer Schlossberg und der Weg hinauf zum Uhrturm

Für den Aufstieg brauchst du je nach Route zwischen zwei Minuten und einer Viertelstunde – oben steht in beiden Fällen dasselbe Panorama.

Schlossberg und Uhrturm
Schlossberg und Uhrturm

Der Schlossberg ist ein Dolomitriff mitten in der Stadt und der Grund, warum es Graz überhaupt gibt: Der Name geht auf das slawische gradec zurück, die kleine Burg. Die Festung, die hier oben stand, wurde nie erstürmt – erobert wurde sie am Verhandlungstisch. Nach der Niederlage gegen Napoleon verpflichtete der Frieden von Schönbrunn 1809 Österreich zur Schleifung, und die Sprengkommandos arbeiteten sich Bastion für Bastion durch den Berg. Was blieb, sind Mauerreste, Kasematten, ein paar Tore und die beiden Türme, die die Bürgerschaft mit einer Ablöse freikaufte. Seither ist der Schlossberg keine Wehranlage mehr, sondern ein öffentlicher Park mit dem besten Blick der Stadt.

Hinauf kommst du auf vier Arten, und sie unterscheiden sich vor allem im Kraftaufwand. Der Kriegssteig steigt vom Schlossbergplatz in 260 Stufen im Zickzack die Felswand hinauf; Kriegsgefangene schlugen ihn im Ersten Weltkrieg in den Stein, und wer ihn nimmt, hat nach gut zehn Minuten die schönste Annäherung hinter sich. Bequemer ist die Schlossbergbahn, die seit 1894 vom Kaiser-Franz-Josef-Kai hinauffährt, oder der Schlossberglift, ein gläserner Aufzug, der im Inneren des Felsens in Sekunden nach oben schießt und barrierefrei funktioniert. Die vierte Variante ist der gemächliche Serpentinenweg vom Paulustor herauf, der ohne Stufen auskommt und sich auch mit Kinderwagen fahren lässt.

Oben ist der Berg ein weitläufiger Park. Zwischen Uhrturm und Glockenturm liegen Wiesen, alter Baumbestand, der Türkenbrunnen mit seinem knapp hundert Meter tiefen Schacht und die Kasemattenbühne, eine Freilichtbühne in den Resten der alten Festungsmauern, die im Sommer bespielt wird. Am Uhrturm steht das Geländer, an dem alle fotografieren – von hier fällt der Blick über die komplette Altstadt, über die Mur und bei klarer Sicht bis in die Hügel im Süden. Wer den Nachmittag ausdehnen will, setzt sich ins aiola upstairs mit seiner Terrasse über der Stadt; abends ist das der beste Ort für den Übergang vom Sightseeing zum Abendessen.

Der überraschendste Teil des Schlossbergs liegt innen. Ab 1943 trieben Zwangsarbeiter ein Stollensystem von rund 6,3 Kilometern Länge in den Fels, das im Luftkrieg zehntausenden Grazern als Schutzraum diente. Ein Teil davon ist heute öffentlich zugänglich: Der Dom im Berg ist eine Veranstaltungshalle unter dem Uhrturm, die Grazer Märchenbahn zieht mit kleinen Kindern durch beleuchtete Szenen, und seit 2019 führt die Schlossbergrutsche auf 170 Metern durch das Berginnere – die längste Untergrundrutsche der Welt. Die Fahrt selbst dauert Sekunden, das Anstellen davor deutlich länger. An heißen Sommertagen und bei Regen ist der Andrang am größten, sei also früh dort.

Museen & Kunst

Museen in Graz vom Landeszeughaus bis zum Kunsthaus

Fast alle großen Häuser der Stadt hängen am selben Museumsverbund, was die Planung erleichtert und den Eintritt spürbar billiger macht.

Kunsthaus und Murinsel
Kunsthaus und Murinsel

Der gemeinsame Nenner heißt Universalmuseum Joanneum. Erzherzog Johann stiftete es 1811 und schuf damit das älteste öffentliche Museum Österreichs; heute hängt daran rund ein Dutzend Standorte in Graz und der Steiermark, vom Landeszeughaus über das Kunsthaus bis zu Schloss Eggenberg. Praktisch bedeutet das, dass es ein Ticket gibt, das 24 Stunden lang in allen Häusern gilt. Wer zwei oder drei Museen an einem Tag schafft, fährt damit deutlich günstiger als mit Einzelkarten, und weil die Häuser in der Innenstadt kaum fünf Gehminuten auseinanderliegen, geht sich das ohne Hetze aus. Prüfe vor dem Besuch die Ruhetage, die nicht in allen Häusern gleich liegen.

Das Landeszeughaus in der Herrengasse ist das Haus, das es in dieser Form sonst nirgends gibt. Die steirischen Landstände ließen es zwischen 1642 und 1645 als zentrales Waffenlager für die Grenzverteidigung gegen das Osmanische Reich errichten, und weil es später nie ausgeräumt wurde, stehen dort bis heute rund 32.000 Objekte aus dem 15. bis 18. Jahrhundert – Harnische, Kettenhemden, Helme, Hellebarden, Radschlossgewehre – auf vier Stockwerken so dicht gepackt, wie sie damals eingelagert wurden. Das ist kein kuratiertes Museum, sondern ein konserviertes Depot, und genau daraus zieht es seine Wirkung. In den Wintermonaten ist der Zugang eingeschränkt und großteils nur mit Führung möglich.

Auf der anderen Murseite zeigt das Kunsthaus Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst, wobei die Architektur mindestens so präsent ist wie das Programm; aus dem Needle, einer verglasten Auskragung im obersten Geschoss, blickst du über den Fluss auf die Altstadtdächer. Zurück am östlichen Ufer führt hinter der Herrengasse eine Freitreppe hinunter ins Joanneumsviertel, einen abgesenkten Platz, von dem aus Neue Galerie, Naturkundemuseum und Landesbibliothek gemeinsam erschlossen sind. Wer sich für die Stadt selbst interessiert, geht ins Museum für Geschichte in der Sackstraße. Im September und Oktober kommt der steirische herbst dazu, seit 1968 eines der ältesten Festivals für zeitgenössische Kunst in Europa, das Bühnen und Leerstände in der ganzen Stadt bespielt.

Schloss Eggenberg im Westen der Stadt ist der aufwendigste Besuch und der lohnendste, wenn du Zeit mitbringst. Hans Ulrich von Eggenberg ließ die Anlage ab 1625 von Giovanni Pietro de Pomis als begehbares Kalendermodell bauen: 365 Außenfenster für die Tage des Jahres, 24 Prunkräume für die Stunden, dazu vier Ecktürme und der Planetensaal als Höhepunkt der Raumfolge. Die Prunkräume sind ausschließlich mit Führung zugänglich und nur in der Saison, ungefähr von April bis Oktober – plane das ein, sonst stehst du vor verschlossenen Türen. Im selben Schloss liegen die Alte Galerie, das Münzkabinett und das Archäologiemuseum mit dem Kultwagen von Strettweg. Der Park mit seinen frei laufenden Pfauen ist deutlich länger geöffnet als die Innenräume.

Rundgang & Tagesplan

Graz an einem Tag – ein Rundgang durch die Welterbe-Altstadt

Vom Hauptplatz bis zum Kunsthaus sind es keine zehn Gehminuten, und der ganze Rundgang kommt mit einer einzigen Bergfahrt aus.

Starte am Hauptplatz, solange die Marktstände dort noch aufbauen und das Licht schräg über die Fassaden fällt. Ein Blick auf Rathaus und Erzherzog-Johann-Brunnen, dann hinein in die Sporgasse, die sich als älteste Gasse der Stadt bergauf windet – unterwegs der steinerne Türke am Erker des Palais Saurau. Am Schlossbergplatz entscheidest du dich zwischen den 260 Stufen des Kriegssteigs und dem gläsernen Lift im Berginneren. Oben gehörst du in der ersten Stunde nach Öffnung zu den wenigen am Uhrturm; wer mit Kindern unterwegs ist, hängt gleich die Schlossbergrutsche oder die Märchenbahn an, bevor die Schlangen wachsen.

Absteigen dann auf der Ostseite über den Serpentinenweg zum Paulustor und weiter zur Burg, wo die Doppelwendeltreppe von 1499 in einem Stiegenhaus zwei Läufe verschränkt. Gleich daneben liegen der Dom mit dem Landplagenbild an der Südwand und das Mausoleum Ferdinands II. Über die Bürgergasse erreichst du die Herrengasse mit dem Gemalten Haus, dahinter den Landhaushof und das Landeszeughaus – für die 32.000 Objekte im Zeughaus solltest du mindestens eine Stunde einplanen. Mittagessen passt danach ins Gewölbe des Landhauskellers oder, wenn es schnell gehen soll, im Stehen bei Frankowitsch mit belegten Broten und einem Glas Wein.

Am Nachmittag verschiebt sich der Rundgang Richtung Fluss. Um 15 Uhr treten am Glockenspielplatz die beiden Figuren aus dem Giebel, und wer sie verpasst, hat um 18 Uhr die nächste Gelegenheit. Zwei Gassen weiter führt im Kaufhaus Kastner & Öhler an der Sackstraße ein Lift auf die Dachterrasse, von der du über die Altstadtdächer direkt auf den Schlossberg schaust – ein Altstadtblick, für den du weder Stufen steigen noch Eintritt zahlen musst. Danach über die Hauptbrücke ans westliche Ufer zum Kunsthaus, hinunter auf die Murinsel und weiter zum Lendplatz, wo der Nachmittag mit Kaffee oder einem frühen Aperitif ausklingt.

Für den Abend zurück in die Altstadt, wo sich rund um Mehlplatz, Färberplatz und Prokopigasse die Lokale drängen; reservieren schadet auch unter der Woche nicht. Wer zwei Tage hat, nimmt am nächsten Vormittag die Straßenbahn nach Eggenberg, macht die Führung durch die Prunkräume und den Park, und verbringt den Nachmittag zwischen Stadtpark, Oper und Joanneumsviertel. Ein dritter Tag gehört entweder der Südsteirischen Weinstraße mit Buschenschank oder dem Schöckl mit der Seilbahn ab St. Radegund. Mehr als drei Tage brauchst du für Graz selbst nicht – aber du wirst sie gern hergeben, wenn du das Umland mitnimmst.

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Stadtviertel

Die Grazer Stadtviertel von der Inneren Stadt bis Gries

Die Mur trennt in Graz nicht nur zwei Ufer, sondern zwei Temperamente – und dazwischen liegen fünf Gehminuten.

Schloss Eggenberg
Schloss Eggenberg

Die Innere Stadt ist der Welterbe-Kern und der erste Bezirk, ein dichtes Geflecht aus Gassen, Durchhäusern und Innenhöfen zwischen Schlossberg und Opernring. Hier stehen Hauptplatz, Herrengasse, Landhaus, Dom, Burg und das Landeszeughaus, hier liegen die Museen des Joanneumsviertels, das Kaufhaus Kastner & Öhler und der Kaiser-Josef-Markt am östlichen Rand. Wer zum ersten Mal in Graz ist und wenig Zeit hat, wohnt am besten in diesem Umkreis, weil sich alles zu Fuß erledigen lässt. Der Preis dafür ist der Trubel an Wochenenden und die Tatsache, dass du dein Auto hier ohnehin stehen lässt.

Auf dem westlichen Murufer liegen Lend und Gries, historisch die Arbeiter- und Handwerkerseite der Stadt und heute die Adresse für alle, die abends nicht in der Altstadt sitzen wollen. Lend hat mit dem Kunsthaus einen Katalysator bekommen, der ab 2003 Galerien, Bars und Ateliers nach sich zog; rund um Lendplatz und Mariahilferplatz mit der barocken Wallfahrtskirche findest du inzwischen die eigenwilligsten Lokale der Stadt. Gries schließt südlich an, mit dem Griesplatz als Drehscheibe und internationalen Lebensmittelläden, in denen Graz seinen Alltag einkauft. Wer das Etikett Szeneviertel scheut, geht trotzdem hin, allein wegen der Märkte.

Nördlich und östlich der Innenstadt schließen Geidorf und St. Leonhard an, die beiden bürgerlichen Gründerzeitbezirke. Geidorf zieht sich vom Stadtpark nach Norden, mit breiten Alleen, Villen an den Hängen und der Zinzendorfgasse als Studentenmeile nahe dem Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität. St. Leonhard grenzt östlich daran, ruhiger, mit hohen Altbauten, Kliniken und einem dichten Netz aus Kaffeehäusern. Beide Bezirke sind vom Hauptplatz in einer Viertelstunde zu Fuß erreichbar und deutlich leiser als die Innenstadt – die naheliegende Wahl, wenn du länger als zwei Nächte bleibst oder mit Kindern reist.

Südlich der Altstadt beginnt Jakomini, benannt wie der Verkehrsknoten Jakominiplatz nach Kaspar Andreas von Jakomini, der hier im 18. Jahrhundert eine ganze Vorstadt anlegen ließ. Der Bezirk ist urban und gemischt, mit dem Augarten als grünem Streifen an der Mur, dem Messegelände und einem hohen Studierendenanteil; von hier sind es zu Fuß zehn Minuten in die Altstadt und ebenso lang zum Hauptbahnhof-Bereich mit der Straßenbahn. Wer Graz von der Peripherie her verstehen will, fährt außerdem nach Westen in den Bezirk Eggenberg, wo das gleichnamige Schloss mit seinem Park liegt – von der Innenstadt eine gute Viertelstunde mit der Straßenbahn.

Übernachten

Hotels in Graz und die passende Lage für deinen Aufenthalt

Graz ist klein genug, dass die Lagefrage weniger über Wege entscheidet als über die Geräuschkulisse vor dem Fenster.

Die Grundentscheidung lautet Altstadt, Murufer oder Bahnhof. In der Inneren Stadt wohnst du zwischen den Sehenswürdigkeiten und gehst abends überall zu Fuß hin, zahlst dafür aber die zentralsten Preise und hörst an Wochenenden die Lokale rund um den Färberplatz. Am Murufer bist du in drei Minuten über die Brücke im Zentrum und gleichzeitig nah an den Abenden im Lendviertel. Rund um den Hauptbahnhof ist es am unpersönlichsten, aber am praktischsten für alle, die mit der Bahn kommen und weiterfahren. Für die Stadt selbst sind zwei bis drei Nächte der übliche Zuschnitt; wer Schöckl, Vulkanland oder Weinstraße anhängt, bleibt drei bis vier – und muss dafür das Hotel nicht wechseln.

Direkt am Fuß des Schlossbergs liegt das Schlossberghotel, ein Boutiquehaus, das zeitgenössische Kunst in die Zimmer und auf die Dachterrasse holt und dich morgens ohne Umweg zum Aufstieg schickt. Ein paar Gassen weiter, in Domnähe, arbeitet das Boutique Hotel Dom mit dem gleichen Prinzip in einem historischen Stadthaus – kleine Zimmerzahl, viel Charakter, kurze Wege zu Burg, Dom und Herrengasse. Beide Häuser sind die richtige Wahl, wenn du für zwei Nächte kommst und das Auto zu Hause lässt; Stellplätze haben Altstadthotels in Graz praktisch nie, du landest in einer der Tiefgaragen ringsum.

Am Fluss steht das Grand Hôtel Wiesler mit seiner Jugendstilfassade genau gegenüber der Murinsel, ein Haus mit langer Geschichte und einem Erdgeschoss, das eher Wohnzimmer als Lobby ist. Gleich in der Nachbarschaft liegt das Hotel Weitzer am Murufer, größer und klassischer, mit kurzem Weg über die Brücke in die Altstadt. Wer es ruhiger und grüner mag, sieht sich östlich und südlich der Innenstadt um: Das Parkhotel Graz liegt östlich am Stadtpark, das Augarten Hotel südlich am gleichnamigen Park und zeigt im ganzen Haus zeitgenössische österreichische Kunst. Alle vier sind vom Zentrum aus zu Fuß erreichbar.

Für Bahnreisende ist das Hotel Daniel direkt am Hauptbahnhof die unkomplizierteste Adresse, ein reduziertes Designhaus, von dem die Straßenbahn in wenigen Minuten zum Hauptplatz fährt. Zur Preisfrage: Graz ist im Vergleich zu Wien und Salzburg moderat, aber die Termine machen den Unterschied. Wenn im September Aufsteirern die Altstadt füllt und bis in den Oktober der steirische herbst läuft, wenn im Advent die Christkindlmärkte anziehen oder eine große Messe in Jakomini stattfindet, sind zentrale Häuser früh ausgebucht und deutlich teurer. Unter der Woche im November oder Februar bekommst du dieselben Zimmer zu einem Bruchteil.

Hotels in Graz

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Graz und was die Steiermark auf den Teller bringt

Kürbiskernöl kommt hier nicht als Gag auf den Tisch, sondern als Grundzutat – auch über dem Vanilleeis.

Die steirische Küche ist bäuerlich, säurebetont und weniger schwer, als man es aus dem restlichen Österreich kennt. Das dunkelgrüne Steirische Kürbiskernöl mit geschützter geografischer Angabe liegt über Käferbohnensalat, über Vogerlsalat mit Kernöl und Apfelessig und tatsächlich auch über Vanilleeis, wo es überraschend gut funktioniert. Dazu kommen das Backhendl, in Schmalz gebackenes Huhn mit Kartoffel-Vogerlsalat, das Wurzelfleisch mit Kren, das Verhackerte als Speckaufstrich auf Bauernbrot und der Grazer Krauthäuptl, eine alte regionale Salatsorte, die kaum je aus der Steiermark hinauskommt. Wer ein einziges Gericht probieren will, nimmt Käferbohnen mit Kernöl – simpler geht Steiermark nicht.

Für die klassische Wirtshausvariante sind mehrere Adressen in der Altstadt eingespielt. Der Landhauskeller serviert steirische Küche in einem historischen Gewölbe unweit des Landhauses, das Glöckl Bräu am Glockenspielplatz braut sein Bier selbst und kocht dazu bodenständig, und das Gasthaus Stainzerbauer in der Bürgergasse steht seit Jahrzehnten für Schmankerl in einem verwinkelten Altstadthaus mit Innenhof. Der Steirer wiederum übersetzt dieselbe Küche ins kleine Format und stellt steirische Tapas zum Teilen auf den Tisch, was gerade zu zweit oder zu viert gut aufgeht. Reserviere für den Abend, gerade freitags und samstags.

Zwei Grazer Institutionen fallen aus jedem Raster. Das Frankowitsch in der Stempfergasse ist ein Stehbuffet, in dem seit Generationen belegte Brote über die Theke gehen – du bestellst drei oder vier Stück, dazu ein Glas Wein, isst im Stehen und bist in zwanzig Minuten fertig, ohne dass es hektisch wirkt. Das aiola upstairs sitzt dagegen oben auf dem Schlossberg, mit Terrasse über den Dächern und gehobener österreichischer Küche; für einen Sonnenuntergang lohnt sich die Reservierung Wochen vorher. Beide zusammen ergeben ein gutes Bild davon, wie breit die Stadt kulinarisch aufgestellt ist.

Fleischlos isst man in Graz auffällig gut, was mit den vielen Studierenden und der Marktnähe zu tun hat. Mangolds an der Griesgasse stellt seit Jahrzehnten ein wechselndes vegetarisches Buffet aus regionalen Zutaten hin, das nach Gewicht abgerechnet wird; das Scherbe im Lendviertel kocht rein pflanzlich vom Frühstück bis zum Abend. Beide liegen auf der westlichen Murseite, in Gehweite der Hauptbrücke. Getrunken wird steirisch: Sauvignon Blanc, Morillon und Gelber Muskateller aus der Südsteiermark, Schilcher aus der Weststeiermark, im Herbst der trübe, halbvergorene Sturm. Und weil viele Wirtshäuser sonntags oder montags schließen, prüf die Ruhetage, bevor du dich auf ein bestimmtes Haus festlegst.

Restaurants in Graz

Alle 8 Restaurants
Märkte & Genuss

Märkte und Kürbiskernöl in der Genusshauptstadt Graz

Graz nennt sich Genusshauptstadt, und der Beweis dafür steht werktags vormittags in Kisten auf zwei Plätzen der Stadt.

Der Kaiser-Josef-Markt vor der Oper ist der größte Bauernmarkt der Stadt und an den Vormittagen von Montag bis Samstag in Betrieb. Was dort liegt, kommt überwiegend aus einem Umkreis von wenigen Autostunden – Käferbohnen, Krauthäuptl, Äpfel aus der Oststeiermark, Käse, Most, Kürbiskernöl in dunklen Flaschen. Der zweite große Markt liegt auf der anderen Murseite am Lendplatz und ist eine Spur rauer, mit Standln, an denen man morgens im Stehen frühstückt. Beide Märkte sind keine Inszenierung für Besucher, sondern Alltag, und genau deshalb funktionieren sie als Einstieg in die steirische Küche besser als jedes Restaurant.

Das steirische Kürbiskernöl verdient eine eigene Erklärung, weil es sich von jedem anderen Speiseöl unterscheidet. Es wird aus den schalenlosen Kernen des Steirischen Ölkürbis gepresst, die vorher geröstet werden – daher die dunkelgrüne, fast schwarze Farbe und der nussige Geschmack. Für einen Liter braucht es rund zweieinhalb Kilogramm Kerne, also die Ausbeute von etwa dreißig Kürbissen, was den Preis erklärt. Als Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. ist die Herkunft geschützt; achte beim Kauf auf die Banderole mit der Kontrollnummer. Erhitzen solltest du es nicht, es gehört ausschließlich über kalte oder lauwarme Speisen.

Wenn du das gebündelt haben willst, nimm einen kulinarischen Stadtrundgang. Die geführten Genusstouren durch die Altstadt kombinieren Marktbesuch, Verkostungen von Kernöl, Käferbohnen, Schinken und Bauernkrapfen mit den historischen Stationen dazwischen, und der Nebeneffekt ist, dass du hinterher weißt, in welchem Laden du das Mitbringsel kaufst. Für Selbstorganisierte reicht auch ein Vormittag mit Marktrunde, einem Stück Brot mit Verhackertem und einem Espresso in einem der Kaffeehäuser rund um den Hauptplatz. Beides ist ein guter erster Halbtag, bevor du dich an die Museen machst.

Der zweite Teil der Genussgeschichte liegt außerhalb. Südlich von Graz beginnt nach knapp einer Autostunde die Südsteirische Weinstraße mit ihren steilen Rebzeilen, den hölzernen Klapotetzen und den Buschenschanken, in denen es Brettljause und offenen Wein gibt. Geführte Genusstouren ab Graz nehmen dir dabei die Fahrerfrage ab, was bei Verkostungen der ausschlaggebende Punkt ist – die Kontrolldichte auf den Landstraßen ist hoch, und die Grenzwerte sind niedrig. Im Herbst kommt die Weinlese dazu, mit Sturm und geschlossenen Gesellschaften in den Buschenschanken; ruf dann vorher an, statt auf gut Glück hinzufahren.

Aktivitäten & Touren in Graz

Anreise & vor Ort

Anreise nach Graz und unterwegs in der Stadt

Graz liegt abseits der großen Nord-Süd-Achsen, ist aber seit Ende 2025 deutlich besser vernetzt als jahrzehntelang zuvor.

Mit der Bahn kommst du aus Wien am bequemsten: Die Südstrecke über den Semmering wird stündlich bedient, die Fahrt dauert rund zweieinhalb Stunden. Nach Süden hat sich die Landkarte im Dezember 2025 verändert, als die Koralmbahn in Betrieb ging – Klagenfurt liegt seither nur noch etwa 45 Minuten entfernt, was Kärnten als Tagesziel überhaupt erst realistisch macht. Aus München reist du über Salzburg an und solltest je nach Verbindung mit fünf bis sechs Stunden rechnen. Der Grazer Hauptbahnhof liegt westlich der Altstadt; von dort fahren mehrere Straßenbahnlinien in wenigen Minuten zum Hauptplatz, zu Fuß sind es gut zwanzig.

Mit dem Auto führt aus Wien die A2 über den Wechsel nach Graz, Fahrzeit rund zwei Stunden. Aus dem deutschen Süden nimmst du entweder die A9 über den Pyhrnpass ab Linz oder die Tauernroute über Salzburg; ab München bist du in gut vier bis fünf Stunden da. Für österreichische Autobahnen brauchst du eine Vignette, für einzelne Tunnelstrecken kommt eine Sondermaut dazu. In der Stadt selbst gilt in den inneren Bezirken flächendeckend Kurzparkzone, und in die Altstadt fährst du gar nicht erst hinein – steuere eine der Tiefgaragen am Rand des Zentrums an und geh die letzten Minuten zu Fuß.

Der Flughafen Graz liegt rund zehn Kilometer südlich der Stadt bei Feldkirchen und ist klein; das Streckennetz ist überschaubar und für Reisende aus Deutschland selten die erste Wahl. Wenn du doch fliegst, bringt dich die S-Bahn in gut zehn Minuten zum Hauptbahnhof, alternativ fährt ein Bus. Praktischer ist für viele die Kombination aus Flug nach Wien und Bahn weiter nach Graz, weil der Zug direkt vom Flughafen Wien wegfährt. Wer eine Rundreise plant, kombiniert Graz gut mit Wien im Norden, Klagenfurt und dem Wörthersee im Süden und Slowenien, dessen Grenze keine Autostunde entfernt liegt.

In der Stadt selbst brauchst du fast nichts. Die Altstadt ist kompakt und weitgehend verkehrsberuhigt, alles Wesentliche liegt innerhalb eines Kilometers. Für längere Wege gibt es ein dichtes Straßenbahn- und Busnetz, dessen Linien am Jakominiplatz zusammenlaufen; die Innenstadt liegt in einer einzigen Tarifzone, Tickets bekommst du am Automaten und in der App. Schlossbergbahn und Schlossberglift werden separat abgerechnet – frag vor Ort nach den aktuellen Kombitickets. Radfahren funktioniert gut, vor allem am Murradweg entlang des Flusses, und im Winter solltest du auf glatte Pflastergassen in der Altstadt gefasst sein.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge

Ausflüge ab Graz in die Steiermark

Von Graz aus erreichst du in einer Stunde Weinberge, einen 1.445 Meter hohen Hausberg und eine Burg auf einem Vulkanfelsen.

Der klassische Ausflug führt nach Süden auf die Südsteirische Weinstraße. Zwischen Ehrenhausen, Gamlitz und Kitzeck ziehen sich die Rebzeilen so steil über die Hügel, dass die Straßen in engen Kurven darüber hinweggehen; an den Hängen klappern die Klapotetzen, hölzerne Windräder, die eigentlich Vögel vertreiben sollen und längst das Wahrzeichen der Gegend sind. Getrunken wird Sauvignon Blanc, Morillon und Gelber Muskateller, gegessen wird Brettljause im Buschenschank. Wer selbst fährt, plant die Verkostung ans Ende und bleibt beim Ausspucken – oder nimmt eine geführte Tour ab Graz und überlässt das Fahren jemand anderem.

Nordöstlich der Stadt steht der Schöckl, der Grazer Hausberg, mit 1.445 Metern hoch genug für echte Fernsicht. Die Talstation der Seilbahn liegt in St. Radegund, rund fünfzehn Kilometer außerhalb, und die Auffahrt dauert nur wenige Minuten. Oben führen Wege über den langgezogenen Gipfelrücken, es gibt Almwiesen, eine Hütte und bei klarem Wetter Blick bis in die Niederen Tauern. Ein halber Tag reicht für Auffahrt und eine Runde über den Rücken; wer mehr Zeit hat, wandert über die Almen ins Tal ab.

In die andere Richtung, nordwestlich im Murtal, liegt der zweite Halbtagsausflug. Rund fünfzehn Kilometer außerhalb zeigt das Österreichische Freilichtmuseum Stübing etwa hundert historische Bauernhäuser aus allen Bundesländern, die in einem bewaldeten Tal wieder aufgebaut wurden – dazwischen Wiesen, Bachläufe und ein Weg, der das ganze Tal hinaufführt. Gleich in der Nachbarschaft liegt Stift Rein, 1129 gegründet und damit das älteste durchgehend bestehende Zisterzienserkloster der Welt, mit barockisierter Stiftskirche. Beides erreichst du über die A9 nach Norden, also genau in der Gegenrichtung zum Schöckl – die beiden Ziele an einem Tag zu verketten, kostet mehr Fahrzeit, als es wert ist.

Östlich von Graz beginnt das Vulkanland, eine hügelige Landschaft auf erloschenen Vulkankegeln. Auf einem davon thront die Riegersburg, eine der größten Wehranlagen des Landes, zu der ein steiler Fußweg oder ein Schrägaufzug hinaufführt; im Sommer gibt es dort auch Greifvogelvorführungen. Unterhalb der Burg produziert die Schokoladenmanufaktur Zotter, deren Betrieb sich besichtigen lässt und die für Kinder mindestens so interessant ist wie die Festung. Rundherum liegen Buschenschanken, Thermen und Betriebe, die Schinken, Apfelsaft und Kernöl direkt ab Hof verkaufen – ein Tagesausflug, der sich gut mit dem Auto verketten lässt.

Nach Westen führt der Weg in die Weststeiermark, wo in Piber bei Köflach das Bundesgestüt der Lipizzaner liegt – dort werden die Pferde gezüchtet, die später in der Spanischen Hofreitschule in Wien auftreten, und Führungen zeigen Stallungen und Fohlenweiden. Wenige Kilometer entfernt steht in Bärnbach die von Friedensreich Hundertwasser umgestaltete Pfarrkirche St. Barbara mit ihrer bunten Fassade und der goldenen Zwiebel. Und für den größeren Radius gilt seit Ende 2025 eine neue Rechnung: Mit der Koralmbahn ist Klagenfurt am Wörthersee in etwa 45 Minuten erreichbar, Wien in gut zweieinhalb Stunden.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Graz – und welches zu dir passt

Innere StadtInnere StadtDer Welterbe-Kern zwischen Schlossberg und Opernring, dicht gepackt mit Hauptplatz, Herrengasse, Landhaushof, Dom, Burg und Landeszeughaus. Dazwischen Durchhäuser und Innenhöfe, die man von der Gasse aus nicht vermutet, und abends die Lokale rund um Mehlplatz und Färberplatz.Ideal für: Erste Orientierung1–2 TageLendLendDas Viertel am westlichen Murufer, das mit dem Kunsthaus ab 2003 seinen Aufschwung nahm. Rund um Lendplatz mit seinem Markt und den Mariahilferplatz mit der barocken Wallfahrtskirche stehen heute Galerien, Bars, Ateliers und Küchen aus einem halben Dutzend Ländern.Ideal für: Abends ausgehen½ TagGriesGriesSüdlich an Lend anschließend, das internationalste Viertel der Stadt und näher am Alltag als jede Touristenzone. Rund um den Griesplatz reihen sich Lebensmittelläden, Imbisse und Bäckereien, und über die Brücken bist du in wenigen Minuten mitten in der Altstadt.Ideal für: Märkte & Alltag½ TagGeidorfGeidorfDer Gründerzeitbezirk nördlich des Stadtparks, mit breiten Alleen, Villen an den Hängen und der Zinzendorfgasse als Studentenmeile nahe dem Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität. Ruhig, bürgerlich und trotzdem nur eine Viertelstunde zu Fuß vom Hauptplatz entfernt.Ideal für: Ruhig wohnen½ TagSt. LeonhardSt. LeonhardÖstlich an den Stadtpark angrenzend, ein Bezirk aus hohen Altbauten, Kliniken und Kaffeehäusern, in dem viele Studierende wohnen. Wer länger als zwei Nächte in Graz bleibt, findet hier ruhigere Zimmer bei praktisch gleichen Wegen ins Zentrum.Ideal für: Längere Aufenthalte½ TagJakominiJakominiDer urbane Südbezirk, benannt wie der Verkehrsknoten Jakominiplatz nach dem Stadterweiterer Kaspar Andreas von Jakomini. Dazu der Augarten als grüner Streifen an der Mur, das Messegelände und ein hoher Studierendenanteil – zehn Gehminuten von der Altstadt und deutlich günstiger.Ideal für: Stadtleben & Park½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Graz mit Wetter und Festen im Jahreslauf

Graz liegt in einem Becken am Südostrand der Alpen, und das bedeutet warme, gewittrige Sommer und Winter, in denen die Sonne oft über dem Nebel steht.

Das Grazer Klima ist milder als das der meisten österreichischen Städte, weil die Stadt im Windschatten der Alpen und schon am Übergang zum pannonisch-mediterranen Raum liegt. Die Sommer sind warm bis heiß, mit Höchstwerten um 27 Grad im Juli und regelmäßigen Nachmittagsgewittern; die Winter sind kühl, aber selten streng, dafür sorgt die Beckenlage für Inversionswetter mit zäher Kaltluft und zeitweise hoher Feinstaubbelastung. Entscheidender als die Temperatur ist meist der Kalender – Aufsteirern und steirischer herbst im September, die Weinlese im Oktober und die Christkindlmärkte im Advent verändern Andrang und Preise stärker als jedes Thermometer.

Jan4°-3°Inversionswetter, stille Museen
Feb6°-3°kalt und klar, günstige Zimmer
Mär12°1°erstes Grün, Terrassen öffnen
Apr17°5°Saisonstart in Schloss Eggenberg
Mai21°10°lange Abende, alles offen
Jun25°13°warm, Festivalsommer beginnt
Jul27°15°heiß, Gewitter am Nachmittag
Aug26°15°heiß, Stadt in Ferienstimmung
Sep21°11°Aufsteirern und steirischer herbst
Okt16°6°goldenes Licht, Weinlese und Sturm
Nov9°2°grau, Monat für Museen
Dez4°-2°Christkindlmärkte in den Höfen

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Graz sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 21 und 25 Grad, die Gastgärten sind bis in den Abend besetzt, Schloss Eggenberg hat geöffnet, und die Weinstraße im Süden lässt sich als Tagesausflug anhängen. Der September bringt mit Aufsteirern und dem steirischen herbst zusätzlich Programm, kostet dafür an den betreffenden Wochenenden mehr Hotelgeld. Juli und August sind heiß und in der Stadt zäh, dafür ideal für den Schöckl. November und Januar sind die günstigsten Monate und die richtigen für Zeughaus, Joanneumsviertel und lange Kaffeehausnachmittage.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Graz

Wie viele Tage sollte man für Graz einplanen?
Zwei volle Tage decken Altstadt, Schlossberg, Landeszeughaus und Kunsthaus samt Murinsel ab. Der dritte Tag ist der wertvollste, weil dann Schloss Eggenberg mit Führung dazupasst oder ein Ausflug in die Südsteiermark. Ab vier Tagen kombinierst du die Stadt mit Schöckl, Vulkanland oder Weinstraße, ohne das Hotel zu wechseln.
Wie kommt man am schnellsten auf den Schlossberg?
Am schnellsten mit dem Schlossberglift, einem gläsernen Aufzug im Inneren des Felsens, der vom Schlossbergplatz in Sekunden nach oben fährt und barrierefrei ist. Die Schlossbergbahn ab Kaiser-Franz-Josef-Kai ist die historische Variante von 1894. Zu Fuß führt der Kriegssteig in 260 Stufen hinauf, der Serpentinenweg vom Paulustor kommt ohne Stufen aus.
Was sollte man in Graz auf keinen Fall auslassen?
Den Uhrturm auf dem Schlossberg, das Landeszeughaus mit seinen 32.000 Objekten, den Arkadenhof des Landhauses, das Kunsthaus mit der Murinsel davor und die Prunkräume von Schloss Eggenberg. Dazu ein Marktvormittag am Kaiser-Josef-Platz und der Blick von der Dachterrasse des Kaufhauses Kastner & Öhler, der nichts kostet.
Wann ist die beste Reisezeit für Graz?
Mai, Juni und September, mit Höchstwerten zwischen 21 und 25 Grad, offenen Gastgärten und voller Museumssaison. Juli und August sind heiß und gewittrig, eignen sich aber für den Schöckl. Der Advent lohnt wegen der Christkindlmärkte in den Innenhöfen, November und Januar sind die günstigsten Monate für einen reinen Museumsbesuch.
In welchem Viertel wohnt man in Graz am besten?
Für kurze Aufenthalte in der Inneren Stadt, weil dort alles zu Fuß liegt – dafür ist es an Wochenenden laut. Am westlichen Murufer bist du in Minuten im Zentrum und näher an den Abenden im Lendviertel. Geidorf und St. Leonhard sind die ruhigen Gründerzeitbezirke, rund um den Hauptbahnhof wohnst du am praktischsten für die Weiterreise.
Wo parkt man in Graz am besten?
Nicht in der Altstadt. Die inneren Bezirke sind flächendeckend Kurzparkzone, und die meisten Innenstadthotels haben keine eigenen Stellplätze. Steuere eine der Tiefgaragen am Rand des Zentrums an und frag beim Hotel nach Kontingenten oder Rabatten. Wer länger bleibt, stellt den Wagen für die ganze Zeit ab und fährt mit Straßenbahn und zu Fuß.
Was isst man in Graz typischerweise?
Käferbohnensalat und Vogerlsalat mit dunkelgrünem Kürbiskernöl, Backhendl mit Kartoffelsalat, Wurzelfleisch mit Kren und Verhackertes auf Bauernbrot. Dazu der Grazer Krauthäuptl, eine alte regionale Salatsorte aus dem Umland. Getrunken wird Sauvignon Blanc oder Gelber Muskateller aus der Südsteiermark, Schilcher aus dem Westen, im Herbst Sturm.
Eignet sich Graz für eine Städtereise mit Kindern?
Sehr gut, weil vieles auf engem Raum liegt. Auf dem Schlossberg gibt es die 170 Meter lange Rutsche durch das Berginnere und die Märchenbahn in den Stollen, dazu die Fahrt mit Bahn oder Lift. Die Murinsel hat einen Spielplatz, das Landeszeughaus zieht mit Rüstungen zuverlässig, und der Park von Schloss Eggenberg gehört den Pfauen.
Was kann man in Graz bei Regen machen?
Die Museumsdichte ist hoch und die Wege sind kurz. Landeszeughaus, Kunsthaus, Neue Galerie und Naturkundemuseum im Joanneumsviertel sowie das Museum für Geschichte liegen alle im Zentrum, und ein 24-Stunden-Ticket des Universalmuseums Joanneum gilt in allen Häusern. Dazu die Stollen im Schlossberg und ein langer Nachmittag im Kaffeehaus.
Wie kommt man vom Flughafen Graz in die Stadt?
Der Flughafen liegt rund zehn Kilometer südlich bei Feldkirchen. Die S-Bahn braucht von dort gut zehn Minuten zum Hauptbahnhof, alternativ fährt ein Bus, und Taxis stehen vor dem Terminal. Weil das Streckennetz klein ist, reisen viele aus Deutschland günstiger über Wien an und nehmen von dort den Zug direkt ab Flughafen weiter.
Lohnt sich ein Tagesausflug in die Südsteiermark?
Ja, und er ist der beste Grund für einen dritten Tag. Die Südsteirische Weinstraße beginnt knapp eine Autostunde südlich, mit steilen Rebzeilen, Klapotetzen und Buschenschanken zwischen Ehrenhausen, Gamlitz und Kitzeck. Wenn du verkosten willst, nimm eine geführte Tour ab Graz statt des eigenen Autos – die Grenzwerte sind niedrig und die Kontrollen häufig.
Ist Graz teuer?
Im Vergleich zu Wien und Salzburg moderat, bei Essen und Übernachtung etwa auf deutschem Großstadtniveau. Teuer wird es punktuell: an den Wochenenden von Aufsteirern und steirischem herbst im September, im Advent und bei großen Messen. Unter der Woche im November oder Februar zahlst du für dieselben Zimmer oft die Hälfte.

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GrazAm Uhrturm über der Altstadt zeigt der große Zeiger die Stunden und der kleine die Minuten – Graz nimmt sich seit jeher die Freiheit, Dinge anders zu machen.

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