Wer Salzburg wirklich verstehen will, muss zu Fuß gehen. Kein Bus, kein Hop-on-Hop-off — nur das Kopfsteinpflaster unter den Sohlen, das Rauschen der Salzach im Rücken und eine Altstadt, die seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Der Salzburg Altstadt Rundgang führt durch eines der besterhaltenen barocken Stadtensembles nördlich der Alpen, und wer einmal durch das enge Durchhaus der Getreidegasse tritt und plötzlich vor dem Mozartgeburtshaus steht, begreift, warum diese Stadt Generationen von Reisenden nicht mehr loslässt. Der Rundgang beginnt typischerweise am Residenzplatz, dem historischen Zentrum der erzbischöflichen Macht. Der barocke Residenzbrunnen aus dem 17. Jahrhundert setzt den ersten Maßstab: Hier regierte Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, der Salzburg buchstäblich neu erfand und den Dom nach römischem Vorbild errichten ließ. Wenige Schritte weiter öffnet sich der Domplatz mit der imposanten Fassade des Salzburger Doms — ein Bauwerk, das mit seiner Doppelturmanlage und den mächtigen Bronzetüren jeden Blick auf sich zieht. Im Innern tauft noch immer jenes Taufbecken, in dem Wolfgang Amadeus Mozart im Januar 1756 getauft wurde. Von dort führt der Weg durch die engen Gassen der Altstadt hinauf zur Festung Hohensalzburg, die seit dem Jahr 1077 über der Stadt thront und zu den am besten erhaltenen Burganlagen Europas zählt. Der Aufstieg über den Festungsberg lohnt sich allein wegen des Panoramas: Die Türme der Franziskanerkirche, das Grün des Mönchsbergs und die Silhouette der Salzburger Altstadt fügen sich zu einem Bild zusammen, das man so schnell nicht vergisst. Wer lieber die Standseilbahn nimmt, kann das tun — zu Fuß dauert der Aufstieg rund 20 Minuten. Zurück in der Ebene wartet die Getreidegasse mit ihren charakteristischen schmiedeeisernen Zunftzeichen — jedes Schild ein kleines Kunstwerk, das einst Analphabeten den Weg zum richtigen Händler wies. Heute reihen sich hier internationale Geschäfte neben traditionellen Salzburger Betrieben, doch die Bausubstanz aus dem Mittelalter ist unverändert. Der Rundgang endet häufig am Kapitelplatz mit dem goldenen Mozartkugel-Kunstwerk von Stephan Balkenhol, das einen spielerischen Kontrapunkt zur barocken Umgebung setzt — und eine der meistfotografierten Stellen der Stadt ist.
Durch barocke Gassen, vorbei an jahrhundertealten Zunftschildern und hinauf zur Festung Hohensalzburg: Dieser Rundgang erzählt Salzburgs Geschichte Schritt für Schritt — vom Residenzplatz der Erzbischöfe bis zur Getreidegasse, in der Mozart das Licht der Welt erblickte. Ideal für alle, die eine Stadt lieber erlaufen als erfahren.
