Die Sas Conzas sind die ehemaligen Gerbereien Bosas, die sich am Südufer des Flusses Temo aneinanderreihen – gegenüber der pastellfarbenen Altstadt von Sa Costa. Sie erzählen von einem Bosa, das die meisten Besucher übersehen: nicht das malerische Postkartenmotiv, sondern eine Stadt, die im 19. Jahrhundert ein Zentrum der sardischen Lederverarbeitung war.
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Die mehrgeschossigen Steinbauten sind auf ihre Funktion hin gebaut: Die oberen Etagen sind offen und luftdurchströmt, damit die gegerbten Häute trocknen konnten, während im Erdgeschoss gearbeitet wurde. Das Flusswasser des Temo lieferte das Wasser für die Gerbprozesse und trieb die Betriebe an – eine ganze Industriezeile, die sich über Jahrzehnte am Ufer entwickelte. Dass der Temo der einzige schiffbare Fluss Sardiniens ist, machte den Standort zusätzlich attraktiv.
Nach dem Niedergang des Handwerks im 20. Jahrhundert wurden die Gerbereien aufgegeben und verfielen teilweise. Heute stehen sie als seltenes Industriedenkmal am Ufer – ein Ensemble von gewerblicher Architektur, wie es auf Sardinien kaum ein zweites Mal gibt. Ein restaurierter Teil beherbergt ein kleines Museum, das die Geschichte des Gerberviertels und die Arbeitsweise der Conzas dokumentiert.
Für Besucher sind die Sas Conzas vor allem ein Kontrastprogramm zum touristischen Bosa: ein Spaziergang am Südufer, der das handwerkliche, weniger bekannte Gesicht der Stadt zeigt. Vom Wasser aus – etwa bei einer Bootsfahrt auf dem Temo – reihen sich die Gerbereien besonders eindrucksvoll am Ufer auf. Öffnungszeiten und Eintritt des Museums variieren saisonal; sie sollten vor Ort oder bei der Touristeninformation erfragt werden.