
◆ STADT · NIEDERÖSTERREICH
Melk ist das Bild, das man im Kopf hat, wenn man an die Donau denkt: Über der schmalen Altstadt, über den Renaissancegiebeln und dem Rathausplatz, erhebt sich auf einem Felssporn das Stift Melk – eine 320 Meter lange barocke Festung des Geistes, ockergelb leuchtend, mit zwei Türmen und einer Kuppel, die schon von Weitem das Donautal beherrschen. Doch Melk ist mehr als sein Kloster. Es ist der westliche Auftakt zur Wachau, jenem Welterbe-Tal, in dem sich Weinterrassen, Marillengärten und mittelalterliche Orte aneinanderreihen. Unten an der Lände legen die Ausflugsschiffe nach Dürnstein und Spitz ab, am Stadtrand beginnt der Donau-Radweg, und wer den Steig hinaufgeht, blickt von den Klostermauern über das Tal, durch das einst die Nibelungen zogen.

Die Geschichte Melks beginnt lange vor dem Barock. Schon die Babenberger, das erste österreichische Herrschergeschlecht, residierten hier auf dem Felsen, ehe sie 1089 die Burg den Benediktinern überließen. Seither leben in Melk ohne Unterbrechung Mönche – das Stift Melk ist eines der ältesten durchgehend bewohnten Klöster der Welt. Sein heutiges Gesicht aber stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert: Der Baumeister Jakob Prandtauer goss zwischen 1702 und 1736 den ganzen Felsrücken in eine einzige barocke Komposition. Stiftskirche, Marmorsaal und die Bibliothek mit ihren kostbaren Handschriften und dem gemalten Deckenhimmel zählen zum Großartigsten, was der österreichische Barock hervorgebracht hat. Umberto Eco setzte dem Ort mit der Romanfigur „Adson von Melk“ in „Der Name der Rose“ ein literarisches Denkmal.
Zu Füßen des Stifts duckt sich die kleine Altstadt. Rund um den Rathausplatz und die Sterngasse stehen Renaissance- und Barockhäuser, in deren Erdgeschossen heute Cafés, Heurige und Wachauer Vinotheken sitzen. Das alte Posthaus erinnert daran, dass Melk seit jeher ein Durchgangsort war – an der Donau, an der Westbahn, an der Straße nach Wien. Wer dem Trubel der Stiftsbesucher entkommen will, findet in den Seitengassen und im stillen Stiftspark schnell ein anderes, ruhigeres Melk.
Vor allem aber ist Melk ein Anfang. Hier, am Zusammenfluss von Melk-Fluss und Donau, öffnet sich das Tal zur Wachau – auf gut 35 Kilometern bis Krems eine der dichtesten Kulturlandschaften Europas, von der UNESCO als Welterbe geschützt. travelperfect rät, Melk nicht als Tagesstopp abzuhaken, sondern als Standort zu nehmen: morgens das Stift, dann mit dem Rad oder dem Schiff flussabwärts durch die Weinberge nach Spitz, Dürnstein und Krems. So wird aus dem Postkartenmotiv eine Reise.
01 · Auf einen Blick
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Barock & Bücher
Der Aufstieg über die Stiftsstiege führt durch den Prälatenhof zur Stiftskirche, deren Goldglanz und Deckenfresken den Höhepunkt des österreichischen Barock markieren. Im Stiftsmuseum und der berühmten Bibliothek warten kostbare Handschriften unter einem gemalten Himmel; von der Altane öffnet sich der Blick über die Donau. Den Abschluss bildet ein Spaziergang durch den Stiftspark mit seinem bemalten barocken Gartenpavillon.
Donau & Wachau
Melk ist der westliche Startpunkt der Wachau. Vom Schiffsanleger geht es flussab durch die Weinterrassen nach Spitz, an der Ruine Aggstein vorbei und weiter nach Dürnstein mit seiner blauen Stiftskirche. Wer lieber radelt, folgt dem flachen Donau-Radweg am Ufer – Schiff und Rad lassen sich für die Rückfahrt bequem kombinieren. Unterwegs locken Heurige, Marillengärten und Wachauer Weinkeller.
Renaissance & Umland
Wenige Kilometer südlich von Melk liegt mit der Schallaburg eines der schönsten Renaissanceschlösser nördlich der Alpen – berühmt für seinen Arkadenhof mit kunstvollen Terrakotta-Figuren und seine großen Sonderausstellungen. Zurück in Melk lohnt der Bummel durch die Altstadt rund um Rathausplatz und Sterngasse, vorbei am alten Posthaus und durch die Sterngasse hinunter zur Donau.
03 · Wann
Melk und die Wachau leben mit den Jahreszeiten. Das Donautal ist mild und gehört zu den wärmeren Ecken Niederösterreichs, doch zwischen blühenden Marillenbäumen im Frühling und der Weinlese im Herbst liegt ein ganzes Reisejahr. Frühling und Frühherbst sind ideal: angenehme Temperaturen, gut befahrbare Radwege und ein Stift, das noch nicht von Sommerbussen umringt ist.
04 · Häufige Fragen
Für das Stift und die kleine Altstadt reicht ein Tag, viele kommen sogar nur für einen Vormittag. Wer Melk aber als Tor zur Wachau nutzt und von hier mit Rad oder Schiff nach Dürnstein, Spitz und Krems aufbricht, sollte zwei bis drei Tage einplanen. Mit der Schallaburg und einem Heurigenabend wird daraus ein rundes verlängertes Wochenende.
Am einfachsten mit der Bahn: Melk liegt an der Westbahn, Direktzüge ab Wien Hauptbahnhof brauchen rund eine Stunde, ab St. Pölten nur etwa 20 Minuten. Mit dem Auto fährt man über die Westautobahn A1, Abfahrt Melk. Wer die Wachau erleben will, kombiniert die Anreise oft mit Donau-Radweg oder Ausflugsschiff.
Unbedingt – das Stift ist eines der bedeutendsten Barockbauwerke Europas. Höhepunkte sind die golden glänzende Stiftskirche, die historische Bibliothek mit ihren Handschriften und der weite Blick von der Terrasse über die Donau. Plane je nach Interesse ein bis zwei Stunden ein und komme möglichst früh am Vormittag oder am späteren Nachmittag, um den größten Busgruppen auszuweichen.
Melk ist der westliche Eingang der Wachau. Von der Schiffstation fahren von Frühling bis Herbst Ausflugsboote flussab nach Spitz und Dürnstein. Alternativ folgt man dem flachen Donau-Radweg am Ufer – Schiff und Rad lassen sich gut kombinieren, sodass man in eine Richtung fährt und in die andere zurückgleitet.
Sehr lohnend ist die Schallaburg, ein Renaissanceschloss mit berühmtem Arkadenhof wenige Kilometer südlich der Stadt. Dazu kommen der Melker Stiftspark, ein Bummel durch die Renaissance-Altstadt und natürlich die Wachau selbst mit ihren Weinorten, Marillengärten und der Burgruine Aggstein.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Melk und der Wachau.
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