San Pietro extra muros ist die älteste Kirche Bosas und liegt rund einen Kilometer flussaufwärts der heutigen Stadt, einsam in den Feldern am Südufer des Temo. Der Beiname „extra muros“ – außerhalb der Mauern – verweist auf ihre Lage abseits der bewohnten Stadt und zugleich auf ihre Geschichte: Sie markiert die Stelle des mittelalterlichen Vor-Bosa, bevor sich die Stadt rund um den Burgberg neu gruppierte. Der romanische Bau wurde ab dem 11. Jahrhundert von pisanischen Baumeistern errichtet, in jener Zeit, als der Einfluss Pisas auf Sardinien stark war und die Insel mit zahlreichen romanischen Kirchen prägte. Später erhielt San Pietro eine frühgotische Fassade, sodass sich am Bau zwei Epochen ablesen lassen. Die schlichte Steinarchitektur, ohne den barocken Schmuck der späteren Stadtkirchen, gibt der Kirche eine strenge, klare Wirkung, die gut zur einsamen Lage in der Landschaft passt. Gerade diese Abgeschiedenheit macht den Reiz aus. Der Weg dorthin führt am stillen Uferpfad des Temo entlang, vorbei an Feldern und der grünen Auenlandschaft – ein ruhiger Spaziergang, der zu den schönsten und friedlichsten rund um Bosa zählt und einen deutlichen Kontrast zum belebten Altstadtkern bildet. Wer den weniger touristischen, kontemplativen Teil Bosas sucht, ist hier richtig. Für Besucher empfiehlt sich, die Kirche mit einem Spaziergang am Südufer zu verbinden, etwa im Anschluss an die Gerbereien Sas Conzas. Die Öffnungszeiten der Kirche sind begrenzt und saisonal; das Innere ist nicht immer zugänglich. Aktuelle Zeiten und ob das Innere besichtigt werden kann, erfragt man am besten vor Ort oder bei der Touristeninformation.
Die romanische Fassade im warmen Morgen- oder Abendlicht aufnehmen






























