Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Champagne
Vieles, was du hier sehen willst, liegt unter der Erde – doch das Berühmteste ragt in Reims 81 Meter in den Himmel.
Fang in Reims an, und zwar bei der Kathedrale Notre-Dame. Hier wurden über tausend Jahre lang die Könige Frankreichs gekrönt, von Ludwig dem Frommen bis Karl X., und die Fassade trägt mehr als zweitausend Figuren, darunter den lächelnden Engel, der zum Wahrzeichen der Stadt wurde. Geh hinein, wenn nachmittags die Sonne durch den Chor fällt: Dort leuchten seit 1974 die tiefblauen Fenster von Marc Chagall. Gleich nebenan zeigt der Palais du Tau die Krönungsschätze und die originalen Statuen, die man zum Schutz von der Fassade abgenommen hat. Ein paar Straßen weiter steht mit der Basilika Saint-Remi eine zweite UNESCO-Kirche, romanisch, dämmrig und fast ohne Touristen.
Die zweite Ebene der Champagne liegt buchstäblich darunter. In Reims graben sich die Crayères in den Kreidefels – kegelförmige Gruben, die schon die Gallo-Römer als Steinbruch anlegten und die Häuser wie Ruinart, Taittinger, Pommery und Veuve Clicquot später zu Reifekellern umbauten. Bei einer Führung steigst du dutzende Meter tief hinab in eine konstante Kühle von rund zehn Grad, vorbei an Wänden aus Flaschen, die dort Jahre auf der Hefe liegen. Auch dieses unterirdische Erbe zählt seit 2015 zum Welterbe, gemeinsam mit den Weinhängen und den Herrenhäusern der Region unter dem Titel Coteaux, Maisons et Caves de Champagne.
Über der Erde ordnet sich die Landschaft in drei große Weinbaugebiete, die du an einem langen Tag streifen kannst. Die Montagne de Reims ist ein bewaldetes Plateau, an dessen Hängen vor allem Pinot Noir wächst; am Rand liegt Hautvillers, das Dorf mit der Abtei, in der ein gewisser Mönch Dom Pérignon im 17. Jahrhundert Kellermeister war. Die Vallée de la Marne zieht sich westlich an Épernay vorbei dem Fluss entlang, Heimat des Pinot Meunier. Und südlich von Épernay steigt die Côte des Blancs an, wo fast nur Chardonnay steht – die Traube für den Blanc de Blancs.
Im Süden schließlich, gut anderthalb Autostunden von Reims entfernt, wartet Troyes mit einem ganz anderen Gesicht: keine Champagnerhäuser, sondern eine der besterhaltenen Fachwerkaltstädte Frankreichs. Dazwischen, rund um Bar-sur-Aube und Les Riceys, liegt die oft übersehene Côte des Bar – nähere an Burgund als an Reims, sowohl geografisch als auch im Charakter der Weine. Wer die ganze Champagne sehen will, plant deshalb keine Sternfahrt von einem Punkt aus, sondern eine Linie von Nord nach Süd.


























