Wer den Alten Markt in Salzburg betritt, dem fällt das Café Tomaselli unweigerlich ins Auge: die geschwungene Fassade, die weißgedeckten Tische im Freien, die Kellner in klassischer Uniform. Hier verlangsamt sich das Tempo spürbar – ein Gefühl, das in dieser Stadt, die sich an Festspielen und Mozartkugeln abarbeitet, selten geworden ist. Das Tomaselli ist kein Trend, sondern eine Institution, und genau das spürt man bei jedem Besuch. Drinnen empfangen holzgetäfelte Wände, gedämpftes Licht und das leise Klappern von Porzellantassen. Die Stammgäste falten ihre Tageszeitungen auf, die Touristen studieren die Speisekarte – und irgendwo dazwischen entfaltet sich der eigentümliche Zauber des österreichischen Kaffeehauses. Ein Melange kommt hier in der richtigen Temperatur, ein Einspänner im Glas mit einem kleinen Häubchen Schlagobers. Die Kaffeekarte liest sich wie ein Kompendium der österreichischen Kaffeekultur. Doch das Tomaselli lebt nicht allein vom Kaffee. Die Mehlspeisen sind der eigentliche Grund, weshalb man sich hier einen Platz sucht und gar nicht mehr aufstehen möchte. Ein Stück Apfelstrudel mit warmer Vanillesauce, eine Portion Topfenstrudel oder eine der täglich wechselnden Tortenspezialitäten aus der hauseigenen Auslage – die Konditoreikunst wird hier nicht als Beiwerk, sondern als Hauptdarsteller verstanden. Wer morgens früh kommt, erlebt, wie die Auslagentorte noch frisch hereingetragen wird. Zum Frühstück empfiehlt sich ein Besuch unter der Woche, wenn der Alte Markt noch ruhig ist und die Morgensonne über die Salzburger Altstadt fällt. Mittags und nachmittags füllt sich das Lokal rasch, besonders in den Sommermonaten, wenn die Terrasse zum begehrten Beobachtungsposten für das bunte Treiben auf dem Platz wird. Wer das klassische Kaffeehausgefühl ohne Gedränge sucht, kommt am besten kurz nach der Öffnung oder am späten Nachmittag, wenn die Mittagswelle abgeebbt ist. Das Preisniveau ist für Salzburger Verhältnisse fair und entspricht dem gehobenen Mittelfeld eines traditionellen Kaffeehauses. Für Kaffee, Kuchen und ein kleines Frühstück bewegt man sich im moderaten Rahmen – gutes Handwerk hat seinen Preis, aber keinen übertriebenen.
Österreichische Kaffeehausküche in ihrer klassischen Form: handgemachte Mehlspeisen wie Apfelstrudel und Topfenstrudel, täglich wechselnde Tortenspezialitäten sowie das gesamte Spektrum österreichischer Kaffeezubereitungen von der Melange bis zum Einspänner.
Holzgetäfelte Wände, gedämpftes Licht und das leise Klirren von Porzellantassen prägen den Innenraum. Draußen auf der Terrasse am Alten Markt trifft Salzburger Alltagsleben auf Kaffeehauskultur – zeitlos, gepflegt, ohne Eile.
