Wer in Graz wirklich essen will, wie die Grazer selbst essen, findet seinen Weg früher oder später in die Stempfergasse. Dort steht das Frankowitsch – kein Restaurant im klassischen Sinne, sondern eine lebendige Feinkostlegende, die seit Jahrzehnten den Rhythmus des Stadtlebens mitbestimmt. Schon am Vormittag drängen sich Stammgäste, Marktbesucher vom nahen Hauptplatz und Büroangestellte an der langen Theke, um sich ihr belegtes Brot der Wahl auszusuchen. Das Stehbuffet ist hier kein Notbehelf, sondern Programm – und wer einmal verstanden hat, dass gutes Essen keine Tischdecke braucht, wird das Frankowitsch sofort lieben. Das Herzstück der Speisekarte sind die handgefertigten Brote: dick belegt mit Aufschnitt aus der Region, mit Liptauer, Eiaufstrich, Räucherlachs oder Schinken, dazu Essiggurkerl und ein Glas Weißwein oder ein Kleiner Brauner – fertig ist das vollständige Grazer Mittagsritual. Die Zutaten kommen aus sorgfältig ausgewählten österreichischen Quellen, die Qualität der Wurstwaren und Käsesorten ist auf einem Niveau, das viele Tischrestaurants nicht erreichen. Wer sich durch die Auslage arbeitet, entdeckt außerdem eine Feinkostauswahl, die zum Mitnehmen einlädt: Pasteten, Chutneys, Essige und regionale Spezialitäten, die als Mitbringsel taugen wie kaum etwas anderes in der Innenstadt. Das Ambiente ist bewusst unglamourös und genau darin liegt sein Reiz. Geflieste Wände, die Patina des Bestehenden, das Klappern von Tellern und das Summen der Gespräche – das Frankowitsch inszeniert sich nicht, es ist einfach da, seit langer Zeit, mit einer Selbstverständlichkeit, die nur echte Institutionen ausstrahlen. Mittags ist der Andrang am größten; wer in Ruhe wählen möchte, kommt besser kurz nach der Öffnung oder am späten Nachmittag. Eine Reservierung ist im klassischen Sinne nicht vorgesehen – das Stehbuffet-Konzept lebt vom Kommen und Gehen. Das Frankowitsch eignet sich perfekt für ein schnelles, aber keineswegs gedankenloses Mittagessen, für einen Einkaufsstopp mit Genussfaktor oder als erste Adresse, wenn man Gästen zeigen will, was Grazer Esskultur jenseits der Touristenmeilen bedeutet. Wer die Stadt wirklich kennenlernen möchte, beginnt hier – mit einem belegten Brot in der Hand und dem Blick auf das Treiben der Stempfergasse.
Österreichische Feinkostküche mit Fokus auf handgefertigte belegte Brote, hochwertige regionale Aufschnittsorten, Käse und Aufstriche wie Liptauer. Ergänzt durch eine Auswahl an Feinkostprodukten – Pasteten, Chutneys und steirische Spezialitäten – sowie klassische Kaffeehausgetränke.
Unglamourös und authentisch: geflieste Wände, die Patina jahrzehntelanger Geschichte, das Klappern von Tellern und lebhafte Gespräche. Das Frankowitsch inszeniert sich nicht – es ist einfach da, mit der Selbstverständlichkeit einer echten Grazer Institution.
