Region · Frankreich

Champagne

Nordöstlich von Paris reift unter sanften Kreidehügeln der Wein, der einer ganzen Region seinen Namen gab.

3 Städte18 Sehenswürdigkeiten15 Hotels
Überblick

Deine Champagne auf einen Blick

Beste Reisezeit
Mai – Juni & September – Oktober
Anreise
TGV ab Paris nach Reims in rund 45 Min.; nächste Großflughäfen Paris (CDG/ORY); auch gut von Deutschland aus per Auto erreichbar
Sprache
Französisch (klassisches Hochfranzösisch)
Vor Ort
Mietwagen für die Weinstraße und Winzerdörfer empfehlenswert; TER-Regionalzüge verbinden Reims, Épernay und Troyes; für Kellertouren ohne Fahren geführte Touren ab Reims oder Épernay
Wichtigster Tipp
Verkostungstermine in den großen Häusern vorab buchen und beim Champagner-Tasting nie selbst ans Steuer
Währung & Sprache
Euro · Französisch
Die Region

Was Champagne ausmacht

Die Champagne ist das Land, das einem ganzen Wein seinen Namen gab: ein sanft gewelltes Kreideland nordöstlich von Paris, in dem unter den Hängen der Montagne de Reims Millionen Flaschen in kühlen Kalksteinkellern reifen. Über allem thront die gotische Kathedrale von Reims, in der über tausend Jahre lang die Könige Frankreichs gekrönt wurden – heute UNESCO-Welterbe wie auch die Weinberge, Häuser und Keller ringsum. In Épernay reihen sich an der Avenue de Champagne die großen Häuser aneinander, Moët & Chandon, Pol Roger und Perrier-Jouët, deren kilometerlange Galerien sich tief in den Fels graben. Im Süden bewahrt Troyes mit seinen windschiefen Fachwerkhäusern das mittelalterliche Erbe der einst mächtigen Champagne-Messen. Wer hierher reist, verkostet Blanc de Blancs auf der Côte des Blancs, steigt in die Crayères hinab und versteht, warum dieser Landstrich Genuss und Geschichte so eng verknüpft.

Reiseführer

Champagne von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Kurz hinter der Autobahnabfahrt bei Reims kippt die Ebene in sanfte Kreidehügel, und plötzlich stehen die Rebzeilen bis an den Straßenrand. Es riecht nach feuchtem Kalk und, im Herbst, nach gärendem Most. Die Champagne beginnt nicht an einem Ortsschild – sie beginnt in dem Moment, in dem du merkst, dass hier jeder Hang, jedes Dorf und jeder Keller um dieselbe Flasche kreist, die anderswo nur an Feiertagen aufgemacht wird.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Champagne

Vieles, was du hier sehen willst, liegt unter der Erde – doch das Berühmteste ragt in Reims 81 Meter in den Himmel.

Fang in Reims an, und zwar bei der Kathedrale Notre-Dame. Hier wurden über tausend Jahre lang die Könige Frankreichs gekrönt, von Ludwig dem Frommen bis Karl X., und die Fassade trägt mehr als zweitausend Figuren, darunter den lächelnden Engel, der zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Geh hinein, wenn nachmittags die Sonne durch den Chor fällt: Dort leuchten seit 1974 die tiefblauen Fenster von Marc Chagall. Gleich nebenan zeigt der Palais du Tau die Krönungsschätze und die originalen Statuen, die man zum Schutz von der Fassade abgenommen hat. Ein paar Straßen weiter steht mit der Basilika Saint-Remi eine zweite UNESCO-Kirche, romanisch, dämmrig und fast ohne Touristen.

Die zweite Ebene der Champagne liegt buchstäblich darunter. In Reims graben sich die Crayères in den Kreidefels – kegelförmige Gruben, die schon die Gallo-Römer als Steinbruch anlegten und die Häuser wie Ruinart, Taittinger, Pommery und Veuve Clicquot später zu Reifekellern umbauten. Bei einer Führung steigst du dutzende Meter tief hinab in eine konstante Kühle von rund zehn Grad, vorbei an Wänden aus Flaschen, die dort Jahre auf der Hefe liegen. Auch dieses unterirdische Erbe zählt seit 2015 zum Welterbe, gemeinsam mit den Weinhängen und den Herrenhäusern der Region unter dem Titel Coteaux, Maisons et Caves de Champagne.

Über der Erde ordnet sich die Landschaft in drei große Weinbaugebiete, die du an einem langen Tag streifen kannst. Die Montagne de Reims ist ein bewaldetes Plateau, an dessen Hängen vor allem Pinot Noir wächst; am Rand liegt Hautvillers, das Dorf mit der Abtei, in der ein gewisser Mönch Dom Pérignon im 17. Jahrhundert Kellermeister war. Die Vallée de la Marne zieht sich westlich an Épernay vorbei dem Fluss entlang, Heimat des Pinot Meunier. Und südlich von Épernay steigt die Côte des Blancs an, wo fast nur Chardonnay steht – die Traube für den Blanc de Blancs.

Im Süden schließlich, gut anderthalb Autostunden von Reims entfernt, wartet Troyes mit einem ganz anderen Gesicht: keine Champagnerhäuser, sondern eine der besterhaltenen Fachwerkaltstädte Frankreichs. Dazwischen, rund um Bar-sur-Aube und Les Riceys, liegt die oft übersehene Côte des Bar – nähere an Burgund als an Reims, sowohl geografisch als auch im Charakter der Weine. Wer die ganze Champagne sehen will, plant deshalb keine Sternfahrt von einem Punkt aus, sondern eine Linie von Nord nach Süd.

Sehenswürdigkeiten in Champagne

Alle 18 Sehenswürdigkeiten
Reims

Reims – Krönungsstadt und Tor zur Champagne

Vom TGV-Bahnhof bis unter die Kathedrale sind es zehn Gehminuten – und von Paris hierher gerade einmal 46 Minuten.

Reims – Krönungsstadt und Tor zur Champagne
Reims

Reims ist die größte Stadt der Champagne und für die meisten der erste Halt, nicht zuletzt wegen der Bahn: Der TGV braucht von Paris Gare de l'Est rund 46 Minuten bis zum Bahnhof Reims Centre, mitten in der Stadt. Von dort erreichst du die Kathedrale, die Fußgängerzone und die Markthalle zu Fuß. Wer mit dem Auto kommt, stellt es am besten am Rand ab – die Innenstadt ist eng und teils autofrei – und erkundet den historischen Kern dann zu Fuß, der sich bequem an einem Tag ablaufen lässt.

Das Herz der Stadt ist und bleibt die Kathedrale. Steh morgens vor der Westfassade, wenn das Licht flach über den Figurenreihen liegt, und nimm dir danach Zeit für den Innenraum mit seinen 38 Metern Höhe und den Chagall-Fenstern. Der Aufstieg auf die Türme ist im Sommer über geführte Touren möglich und belohnt mit Blick über die Dächer bis in die Weinberge. Vergiss den Palais du Tau nebenan nicht: Hier verstehst du erst, welches Zeremoniell diese Kirche über die Jahrhunderte trug – vom Salböl bis zum Krönungsmantel.

Der zweite Grund, nach Reims zu kommen, wartet unter der Stadt. Mehrere große Häuser öffnen ihre Keller für Besucher: Ruinart, das älteste Champagnerhaus überhaupt, gegründet 1729, führt durch die tiefsten der Kreidegruben; Taittinger nutzt Gewölbe einer ehemaligen Abtei; Pommery empfängt in einem fast märchenhaften Anwesen im englischen Stil. Alle verlangen Voranmeldung, und eine Führung mit Verkostung kostet je nach Haus meist einen mittleren bis oberen zweistelligen Betrag. Buch ein paar Tage vorher online, gerade an Wochenenden sind die Slots früh vergeben.

Wenn du zwischen den Sehenswürdigkeiten durchatmen willst, setz dich in die Markthalle Boulingrin oder an die Place Drouet d'Erlon, die Ausgehmeile der Stadt. Probier ein paar der rosa Biscuits roses de Reims, die man traditionell in den Champagner tunkt, ohne dass sie zerfallen. Und wer noch eine Kirche verträgt, geht zur Basilika Saint-Remi im Süden der Stadt: elf Jahrhunderte alt, mit einem langen, schummrigen Schiff, das nach den lichtdurchfluteten Weiten der Kathedrale wie eine andere Welt wirkt.

Épernay

Épernay und die Avenue de Champagne

Unter einer einzigen Straße in Épernay lagern angeblich mehr als 200 Millionen Flaschen – die teuerste Avenue der Welt, hat man sie genannt.

Épernay und die Avenue de Champagne
Épernay

Épernay ist mit rund 23.000 Einwohnern klein, nennt sich aber mit einigem Recht Hauptstadt des Champagners. Der Grund liegt an der Avenue de Champagne, einer knapp einen Kilometer langen Straße herrschaftlicher Häuser, unter denen sich mehr als hundert Kilometer Keller durch den Kreidefels ziehen. Hier haben Moët & Chandon, Pol Roger, Perrier-Jouët und Mercier ihren Sitz; hinter den schmiedeeisernen Toren reihen sich Prunkfassaden aneinander, während im Untergrund die eigentliche Arbeit passiert – das jahrelange Reifen der Flaschen bei konstanter Kühle und Dunkelheit.

Der Klassiker ist eine Führung bei Moët & Chandon, dem größten Haus der Region: Die Tour durch 28 Kilometer Galerien endet mit einer Verkostung, und im Hof steht die Statue des Mönchs Dom Pérignon, den die Marke zu ihrer Ikone gemacht hat. Wer es weniger prunkvoll mag, geht zu Mercier: Dort fährst du mit einer kleinen elektrischen Bahn durch die Keller und siehst das riesige Fass, das das Haus einst zur Weltausstellung nach Paris karren ließ. Für alle Häuser gilt: vorher reservieren, und mit Kosten im mittleren zweistelligen Bereich pro Person rechnen.

Épernay eignet sich hervorragend als Standquartier für die Weinstraße, denn von hier aus starten alle drei Teilrouten. Nach Norden geht es in die Montagne de Reims, nach Westen die Vallée de la Marne entlang, nach Süden auf die Côte des Blancs. Nur wenige Kilometer nordwestlich liegt Hautvillers, das Winzerdorf mit der Abtei, in der Dom Pérignon begraben ist – von den Weinbergen darüber blickst du weit über das Marnetal. Für einen ersten Eindruck reicht ein halber Tag in Épernay selbst; wer die Umgebung mitnimmt, bleibt gern zwei Nächte.

Ein praktischer Tipp zur Anreise: Épernay hat einen eigenen Bahnhof, und Regionalzüge verbinden es in gut einer halben Stunde mit Reims – die beiden Champagne-Zentren liegen nur rund 25 Kilometer auseinander. Du kannst also gut in einer der Städte wohnen und die andere per Bahn besuchen, ganz ohne Sorge um Parkplätze oder das eine Glas zu viel bei der Verkostung. Für die Dörfer der Weinstraße brauchst du allerdings ein Auto oder eine gebuchte Tour, denn dorthin fährt kaum ein Bus.

Troyes

Troyes – Fachwerkstadt und Côte des Bar im Süden

Der Grundriss der Altstadt von Troyes hat die Form eines Champagnerkorkens – und ausnahmsweise ist das kein Marketing, sondern historisch gewachsen.

Troyes – Fachwerkstadt und Côte des Bar im Süden
Troyes

Troyes liegt gut anderthalb Autostunden südlich von Reims und ist der große Kontrapunkt zur Weinwelt im Norden: keine Champagnerhäuser an Prunkstraßen, sondern eine der schönsten Fachwerkaltstädte Frankreichs. Im Mittelalter war Troyes durch die Champagne-Messen eine der reichsten Handelsstädte Europas; davon zeugen bis heute die dicht gedrängten Bürgerhäuser mit ihren schiefen Giebeln. Nach einem großen Brand 1524 baute man die Stadt in Holz wieder auf – ein Ensemble, das die Jahrhunderte erstaunlich vollständig überstanden hat.

Verlauf dich absichtlich in den Gassen. Die Ruelle des Chats ist die berühmteste: So eng, dass sich die oberen Stockwerke fast berühren und eine Katze angeblich von Dach zu Dach springen konnte. Rundherum wechseln sich ockerfarbene, blaue und rotbraune Fassaden ab, dazwischen Innenhöfe und schmale Durchgänge. Über allem stehen die Kirchen, für die Troyes sich Cité du Vitrail nennt: In der Kathedrale Saint-Pierre-et-Saint-Paul und den umliegenden Gotteshäusern lagert einer der größten Bestände an Kirchenglas Europas, viel davon aus dem 16. Jahrhundert.

Rund um Troyes beginnt die Côte des Bar, das südlichste und lange unterschätzte Weinbaugebiet der Champagne. Es liegt näher an Burgund als an Reims, und das schmeckt man: Hier dominiert Pinot Noir, viele kleine Winzer keltern eigenwillige Champagner, und Dörfer wie Les Riceys tragen gleich drei Appellationen. Wer die großen Häuser des Nordens gesehen hat, findet hier die intime Gegenseite – Höfe, an denen der Winzer selbst die Flasche öffnet. Eine Fahrt durch die Weinberge südöstlich von Troyes lohnt sich als eigener Tag.

Und dann ist da noch das ganz Weltliche: Troyes gilt als Outlet-Hauptstadt Frankreichs. Am Stadtrand liegen große Fabrikverkaufszentren wie McArthurGlen und die Marques Avenue, ein Erbe der alten Textilindustrie, die die Stadt einst prägte. Für viele Französinnen und Franzosen ist ein Wochenende in Troyes ebenso ein Shopping- wie ein Kulturtrip. Wer damit nichts anfangen kann, ignoriert die Center einfach – sie liegen abseits der Altstadt und drängen sich niemandem auf.

Weinstraße

Die Route Touristique du Champagne durch die Weinberge

Die offizielle Champagne-Route ist kein einzelner Weg, sondern ein Netz beschilderter Strecken durch die Rebhänge – und die schönste Art, die Region zu begreifen.

Die Route Touristique du Champagne verbindet auf mehreren Teilstrecken die Weinbaugebiete der Region, ausgeschildert mit den charakteristischen Schildern. Am dichtesten und lohnendsten ist die Schleife rund um die Montagne de Reims zwischen Reims und Épernay: Sie führt durch Grand-Cru-Dörfer wie Verzenay mit seiner Windmühle über den Reben, Verzy mit den knorrigen Zwergbuchen im Wald und Bouzy, dessen Name auf jeder Karte ein Schmunzeln wert ist, dessen Rotwein aber ernst genommen wird. Plane für die Runde einen ganzen Tag mit Stopps, nicht bloß eine Durchfahrt.

Die zweite große Strecke ist die Côte des Blancs südlich von Épernay, für viele die schönste. Hier stehen die reinen Chardonnay-Hänge, aus denen der Blanc de Blancs entsteht, und die Dörfer tragen große Namen: Cramant, Avize und vor allem Le Mesnil-sur-Oger, dessen Lagen zu den gesuchtesten der Champagne zählen. Die Straße zieht sich am Hangfuß entlang, darüber die Reben, darunter die Ebene – halte an einem der Aussichtspunkte, wenn die Sonne tief steht und die Zeilen lange Schatten werfen. Von hier sind es nur Minuten bis in die Keller der kleinen Winzer.

Als dritte Route folgt die Vallée de la Marne dem Fluss westlich von Épernay, durch das Reich des Pinot Meunier. Kernpunkt ist Hautvillers, das Dom-Pérignon-Dorf mit der Abtei und den weiten Blicken übers Tal. Wer Zeit und ein Auto hat, hängt im Süden die Côte des Bar bei Troyes an – aber die liegt so weit entfernt, dass sie sich eher als eigene Etappe eignet. Insgesamt gilt: Die Champagne-Route ist kein Rennen. Zwei, drei Dörfer pro Tag, ein, zwei Verkostungen, ein Picknick mit Blick über die Reben – mehr braucht ein guter Tag hier nicht.

Ein Wort zur Praxis, das dir Ärger erspart: Bei fast jeder Verkostung sitzt am Ende jemand am Steuer, und Frankreich kontrolliert die Promillegrenze streng – 0,5 gilt auch hier. Wechselt euch ab, spuckt bei den Proben aus wie die Profis, oder bucht eine geführte Weintour ab Reims oder Épernay, bei der ein Fahrer die Sache übernimmt. Viele kleine Winzer verlangen für eine Verkostung ohne Kaufpflicht eine kleine Gebühr oder setzen sie beim Flaschenkauf ab; ruf am besten vorher an, gerade außerhalb der Saison ist nicht immer geöffnet.

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Verkostung

Champagner verkosten in Kellern und bei den Winzern

Zwischen dem Großen Haus mit Statue im Hof und dem Winzer, der dir seinen Keller unter der Garage zeigt, liegt die ganze Bandbreite der Champagne.

Grob gibt es zwei Welten. Die großen Häuser – die Maisons, auf dem Etikett am Kürzel NM für négociant-manipulant erkennbar – kaufen Trauben aus der ganzen Region zu und keltern in großem Stil; ihre Führungen sind professionell inszeniert, mit Filmen, langen Kellergängen und einem Glas oder zwei am Ende. Die Winzer dagegen, die récoltants-manipulants (Kürzel RM), verarbeiten nur die eigenen Trauben und sind oft Familienbetriebe. Bei ihnen sitzt du am Küchentisch oder im kleinen Verkostungsraum, und der Chef selbst erzählt, warum die Lage hinterm Haus anders schmeckt als die am Hang gegenüber.

Wer die Méthode champenoise verstehen will, bucht eine Kellerführung. Der Champagner verdankt seine Perlage einer zweiten Gärung in der Flasche: Nach dem ersten Wein kommen Hefe und etwas Zucker hinzu, die Flasche wird verschlossen, und in der Kühle des Kellers bildet sich über Monate bis Jahre die Kohlensäure. Danach folgt das Rütteln – remuage –, bei dem die Flaschen Stück für Stück kopfüber gedreht werden, damit sich die Hefe im Hals sammelt und beim dégorgement herausgeschossen werden kann. Wer das einmal im echten Keller gesehen hat, trinkt das nächste Glas mit anderen Augen.

Für die Verkostung selbst hilft ein bisschen Vokabular. Brut ist der übliche, trockene Stil; Extra Brut und Brut Nature sind noch trockener, Demi-Sec deutlich süßer. Blanc de Blancs bedeutet reinen Chardonnay, Blanc de Noirs Champagner aus den roten Trauben Pinot Noir und Pinot Meunier. Ein Millésime ist ein Jahrgangschampagner aus einem einzigen, guten Jahr, während der Großteil der Produktion aus mehreren Jahren verschnitten wird. Frag ruhig nach, was im Glas ist – die Winzer erklären das gern und ohne Dünkel.

Praktisch heißt das: Kombiniere ein großes Haus und einen kleinen Winzer, dann hast du beide Seiten gesehen. Die Häuser buchst du online vorab, die Winzer erreichst du meist per Anruf oder E-Mail – spontanes Klingeln funktioniert selten. Rechne bei den Maisons mit Führungspreisen im mittleren zweistelligen Bereich, bei den Winzern oft mit einer kleinen Verkostungsgebühr. Und kauf ruhig ab Hof: Du zahlst meist weniger als im deutschen Handel, und die Flasche erinnert dich zu Hause an einen konkreten Hang, nicht an ein Supermarktregal.

Aktivitäten & Touren in Champagne

Alle 8 Aktivitäten
Unterkünfte

Übernachten in der Champagne – vom Winzerzimmer bis zum Stadthotel

Ob Stadthotel in Reims, Chambre d'hôtes beim Winzer oder Gutshaus zwischen den Reben – die Wahl entscheidet, wie nah du der Region kommst.

In den Städten wohnst du am praktischsten im Hotel. Reims hat die größte Auswahl, von einfachen Häusern am Bahnhof bis zu einer Handvoll Luxusadressen, und du gehst abends zu Fuß zum Essen, ohne dich ums Auto zu sorgen. Épernay ist kleiner, dafür bist du morgens sofort an der Weinstraße. Beide Städte eignen sich gut als Basis, wenn du keine Lust hast, jeden Tag den Koffer zu packen: Von Reims wie von Épernay erreichst du die Weinberge in Minuten, und untereinander sind sie per Bahn verbunden. Wer Troyes im Süden anhängt, sucht sich dort ein eigenes Quartier – die Distanz lohnt kein tägliches Pendeln.

Die charmanteste Variante ist die Chambre d'hôtes, das französische Bed & Breakfast, oft direkt beim Winzer. Du frühstückst am großen Tisch, der Gastgeber gibt Tipps für Verkostungen in der Nachbarschaft, und abends stehst du zwischen den Reben statt auf einem Hotelparkplatz. Gerade in den Dörfern der Côte des Blancs und der Montagne de Reims gibt es viele solcher Adressen, häufig zu fairen Preisen. Der Preis dafür: Du brauchst ein Auto, denn öffentlich sind die Dörfer kaum erreichbar. Buch in der Weinlese-Zeit im September früh, dann ist alles voll.

Für eine Gruppe oder Familie lohnt ein gîte, ein komplett gemietetes Ferienhaus, oft ein umgebautes Winzerhaus mit Küche und Garten. Das gibt Platz und Selbstversorgung, verlangt aber meist eine feste Wochenmiete und Anreise am Wochenende. Wer es besonders mag, findet auf einigen Weingütern inzwischen auch stilvolle Gästezimmer in den Herrenhäusern selbst – teurer, aber mit dem Keller quasi unter dem Bett. Achte bei allen Landunterkünften auf die Lagebeschreibung: 'ruhig gelegen' bedeutet hier manchmal ein paar Kilometer Feldweg bis zum nächsten Bäcker.

Eine ehrliche Empfehlung zum Zuschnitt: Kombiniere zwei Nächte Stadt und zwei Nächte Land. Am Anfang ein Hotel in Reims oder Épernay für Kathedrale, große Häuser und Restaurants, danach ein, zwei Nächte beim Winzer oder im gîte für die Weinstraße und die Ruhe. So bekommst du die Kultur und das Nachtleben der Städte, ohne auf das Aufwachen zwischen den Reben zu verzichten – und musst nach der Verkostung nicht mehr weit fahren, sondern sitzt schon dort, wo der Wein wächst.

Hotels in Champagne

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Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

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Essen & Trinken

Essen und Trinken in der Champagne

Champagner ist hier kein Feiertagsgetränk, sondern steht so selbstverständlich auf dem Tisch wie anderswo der Landwein.

Die Küche der Champagne ist bodenständiger, als der Ruf der Region vermuten lässt. Ein Klassiker ist die Andouillette de Troyes, eine kräftige Innereien-Wurst, die man liebt oder meidet – dazwischen gibt es wenig. Deftig geht es weiter mit dem potée champenoise, einem Eintopf aus Kohl, Kartoffeln und Schweinefleisch, und mit Gerichten, in denen der Champagner in der Sauce landet, etwa Hähnchen oder Fisch au champagne. Wer es mag, probiert den Chaource oder den kräftigen Langres, zwei Weichkäse aus der Region, deren Rinde beim Langres eine kleine Kuhle bildet, in die traditionell ein Schuss Marc gehört.

Zum Süßen sind die rosa Biscuits roses de Reims das Souvenir schlechthin: ein leichtes, zwiebackartiges Gebäck, seit dem 17. Jahrhundert in der Stadt hergestellt und dafür gemacht, in ein Glas Champagner getunkt zu werden, ohne zu zerfallen. In Reims bekommst du sie in jeder besseren Confiserie. Rund um die Feiertage tauchen außerdem Lebkuchen und Nougat auf den Märkten auf, und in Troyes lohnt der Blick in die Markthalle für Käse, Charcuterie und regionale Spezialitäten aus der Aube.

Beim Trinken führt natürlich kein Weg am Champagner vorbei, aber lohnt sich das Feintuning: Ein Blanc de Blancs von der Côte des Blancs schmeckt straff und mineralisch, ein Blanc de Noirs aus Pinot voller und runder. Neben dem Schaumwein keltert die Region auch stille Weine unter der Appellation Coteaux Champenois – rot wie der aus Bouzy oder weiß – sowie den rosé des Riceys, einen seltenen Stillrosé aus dem Süden. Ein Ratafia, der süße Aperitif aus Traubenmost und Weinbrand, rundet die Palette ab.

Praktisch gesehen reservierst du für ein gutes Abendessen in Reims oder Épernay besser vor, gerade am Wochenende. Viele Restaurants bieten Menüs mit passender Champagnerbegleitung an – eine gute Gelegenheit, verschiedene Stile zum Essen zu probieren, statt bei der Kellerführung nur ein einzelnes Glas zu bekommen. Auf dem Land schließen die Küchen früh und mittags gibt es oft nur ein festes Menü; wer flexibel isst, packt für die Fahrt durch die Weinberge ein Picknick mit Käse, Baguette und einer kalten Flasche ein.

Und noch ein Hinweis zum Timing: Um die französischen Feiertage und im August machen auch hier viele kleine Betriebe Ferien. Wer außerhalb der Saison reist, prüft vorab die Öffnungszeiten von Restaurants und Winzern, sonst steht man vor verschlossenen Türen. In der Weinlese im September dagegen ist die ganze Region wach, aber auch voller – dann früh reservieren.

Restaurants in Champagne

Alle 13 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise in die Champagne und unterwegs vor Ort

Die Champagne liegt so nah an Paris, dass der TGV die Fahrt zur Nebensache macht – für die Weinberge brauchst du trotzdem Räder.

Am schnellsten kommst du mit der Bahn. Der TGV fährt von Paris Gare de l'Est in rund 46 Minuten zum Bahnhof Reims Centre mitten in der Stadt; einzelne Züge halten an der etwas außerhalb gelegenen Station Champagne-Ardenne TGV, von der aus auch Verbindungen weiter nach Osten gehen. Aus Deutschland reist du am bequemsten über Paris an oder nimmst den TGV/ICE-Verbund über die Oststrecke – von Frankfurt oder Saarbrücken bist du mit einem Umstieg zügig da. Für eine reine Städtereise nach Reims und Épernay brauchst du dann vor Ort gar kein Auto, denn beide verbindet ein Regionalzug in gut einer halben Stunde.

Mit dem Auto rechnest du von Paris über die A4 rund anderthalb Stunden bis Reims, gut 145 Kilometer; die französischen Autobahnen sind mautpflichtig, die Péage zahlst du an den Stationen per Karte. Aus dem Westen und Süden Deutschlands lohnt die Fahrt über Metz und die A4, aus dem Norden über Belgien und die A26. Der Vorteil des eigenen Wagens zeigt sich, sobald du die Städte verlässt: Die Weinstraße und ihre Dörfer sind mit öffentlichem Verkehr kaum zu erreichen, und genau dort liegt der Reiz der Region.

Vor Ort gilt deshalb die Faustregel: Städte per Bahn und zu Fuß, Weinberge per Auto. Reims und Épernay sind kompakt und teils autofrei – stell den Wagen am Rand ab und geh zu Fuß. Für die Route Touristique du Champagne dagegen führt am Auto kaum ein Weg vorbei, es sei denn, du buchst eine geführte Weintour, bei der ein Fahrer euch von Keller zu Keller bringt. Das ist gerade dann sinnvoll, wenn alle mitverkosten wollen – niemand muss dann nüchtern bleiben, und die 0,5-Promillegrenze wird zum Problem des Anbieters.

Für Aktive ist die Champagne auch mit dem Rad ein Erlebnis: Ausgeschilderte Radwege wie die Véloroute durch die Weinberge und ehemalige Bahntrassen führen mit sanften Steigungen durch die Rebhänge, und viele Winzer liegen praktischerweise an der Strecke. E-Bikes gleichen die Hügel der Montagne de Reims aus. Wer nur einen Tag hat und trotzdem in die Reben will, mietet in Reims oder Épernay ein Rad, packt Käse und eine Flasche ein und rollt hinaus, wo die Zeilen den Horizont zerteilen.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

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Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Champagne – und welche Basis zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für die Champagne mit Wetter im Jahreslauf

Zwischen dem ersten Grün im Mai und der Weinlese im September liegt das Halbjahr, in dem die Champagne am schönsten ist – dazwischen entscheidet das Wetter, ob du die Reben leuchten siehst oder im Nieselregen stehst.

Das Klima der Champagne ist nordöstlich-kontinental geprägt: kühle, feuchte Winter, ein zögerliches Frühjahr, milde bis warme Sommer selten über 30 Grad und ein oft goldener, aber wechselhafter Herbst. Extreme Hitze ist hier die Ausnahme, Regen zu jeder Jahreszeit möglich – pack immer eine Jacke ein. Die beste Reisezeit hängt vom Plan ab: Für Weinberge und Verkostungen bei Sonne sind Spätfrühling und Frühherbst ideal, die Städte funktionieren fast ganzjährig. Die Werte unten gelten für Reims.

Jan5°1°kalt, ruhig
Feb7°1°kühl, wenig los
Mär11°3°erstes Grün
Apr15°5°Reben treiben aus
Mai19°9°grüne Hänge, ideal
Jun22°12°lange Tage, warm
Jul25°14°Hochsommer, voll
Aug25°14°warm, viele Betriebe im Urlaub
Sep21°11°Weinlese, ideal
Okt15°8°goldenes Laub
Nov9°4°grau, regnerisch
Dez6°2°kalt, festlich

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für die Champagne sind Mai und Juni sowie September bis Mitte Oktober: mildes Wetter, grüne oder herbstlich gefärbte Weinberge und in der Vendange im September die ganze Region auf den Beinen. Der Hochsommer ist gut fürs Wetter, aber im August machen viele kleine Winzer und Restaurants Ferien. Die Städte Reims, Épernay und Troyes lohnen sich das ganze Jahr, im Winter mit Weihnachtsmärkten und leeren Kellern für ruhige Führungen.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Champagne

Wie viele Tage braucht man für die Champagne?
Für Reims, Épernay und die Weinstraße rund um die Montagne de Reims reichen zwei bis drei Tage. Wer Troyes und die Côte des Bar im Süden anhängt oder mehrere Häuser und Winzer in Ruhe besuchen will, plant besser vier bis fünf Tage ein.
Wie kommt man von Paris in die Champagne?
Am schnellsten mit dem TGV: Von Paris Gare de l'Est fährst du in rund 46 Minuten zum Bahnhof Reims Centre mitten in der Stadt. Mit dem Auto sind es über die A4 etwa anderthalb Stunden und gut 145 Kilometer, wobei Autobahnmaut anfällt.
Braucht man in der Champagne ein Auto?
Für die Städte nicht – Reims und Épernay verbindet ein Regionalzug in gut einer halben Stunde, und beide erkundest du zu Fuß. Für die Weinstraße und die Winzerdörfer schon: Dorthin fährt kaum ein Bus. Alternativ buchst du eine geführte Weintour mit Fahrer.
Muss man Champagner-Kellerführungen vorab buchen?
Bei den großen Häusern in Reims und Épernay unbedingt, gerade am Wochenende sind die Slots früh vergeben – buch online ein paar Tage vorher. Kleine Winzer erreichst du meist telefonisch oder per E-Mail; spontanes Klingeln funktioniert dort selten.
Was kostet eine Champagner-Verkostung mit Führung?
Bei den großen Häusern liegen die Preise für eine Kellerführung mit Verkostung meist im mittleren bis oberen zweistelligen Bereich pro Person, je nach Haus und wie viele oder wie edle Gläser dabei sind. Kleine Winzer verlangen oft nur eine geringe Verkostungsgebühr oder rechnen sie beim Kauf an.
Was ist der Unterschied zwischen Reims und Épernay?
Reims ist die große Stadt mit der Krönungskathedrale und Häusern wie Ruinart, Taittinger und Veuve Clicquot in den unterirdischen Crayères. Épernay ist kleiner, gilt aber als Hauptstadt des Champagners: An der Avenue de Champagne sitzen Moët & Chandon, Pol Roger und Perrier-Jouët.
Lohnt sich Troyes für einen Besuch?
Ja, wenn du Zeit hast: Troyes liegt rund anderthalb Autostunden südlich von Reims und bietet eine der schönsten Fachwerkaltstädte Frankreichs, viel Kirchenglas und die großen Outlet-Center am Rand. Dazu beginnt hier die südliche Weinregion Côte des Bar.
Wann ist die beste Reisezeit für die Champagne?
Mai und Juni sowie September bis Mitte Oktober: mildes Wetter, grüne oder herbstlich gefärbte Weinberge und im September die Weinlese. Der Hochsommer ist warm, aber im August machen viele kleine Betriebe Ferien. Die Städte lohnen sich ganzjährig.
Was ist die Route Touristique du Champagne?
Ein Netz beschilderter Fahrstrecken durch die Weinberge, das die Anbaugebiete verbindet. Am beliebtesten sind die Runde um die Montagne de Reims zwischen Reims und Épernay und die Côte des Blancs mit ihren reinen Chardonnay-Dörfern wie Cramant und Le Mesnil-sur-Oger.
Was bedeutet Blanc de Blancs?
Ein Champagner aus reinem Chardonnay, meist von der Côte des Blancs; er schmeckt straff und mineralisch. Das Gegenstück ist der Blanc de Noirs aus den roten Trauben Pinot Noir und Pinot Meunier, der voller und runder ausfällt. Die meisten Champagner verschneiden alle drei Sorten.
Kann man die Champagne mit dem Fahrrad erkunden?
Gut sogar: Ausgeschilderte Radwege und ehemalige Bahntrassen führen mit sanften Steigungen durch die Weinberge, und viele Winzer liegen an der Strecke. E-Bikes gleichen die Hügel der Montagne de Reims aus. In Reims und Épernay kannst du Räder mieten und in die Reben rollen.
Welche Spezialitäten sollte man in der Champagne probieren?
Neben dem Champagner die rosa Biscuits roses de Reims zum Eintunken, die kräftige Andouillette de Troyes, die Weichkäse Chaource und Langres sowie stille Weine wie den Coteaux Champenois aus Bouzy. Als Aperitif lohnt der süße Ratafia aus Traubenmost und Weinbrand.
Ist die Champagne ein guter Ausflug ab Paris?
Sehr gut: Mit dem TGV bist du in 46 Minuten in Reims, sodass sogar ein Tagesausflug für Kathedrale und eine Kellerführung möglich ist. Für Épernay, die Weinstraße und ein paar Verkostungen solltest du aber mindestens eine Übernachtung einplanen.
ChampagneNordöstlich von Paris reift unter sanften Kreidehügeln der Wein, der einer ganzen Region seinen Namen gab.
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Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

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Touren & Tickets

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