Wer durch das schmiedeeiserne Tor des Petersfriedhofs tritt, betritt keinen gewöhnlichen Ort. Hier, eingeklemmt zwischen dem nackten Fels des Mönchsbergs und den goldenen Türmen des Stifts St. Peter, liegt eine der ältesten christlichen Begräbnisstätten nördlich der Alpen – ein Ort, der Jahrhunderte in sich trägt, ohne je museal zu wirken. Die Gräber sind gepflegt, die Blumen frisch, die Stille trotz der Nähe zur Altstadt fast vollständig. Das Stift St. Peter selbst wurde bereits im Jahr 696 von Bischof Rupert von Salzburg gegründet und gilt als ältestes Kloster im deutschsprachigen Raum. Wer die romanische Stiftskirche betritt, steht vor einer der eindrucksvollsten Kirchenräume der Stadt: ein Langhaus, das im Laufe der Jahrhunderte barockisiert wurde, mit einem Hochaltar, der das Licht auf eine Weise bündelt, die selbst nüchterne Besucher innehalten lässt. Die Grabstätte von Michael Haydn, dem Bruder des berühmteren Joseph Haydn, befindet sich hier – ein konkreter Verweis auf Salzburgs tiefe Verflechtung mit der europäischen Musikgeschichte. Der Friedhof selbst gliedert sich in mehrere Bereiche. Die barocken Arkadengräber entlang der Mönchsberg-Wand gehören zu den beeindruckendsten Grabarchitekturen Österreichs: Familiengräber mit schmiedeeisernen Gittern, Epitaphien aus dem 17. und 18. Jahrhundert, und immer wieder der Blick nach oben, wo der Fels die Grenze zwischen Erde und Stein aufzuheben scheint. In den Fels selbst sind die sogenannten Katakomben gehauen – frühe christliche Grabkammern, die besichtigt werden können und einen unmittelbaren, körperlichen Eindruck frühmittelalterlicher Frömmigkeit vermitteln. Der beste Moment für einen Besuch ist der frühe Vormittag, wenn das Licht schräg über die Arkaden fällt und die meisten Reisegruppen noch nicht eingetroffen sind. Dann lässt sich der Friedhof in einem Tempo durchstreifen, das dem Ort angemessen ist: langsam, mit Blick für Details wie die handgeschmiedeten Grabgitter oder die Inschriften, die von Salzburger Bürgerfamilien, Musikern und Klerikern erzählen. Wer anschließend durch die Stiftskirche geht und in der angrenzenden Stiftsbäckerei – eine der ältesten Bäckereien Österreichs – einkehrt, bekommt ein Bild von Salzburg, das weit über die Mozartkugel-Kulisse hinausreicht.
Ein stiller, von hohen Felswänden gerahmter Friedhof mit barocken Arkadengräbern, schmiedeeisernen Gittern und frühchristlichen Katakomben. Die angrenzende Stiftskirche beeindruckt mit ihrem barocken Innenraum. Kein Spektakel – dafür Tiefe und Atmosphäre.
Das Stift St. Peter wurde 696 n. Chr. von Bischof Rupert von Salzburg gegründet und ist damit das älteste noch bestehende Kloster im deutschsprachigen Raum. Der angrenzende Friedhof geht ebenfalls auf diese frühe Zeit zurück und zählt zu den ältesten kontinuierlich genutzten Begräbnisstätten Europas. Die Stiftskirche wurde im Laufe des Mittelalters mehrfach umgebaut und erhielt im 17. und 18. Jahrhundert ihr heutiges barockes Gepräge. Die Katakomben im Mönchsberg-Fels sind frühchristlichen Ursprungs. Zu den bekanntesten Bestatteten zählt Michael Haydn, der von 1763 bis zu seinem Tod 1806 in Salzburg wirkte.
