Wer Schladming verstehen will, beginnt am Stadtplatz. Nicht weil es ein Pflichtprogrammpunkt wäre, sondern weil sich hier die Geschichte der Stadt und ihr heutiger Alltag auf engstem Raum überlagern. Die breite, von Bürgerhäusern eingefasste Platzanlage erzählt von einer Stadt, die schon im Mittelalter mehr war als ein Bergdorf: Schladming erhielt 1322 das Stadtrecht und entwickelte sich durch den Silberbergbau zu einem wirtschaftlichen Zentrum der Region. Der Stadtplatz war dabei von Anfang an Marktplatz, Versammlungsort und Bühne des öffentlichen Lebens zugleich. Heute empfängt der Platz Besucher mit einer Atmosphäre, die sich je nach Tageszeit und Jahreszeit grundlegend verändert. Morgens gehört er den Einheimischen: Bäcker öffnen ihre Türen, der erste Kaffee dampft vor den Cafés, und die Stille der umliegenden Dachsteinberge liegt noch über der Stadt. Mittags füllt sich der Platz mit Wanderern und Radfahrern, die nach einer Tour in der Natur die Terrassen der Gasthäuser bevölkern. Abends, wenn die Lichter der historischen Fassaden warm leuchten, entfaltet der Schladminger Stadtplatz seinen eigentlichen Charakter: gesellig, entspannt, echt. Architektonisch prägt die evangelische Stadtpfarrkirche das Ensemble – ein stilles Zeugnis der Reformation, die in Schladming tiefe Wurzeln schlug. Daneben reihen sich gut erhaltene Bürgerhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten aneinander, deren Erdgeschosse Gastronomie, kleine Geschäfte und Dienstleister beherbergen. Der Platz ist nicht musealisiert, sondern lebt. Das ist sein größter Reiz. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Stadtplatz während der Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel – nein, vielmehr während des Nightrace Schladming, wenn die Rennstrecke des Planai-Weltcuphangs die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzt und der Stadtplatz zum Mittelpunkt einer riesigen Feiergemeinschaft wird. Auch der Advent verwandelt den Platz: Holzbuden, Fackeln und der Duft nach gebrannten Mandeln machen den Schladminger Advent zu einem der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte der Steiermark.
Ein lebendiger Stadtplatz mit historischer Bausubstanz, Gastronomie auf mehreren Terrassen und der evangelischen Stadtpfarrkirche als Blickfang. Kein Museum, sondern echter Alltag – morgens ruhig, mittags geschäftig, abends gesellig. Ideal als Ausgangspunkt für die Erkundung Schladmings.
Schladming erhielt 1322 das Stadtrecht und entwickelte sich durch den Silberbergbau zu einem bedeutenden Ort in der Steiermark. Der Stadtplatz war von Beginn an das wirtschaftliche und gesellschaftliche Zentrum. Im 16. Jahrhundert spielte die Stadt eine wichtige Rolle in der Reformationsgeschichte der Region – die evangelische Stadtpfarrkirche am Platz zeugt bis heute davon. Nach dem Niedergang des Bergbaus blieb der Platz als Markt- und Versammlungsort erhalten und prägt das Stadtbild bis in die Gegenwart.
