Acht Kilometer südlich des Zentrums von Ravenna, dort wo einst der römische Flottenhafen Classis lag, erhebt sich die Basilica di Sant'Apollinare in Classe über das flache, weite Land der ehemaligen Lagune. Ihr runder Campanile, der hohe Backsteinturm, ist schon von Weitem zu sehen. Die im 6. Jahrhundert geweihte Kirche gehört zu den großen frühchristlichen Bauten Ravennas und steht, wie die übrigen, auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Wer sie betritt, tritt aus dem hellen Tageslicht in einen langgestreckten, lichtdurchfluteten Raum, dessen Säulenreihen den Blick wie von selbst nach vorn zur Apsis ziehen. Dort wartet der Höhepunkt: das Apsismosaik, eines der schönsten der gesamten Spätantike. Im Zentrum steht der heilige Apollinaris, der erste Bischof von Ravenna, betend mit erhobenen Armen in einer leuchtend grünen Paradieslandschaft. Um ihn herum weiden Schafe – Sinnbilder der Gläubigen – zwischen Pinien, Felsen und Blumen, ein Bild des himmlischen Friedens. Darüber schwebt in einem sternenübersäten Medaillon ein großes, juwelenbesetztes Kreuz, flankiert von den Symbolen der Verklärung Christi. Die Farben sind nach anderthalb Jahrtausenden noch immer von einer Intensität, die den Raum zu erfüllen scheint. Die Basilika ist mehr als ein Mosaik mit Kirche drumherum: Sie ist Zeugnis einer Zeit, in der Classe als Hafenvorstadt blühte und Ravenna zur byzantinischen Hauptstadt des Westens aufstieg. Heute liegt der einstige Hafen unter Feldern, doch der weite, fast meditative Innenraum bewahrt die Stille jener Epoche. Wer die dicht gedrängten Mosaiken der Innenstadt – San Vitale, Galla Placidia – gesehen hat, findet hier den Kontrast: Raum, Licht und ein einziges großes Bild, das man in Ruhe auf sich wirken lassen kann. In Kombination mit dem nahen Museum Classis Ravenna lässt sich der Besuch zu einem Halbtagesausflug verbinden.
Ein langgestreckter, lichtdurchfluteter Innenraum, dessen Säulenreihen den Blick zur Apsis ziehen. Dort erwartet Sie das berühmte Mosaik mit dem heiligen Apollinaris in grüner Paradieslandschaft, umgeben von Schafen, Pinien und Blumen, darüber ein juwelenbesetztes Kreuz im Sternenmedaillon. Die Farben sind nach anderthalb Jahrtausenden noch immer intensiv. Außen prägt der hohe, runde Backstein-Campanile das Bild.
Die Basilika wurde im 6. Jahrhundert geweiht, zu einer Zeit, als Classe als Hafenvorstadt blühte und Ravenna zur byzantinischen Hauptstadt des Westens aufstieg. Sie steht am Ort des antiken römischen Flottenhafens Classis, der heute unter Feldern liegt. Als eines der frühchristlichen Monumente Ravennas gehört sie zum UNESCO-Welterbe und zählt zu den herausragenden Zeugnissen spätantiker Sakralarchitektur und Mosaikkunst.
