Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Schladming
Den Ortskern hast du in zehn Minuten abgelaufen – die eigentlichen Ziele stehen rundherum und fangen dort an, wo die Gondeln losfahren.
Der Schladminger Stadtplatz ist der einzige Teil des Ortes, der wirklich städtisch wirkt: ein langgezogener Platz mit Gasthäusern, Cafés und Sportgeschäften, an dessen einem Ende die gotische Stadtpfarrkirche St. Achaz steht und wenige Schritte weiter die große evangelische Pfarrkirche mit ihrem hohen Turm. Diese Doppelung ist kein Zufall. Das Ennstal gehört zu den traditionell evangelisch geprägten Gegenden Österreichs, und Schladming war jahrhundertelang eine Bergbaustadt, in der Knappen Silber und Kupfer aus den Tauern holten. 1525 erhoben sich Knappen und Bauern gegen den Landesfürsten, schlugen ein Heer und bezahlten dafür mit der Zerstörung ihrer Stadt – wer heute über den Platz geht, läuft über einen Wiederaufbau, der einige Jahrhunderte zurückliegt.
Vom Ostrand des Stadtplatzes sind es keine zehn Gehminuten bis zur Talstation der Planai-Seilbahn, und damit liegt Schladmings Hausberg näher am Zentrum als in den meisten Alpenorten. Die Gondel bringt dich auf rund 1.900 Meter, im Winter wie im Sommer, und oben öffnet sich der Blick nach Norden auf die Kalkmauer des Dachsteins und nach Süden in die dunklen Kämme der Schladminger Tauern. Unter dir liegt die Nightrace-Strecke, jene Weltcup-Piste, die im Januar unter Flutlicht zum lautesten Ort der Steiermark wird. Außerhalb der Rennwoche fährst du sie einfach als normale Abfahrt hinunter, und im Sommer läufst du daneben zu Fuß ins Tal – gut 1.100 Höhenmeter bergab, für die Knie ein ernstzunehmendes Programm.
Auf der anderen Talseite führt von der Ramsauer Hochebene die Dachstein Gletscherbahn hinauf zum Hunerkogel auf rund 2.700 Meter. Oben wartet ein kompaktes Programm aus Superlativen: der Eispalast im Gletschereis, die Hängebrücke über den Abgrund, die schmale Treppe ins Nichts und die Aussichtsplattform Sky Walk direkt über der Dachstein-Südwand. Das ist gebaute Inszenierung, funktioniert aber, weil die Kulisse dahinter echt ist – bei klarer Sicht reicht der Blick über die Niederen Tauern bis zu den vergletscherten Gipfeln der Hohen Tauern. Was am Gletscher an Ski- und Langlaufbetrieb tatsächlich läuft, ändert sich mit dem Rückgang des Eises von Saison zu Saison; erkundige dich vor der Fahrt nach dem aktuellen Stand, statt dich auf ältere Beschreibungen zu verlassen.
Die dritte Kategorie sind die Wasserziele in den Seitentälern. Im Untertal südlich des Ortes stürzt der Riesachbach über die höchsten Wasserfälle der Steiermark, und der Wilde-Wasser-Weg führt über Stege, Treppen und eine Hängebrücke mitten durch die Gischt hinauf zum Riesachsee auf gut 1.300 Metern. Näher am Ort liegt die Talbachklamm, eine schmale Schlucht, durch die du direkt vom Ortsrand nach Rohrmoos aufsteigst. Und auf der Hochwurzen gegenüber der Planai kombinieren viele die Gondelfahrt mit einer Einkehr in der Hochwurzenhütte am Gipfel; im Winter führt von dort eine der längsten Naturrodelbahnen der Gegend ins Tal, an ausgewählten Abenden beleuchtet. Alle drei Ziele funktionieren als Halbtagesausflug, alle drei sind bei Regen deutlich weniger reizvoll.













