Wer einmal vom Sattel aus auf das Stift Melk hinabgeblickt hat – dieses mächtige Barockkloster, das golden über der Donau thront – der versteht sofort, warum der Donau-Radweg zu den beliebtesten Radrouten Europas zählt. Die Tour beginnt direkt in Melk, wo der Duft von frischem Gebäck aus den Bäckereien der Altstadt in der Morgenluft hängt und der Fluss noch ruhig und silbrig in der Frühe liegt. Ab dem Startpunkt folgt die Route dem rechten oder linken Donauufer flussabwärts durch die Wachau – ein UNESCO-Weltkulturerbe, das sich in seiner Dichte kaum überbieten lässt. Weinreben ziehen sich die Terrassen hinauf, Aprikosenbäume säumen die Wege, und immer wieder öffnet sich der Blick auf Burgruinen wie Dürnstein oder Aggstein, die wie hingestellt über dem Fluss hängen. Dürnstein selbst, mit seinem kobaltblauen Kirchturm und den engen Gassen, ist ein natürlicher Haltepunkt: ein Glas Grüner Veltliner in einem der kleinen Heurigen, Beine strecken, Panorama genießen. Die Strecke ist auf gut ausgebauten, überwiegend asphaltierten Radwegen geführt und verläuft größtenteils flach entlang des Ufers. Kurze Steigungen gibt es vereinzelt, etwa wenn die Route ins Landesinnere schwenkt oder an Schleusen vorbeiführt. Wer Melk als Ausgangspunkt wählt, hat den Vorteil, mit dem Strom zu fahren – das Gefälle der Donau macht sich spürbar angenehm in den Beinen bemerkbar. Bis Krems, dem klassischen Tagesziel, sind es rund 36 Kilometer; wer weiter möchte, radelt über Tulln bis nach Wien. Die Tour eignet sich für Familien mit sportlichen Kindern ebenso wie für Genussradler und ambitionierte Tourenfahrer. E-Bikes sind entlang der Route problemlos aufladbar und machen auch weniger geübten Radfahrern die längeren Etappen zugänglich. Wer die Strecke mehrtägig anlegt, findet in Spitz, Weißenkirchen und Krems charmante Unterkünfte direkt am Weg. Der Donau-Radweg ab Melk ist keine Sportveranstaltung – er ist eine Einladung, eine der schönsten Flusslandschaften Mitteleuropas in eigenem Tempo zu entdecken.
Eine Radtour entlang der Donau ab Melk ist ein Wechselspiel aus Geschichte, Weinkultur und Flusslandschaft. Wer morgens unter dem Stift Melk in die Pedale tritt und abends in Krems das Rad abstellt, hat die Wachau in ihrer schönsten Form erlebt – aus der Perspektive des Sattels, im eigenen Tempo, mit dem Duft von Aprikosen und Wein in der Luft.
