Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Carcassonne
Die Pflichtstücke verteilen sich auf zwei Ebenen, verbunden durch eine Brücke und einen Anstieg von gut zwanzig Minuten.
Der Ausgangspunkt ist die Cité de Carcassonne, ein doppelter Wehrmauerring von rund drei Kilometern Gesamtlänge mit 52 Türmen, seit 1997 UNESCO-Welterbe und die größte erhaltene Festungsstadt Europas. Wichtig zu wissen, bevor du an einem Ticketschalter suchst: In die Cité hineinzugehen kostet nichts. Die Gassen, die Plätze, die Basilika und der breite Grasstreifen zwischen den beiden Mauerringen sind frei zugänglich, auch früh morgens und spät abends. Bezahlt wird nur für das Château Comtal samt Wehrgang. Wer das weiß, plant den Besuch anders – nämlich mit einem frühen und einem späten Gang durch die Festung und dem kostenpflichtigen Teil dazwischen.
Das Château Comtal ist die Burg in der Burg, ursprünglich Residenz der Vizegrafen Trencavel und nach der Eroberung im Albigenserkreuzzug Sitz des königlichen Seneschalls. Es liegt am westlichen Rand der Cité, hinter einem eigenen Graben und einer Barbakane, und wird heute als Monument mit Museumsräumen und Lapidarium betrieben. Der eigentliche Grund für das Ticket ist aber der begehbare Wehrgang: Von dort oben läuft man ein gutes Stück auf der inneren Mauerkrone entlang, sieht in die Lices hinunter, auf die Dächer der Cité und über das Aude-Tal bis zu den Ausläufern der Montagne Noire. Für den Rundgang solltest du mindestens eine Stunde einplanen.
Die Basilique Saint-Nazaire steht am südlichen Ende der Cité und ist der stillste Ort innerhalb der Mauern. Der Bau erzählt einen Stilwechsel in einem einzigen Gebäude: Das Langhaus ist romanisch, schwer und dunkel, Querschiff und Chor dagegen gotisch, hoch und von Fenstern durchbrochen, die zu den ältesten erhaltenen Glasmalereien Südfrankreichs zählen. Sehenswert sind außerdem die Apostelfiguren an den Pfeilern des Chors und die beiden großen Rosetten in den Querhausarmen. Der Eintritt ist frei, und weil die meisten Besucher an der Hauptgasse hängen bleiben, ist es hier selbst mittags erträglich.
Unten am Fluss übernimmt die Bastide Saint-Louis. Vom Pont Vieux, der zwölfbogigen Steinbrücke aus dem 14. Jahrhundert, öffnet sich der Blick, den alle mit Carcassonne verbinden – Fußgängern gehört sie heute allein. Am anderen Ufer beginnt das Schachbrettraster der Gründungsstadt mit dem Place Carnot als Mittelpunkt, dem Neptunbrunnen aus dem 18. Jahrhundert, der überdachten Markthalle und der Cathédrale Saint-Michel, einer südgotischen Kirche mit einem einzigen weiten Schiff und großer Rosette. Wer nur die Festung ansieht und den Rest ausspart, war strenggenommen nicht in Carcassonne, sondern in einer Kulisse.






































