Region · Frankreich

Bretagne

Wo Frankreich in den Atlantik ausfranst, treffen Gezeiten von über zwölf Metern auf rosa Granitfelsen, Korsarenmauern und die Menhirreihen von Carnac.

7 Städte41 Sehenswürdigkeiten31 Hotels
Überblick

Deine Bretagne auf einen Blick

Beste Zeit
April bis September; Mai, Juni und September bieten gutes Wetter bei weniger Andrang
Gut für
Küstenwandern (GR 34), Meeresküche, raue Natur, Roadtrips, Familien
Anreise
Flughafen Brest oder Rennes; TGV ab Paris-Montparnasse nach Rennes ca. 1,5 Std., nach Brest/Quimper ca. 4 Std., nach Saint-Malo ca. 3 Std.
Basis
Saint-Malo, Quimper oder ein Standort an der Côte de Granit Rose
Tipp
Mietwagen einplanen – viele Buchten und Dörfer liegen abseits der Bahnstrecken
Lage
Nordwesten, Halbinsel am Atlantik
Die Region

Was Bretagne ausmacht

Die Bretagne ist Frankreichs raue Atlantikspitze: rund 2.700 Kilometer Küste, an denen sich Leuchttürme, Fischerhäfen und ganze Felsenchöre aus rosa Granit aneinanderreihen. In Saint-Malo umschließt eine begehbare Korsarenmauer die nach dem Krieg wiederaufgebaute Altstadt, bei Carnac ziehen über 3.000 Menhire in schnurgeraden Reihen durchs Heideland, und an der Pointe du Raz bricht das Festland in Klippen ab, gegen die der Ozean unablässig schlägt. Dazwischen liegen der stille Golfe du Morbihan mit seinen Inseln, die Fachwerkgassen von Dinan hoch über der Rance und die türkisen Buchten der Presqu'île de Quiberon. Gegessen wird herzhaft und regional: Galettes aus Buchweizen, Austern aus Cancale, gesalzenes Butterkaramell und eine Bolée Cidre dazu. Es ist eine Region für Küstenwanderer auf dem GR34, für Gezeiten-Beobachter und für alle, die lieber den Atlantik als das Mittelmeer wollen – und die ein Wetter mögen, das an einem Tag durch vier Jahreszeiten geht.

Reiseführer

Bretagne von A bis Z

Aktualisiert Juli 2026

Am frühen Morgen liegt bei Ebbe der halbe Meeresboden trocken vor Saint-Malo, Boote kippen im Schlick zur Seite, und Muschelsucher stapfen mit Eimern dorthin, wo abends wieder zwölf Meter Wasser stehen. Die Bretagne beginnt nicht an einem Ortsschild – sie beginnt in dem Moment, in dem du merkst, dass hier nicht die Uhr den Tag bestimmt, sondern die Gezeitentafel – ob du zur Insel laufen kannst, ob der Strand gerade da ist und wann das Meer zurückkommt. Dazu ein Wetter, das in einer Stunde von Sonne auf Regen und zurück schaltet, und eine Küste, die kein Ende zu nehmen scheint.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Bretagne

Vieles, wofür du herkommst, steht nicht in einem Museum, sondern draußen an der Küste – und richtet sich nach Licht und Tide.

Fang an der Nordküste an: Saint-Malo mit seiner begehbaren Korsarenmauer ist der bekannteste Ort der Bretagne, gleich dahinter liegt die Austernstadt Cancale und das mittelalterliche Dinan über der Rance. Von hier ist es nur ein Sprung zum Mont-Saint-Michel, der zwar knapp jenseits der Grenze in der Normandie liegt, aber von fast jeder Bretagne-Reise mitgenommen wird – der Klosterberg in der Bucht ist die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Frankreichs außerhalb von Paris. Plane die großen Orte nach Tageszeit: Saint-Malos Wehrgang gehört dir morgens fast allein, mittags drängen sich hier die Bustouren.

Weiter westlich beginnt die Côte de Granit Rose zwischen Perros-Guirec und Ploumanac'h, wo hausgroße Felsblöcke aus rosafarbenem Granit am Wasser liegen – bei tief stehender Sonne glühen sie regelrecht. Am äußersten Ende des Festlands ragt die Pointe du Raz als Klippenkap in den Atlantik, davor liegt das Meer von Iroise mit seinen Leuchttürmen. Diese wilde Westspitze, das Finistère – wörtlich das Ende der Erde –, ist der raueste, eindrucksvollste Teil der Region und lohnt jeden Umweg von den bequemeren Badeorten im Süden.

Für Kulturgeschichte fährst du ins Landesinnere und in die Städte: die Menhirfelder von Carnac mit über 3.000 in Reihen aufgestellten Steinen aus der Jungsteinzeit, die faszinierender sind, als jedes Foto vermuten lässt, dazu die typisch bretonischen enclos paroissiaux – ummauerte Kirchhöfe mit reich geschnitzten Kalvarienbergen, etwa in Saint-Thégonnec. Quimper im Süden bündelt die Kultur der Cornouaille: gotische Kathedrale, Fayence-Manufakturen und das Festival de Cornouaille im Juli.

Wer die Bretagne wirklich sehen will, wandert ein Stück auf dem GR34, dem Sentier des Douaniers. Der alte Zöllnerpfad zieht sich über rund 2.000 Kilometer fast lückenlos die gesamte Küste entlang – du musst ihn nicht am Stück laufen, aber ein Tagesabschnitt, etwa der zwischen Ploumanac'h und Trégastel oder rund um Cap Fréhel mit seinem Leuchtturm und der Festung Fort la Latte, zeigt dir mehr von der Küste als jede Aussichtsplattform mit Parkplatz davor.

Sehenswürdigkeiten in Bretagne

Alle 41 Sehenswürdigkeiten
Saint-Malo

Saint-Malo, die Korsarenstadt hinter der Mauer

Auf dem Wehrgang bläst dir der Wind ins Gesicht, unten schlägt die Flut gegen den Granit, und am Horizont liegen die kleinen Festungsinseln im Dunst.

Saint-Malo war jahrhundertelang die Stadt der Korsaren – staatlich lizenzierter Kaperfahrer, die im Namen des Königs Handelsschiffe aufbrachten und die Stadt reich machten. Das Herz ist bis heute Intra-Muros, die von einer kompletten Wehrmauer umschlossene Altstadt. Der Rundgang oben auf dem Wall ist kostenlos, dauert eine gute halbe Stunde und ist das Erste, was du hier tun solltest: Auf der einen Seite die engen Granitgassen und Schieferdächer, auf der anderen der offene Atlantik mit den Inselchen Grand Bé und Petit Bé. Was du siehst, ist größtenteils Wiederaufbau – im August 1944 wurde Intra-Muros zu rund achtzig Prozent zerstört und anschließend originalgetreu neu errichtet.

Vom Wall führen Treppen bei Ebbe direkt an den Strand. Zur Île du Grand Bé, wo der Schriftsteller Chateaubriand begraben liegt, kannst du bei Niedrigwasser trockenen Fußes hinüberlaufen – aber nur dann. Hier herrschen die stärksten Gezeiten des europäischen Festlands: Der Tidenhub in der Bucht erreicht bei Springtide über zwölf Meter, und das Wasser kommt schneller zurück, als viele erwarten. Häng dir die Gezeitentafel ans Handy oder frag im Office de Tourisme nach den horaires des marées – wer auf der Insel die Flut verpasst, sitzt dort mehrere Stunden fest oder muss von der Feuerwehr geholt werden.

Rund um die Stadt lohnt der Blick über die Mauern hinaus: Am gegenüberliegenden Ufer der Rance liegt das mondäne Seebad Dinard mit seinen Belle-Époque-Villen, im Sommer verbindet ein kleines Fährboot beide Ufer in wenigen Minuten. Nördlich reihen sich lange Sandstrände wie der Plage du Sillon, an dem bei Sturm die Wellen über die Promenade schlagen. Und nur zwölf Kilometer östlich liegt Cancale, Frankreichs bekannteste Austernstadt, wo du am Markt unter der Kaimauer ein Dutzend frischer Austern direkt am Wasser isst.

Praktisch ist Saint-Malo ein idealer Startpunkt für die Nordbretagne: Der TGV bindet die Stadt direkt ans Netz an, von hier gehen Fähren nach England und zu den Kanalinseln, und Dinan, Cancale, Cap Fréhel und der Mont-Saint-Michel liegen alle in unter einer Stunde. Parken solltest du außerhalb der Mauern – Intra-Muros ist eng und im Sommer verstopft. Die großen Parkhäuser und der Parkplatz am Bahnhof sind ausgeschildert, von dort läufst du in wenigen Minuten durch das Stadttor Porte Saint-Vincent hinein.

Mont-Saint-Michel

Mont-Saint-Michel, der Klosterberg in der Bucht

Von Weitem schwimmt der Berg scheinbar über den Salzwiesen, und je näher du kommst, desto steiler türmt sich die Abtei über den Dächern auf.

Ehrlich vorweg: Der Mont-Saint-Michel liegt genau genommen nicht in der Bretagne, sondern knapp jenseits des Grenzflüsschens Couesnon in der Normandie – ein alter Streit, den die Bretonen bis heute nicht ganz aufgegeben haben. Trotzdem gehört er auf fast jede Bretagne-Route, denn er liegt nur eine gute Stunde von Saint-Malo entfernt und markiert das östliche Ende der großen Gezeitenbucht. Die Benediktinerabtei auf dem Granitfelsen wird seit dem 8. Jahrhundert bebaut, thront rund achtzig Meter über der Bucht und zählt zum UNESCO-Welterbe. Der Aufstieg durch die einzige, oft überfüllte Gasse hinauf zur Abteikirche lohnt sich – oben stehst du im gotischen Kreuzgang mit Blick über das Watt bis zum Horizont.

Der Berg ist eine Gezeiteninsel, und die Tide bestimmt hier alles. An wenigen Tagen im Monat, rund um die grandes marées bei Voll- und Neumond, schließt das Wasser den Mont fast ganz ein und flutet die Bucht mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Die genauen Zeiten und die Höhe der Gezeitenkoeffizienten stehen auf der offiziellen Website und an jedem Aushang vor Ort – plane deinen Besuch danach, ein Berg im vollständig gefluteten Watt ist ungleich eindrucksvoller als bei Ebbe. Geführte Wattwanderungen mit lizenzierten Guides führen bei Niedrigwasser um den Felsen; ohne Führung ist das Watt wegen Treibsand und schnell steigendem Wasser lebensgefährlich.

Zur Logistik: Direkt am Berg darf niemand mehr parken. Du stellst den Wagen auf dem großen, kostenpflichtigen Festland-Parkplatz ab und legst die letzten gut zweieinhalb Kilometer zu Fuß über den Damm zurück oder nimmst die kostenlose Pendel-Navette, die im Takt fährt. Rechne mit deutlich mehr Zeit, als der Berg von Weitem vermuten lässt – allein Parken, Shuttle und Aufstieg fressen einen halben Tag. Wer die Menschenmassen scheut, kommt früh am Morgen oder am späten Nachmittag, wenn die Tagesbusse weg sind und das Licht über der Bucht warm wird.

Für das eindrücklichste Erlebnis übernachtest du in der Nähe und siehst den Berg zweimal: einmal tagsüber von innen und einmal abends von außen, wenn die Abtei angestrahlt wird und sich über den dunklen Salzwiesen erhebt. Die Prés-salés, die von der Flut überspülten Salzwiesen ringsum, liefern übrigens den berühmten agneau de pré-salé – Lammfleisch mit von Natur aus salzigem, würzigem Geschmack, das du in den Restaurants der Region auf der Karte findest.

Carnac & Megalithen

Carnac und die Menhirreihen aus der Steinzeit

In der Morgendämmerung ziehen die Steinreihen wie eine versteinerte Prozession durch das Heideland, und niemand weiß bis heute genau, wozu.

Bei Carnac im Süden der Bretagne stehen die größten Megalithanlagen der Welt: Über 3.000 Menhire – aufrecht gestellte Steine – ziehen sich in schnurgeraden, teils über einen Kilometer langen Reihen durch die Landschaft, aufgestellt zwischen etwa 5000 und 3000 vor Christus, also lange vor Stonehenge und den ägyptischen Pyramiden. Die drei großen Felder Ménec, Kermario und Kerlescan reihen tausende Steine gestaffelt nach Größe. Wer sie gebaut hat und warum – Kultstätte, Kalender, Grenzmarkierung – ist bis heute nicht abschließend geklärt, und genau das macht den Ort so eindringlich.

Wichtig für die Planung: Die Hauptfelder sind aus Bodenschutzgründen den Großteil des Jahres eingezäunt, weil der Boden unter dem Besucherandrang gelitten hat. Von Ende Juni bis Anfang September kommst du nur mit einer geführten Tour zwischen die Steine; in der Nebensaison, etwa von Oktober bis März, ist der Zugang oft frei und du läufst allein zwischen den Reihen. Los geht es an der Maison des Mégalithes gegenüber dem Ménec-Feld, wo du dich informierst, Führungen buchst und einen ersten Überblick von der Aussichtsterrasse bekommst. Der Eintritt zu den Führungen ist moderat, das Gelände selbst gehört dem französischen Staat.

Neben den Steinreihen lohnen die Grabhügel und Dolmen der Umgebung: Der Tumulus Saint-Michel mitten in Carnac ist ein begehbarer Grabhügel, vom Table des Marchands in Locmariaquer bis zum riesigen, heute umgestürzten Grand Menhir reicht die megalithische Landschaft rund um den Golfe du Morbihan. Das Musée de Préhistoire in Carnac ordnet die Funde ein und ist gerade mit Kindern ein guter Regentag-Plan, wenn das bretonische Wetter mal wieder umschlägt.

Carnac ist zugleich ein beliebter Badeort: Carnac-Plage hat mehrere flach abfallende, familienfreundliche Sandstrände, dahinter Pinien und ein Thalasso-Zentrum. Die Kombination aus Weltkulturerbe am Morgen und Strand am Nachmittag macht den Ort zu einem der beliebtesten Standquartiere im Morbihan. Von hier erreichst du Quiberon, den Golf mit Vannes und die Halbinsel von Locmariaquer jeweils in unter einer Stunde – ideal, um den Süden der Bretagne von einem festen Punkt aus zu erkunden.

Côte de Granit Rose

Die Rosa Granitküste zwischen Perros-Guirec und Ploumanac'h

Bei tief stehender Abendsonne bekommen die Felsen einen warmen Schimmer, als hätte jemand das ganze Ufer in Rosé getaucht.

Die Côte de Granit Rose an der Nordküste ist eine der eigenwilligsten Landschaften Frankreichs: Auf wenigen Kilometern zwischen Perros-Guirec, Ploumanac'h und Trégastel liegen hausgroße, rundgeschliffene Felsblöcke aus rosafarbenem Granit direkt am Wasser, aufgetürmt zu bizarren Formen, denen die Einheimischen Namen wie Pfannkuchen, Schildkröte oder Teufelshandschuh gegeben haben. Der Granit ist tatsächlich rosa – ein Effekt des enthaltenen Feldspats –, und bei Sonnenauf- und -untergang, wenn das Licht flach einfällt, leuchtet die Küste am intensivsten. Weltweit gibt es diese Gesteinsfärbung an nur wenigen Küsten.

Der beste Weg, sie zu erleben, ist der Sentier des Douaniers, ein Abschnitt des GR34, der von der Plage de Trestraou in Perros-Guirec über gut sechs Kilometer nach Ploumanac'h führt. Der Pfad windet sich zwischen den Felsen hindurch, vorbei am kleinen Leuchtturm Mean Ruz, der selbst aus rosa Granit gemauert ist, und an Aussichtspunkten über das Meer mit dem Vogelschutzgebiet der Sept-Îles vor der Küste. Die Strecke ist gut markiert, familientauglich und in etwa zwei Stunden zu gehen; feste Schuhe reichen, echte Bergausrüstung braucht es nicht.

Ploumanac'h selbst, ein Ortsteil von Perros-Guirec, wurde 2015 zum Lieblingsdorf der Franzosen (Village préféré des Français) gewählt und hat einen geschützten Badestrand zwischen den Felsen, die Plage Saint-Guirec mit einem kleinen Oratorium auf einer Felszunge. Von hier setzen im Sommer Boote zu den Sept-Îles über, dem größten Seevogelschutzgebiet Frankreichs, wo Basstölpel und im Frühsommer auch Papageitaucher brüten. Trégastel am westlichen Ende hat mit dem Aquarium marin und weiteren Felsstränden einen weiteren guten Anlaufpunkt.

Als Standquartier eignet sich Perros-Guirec: ein klassisches Seebad mit langen Stränden, Thalasso und Promenade, von dem aus du die ganze Rosa Granitküste zu Fuß und mit dem Auto erschließt. In der Umgebung lohnen die kleine Rosengranit-Halbinsel um Trébeurden und das mittelalterliche Tréguier mit seiner Kathedrale. Wer weiterfährt, erreicht in einer knappen Stunde das Cap Fréhel im Osten oder in gut anderthalb Stunden Roscoff mit den Fähren nach England und der Île de Batz vorgelagert.

Finistère & wilder Westen

Pointe du Raz und das wilde Ende des Finistère

Am Kap steht der Wind fast immer, das Gras liegt flach, und unter den Klippen zerschlägt sich der Atlantik an den Felsen des Raz de Sein.

Die Pointe du Raz ganz im Westen des Finistère ist das dramatischste Kap der Bretagne: eine schmale Klippenzunge, die rund siebzig Meter senkrecht ins Meer abfällt und weit in den Atlantik hinausragt. Vorgelagert liegt der berüchtigte Raz de Sein, eine Meerenge mit reißenden Strömungen, hinter der die flache Île de Sein aus dem Wasser ragt. Auf den Klippen wacht eine Statue der Notre-Dame des Naufragés – der Muttergottes der Schiffbrüchigen –, und weiter draußen blinkt der einsame Leuchtturm La Vieille. Es ist einer der westlichsten Punkte des französischen Festlands und trägt das Siegel Grand Site de France.

Der Zugang ist bewusst reguliert, um die empfindliche Heidelandschaft zu schützen: Du parkst auf einem kostenpflichtigen Großparkplatz am Besucherzentrum und läufst von dort rund fünfzehn bis zwanzig Minuten über einen befestigten Weg zur Spitze; ein kostenloser Elektrobus fährt für alle, die nicht gut zu Fuß sind. Am Kap selbst führen schmale Pfade an den Klippenrand – bleib auf den Wegen, bei Nässe und Wind ist der Rand rutschig und ungesichert. Zieh feste Schuhe und eine winddichte Jacke an, hier oben ist es fast immer kühler und windiger als im Landesinneren.

Direkt nebenan liegt die deutlich ruhigere Pointe du Van, und dazwischen öffnet sich die Baie des Trépassés, die Bucht der Verstorbenen, ein weiter Sandstrand, an dem sich im Winter die Wellen für Surfer auftürmen. Zusammen bilden sie das Cap Sizun, eine Halbinsel voller Klippenpfade und Vogelreservate. Weiter nördlich schließt die Pointe de Pen-Hir mit ihren vorgelagerten Felsnadeln bei der Halbinsel Crozon an – die gesamte Westküste des Finistère ist ein einziges Aneinanderreihen wilder Kaps.

Als Basis für den wilden Westen bietet sich Douarnenez oder das nahe Audierne an, von wo im Sommer die Fähre zur Île de Sein ablegt. Die Landzunge der Crozon-Halbinsel und die Rade de Brest liegen nördlich, die Cornouaille mit Quimper südöstlich. Wer die Bretagne bis zum letzten Zipfel sehen will, plant hier zwei, drei Tage ein – die Strecken sind kurz, aber an jedem Kap willst du anhalten, und das Wetter zwingt dich ohnehin zur Langsamkeit.

Quiberon & Strände

Quiberon, die Côte Sauvage und die besten Strände

Auf der Landzunge liegt links das ruhige, türkise Wasser der Badebuchten und rechts die zerklüftete Wildküste, an der der Atlantik gegen die Felsen donnert.

Die Presqu'île de Quiberon ist eine schmale, rund vierzehn Kilometer lange Halbinsel, die im Süden der Bretagne wie ein Finger in den Atlantik zeigt und an manchen Stellen nur wenige hundert Meter breit ist. Ihre beiden Seiten könnten unterschiedlicher kaum sein: Die geschützte Ostseite zur Bucht von Quiberon hat feine, flach abfallende Sandstrände und ruhiges Wasser, ideal für Familien. Die dem offenen Meer zugewandte Westseite dagegen ist die Côte Sauvage – eine wilde Steilküste aus Felsen, Grotten und Brandung, an der Baden lebensgefährlich, das Wandern auf dem Küstenpfad aber grandios ist. Der kleine Ort Quiberon am Südende hat einen Hafen, Strand und die Thalasso-Tradition, für die die Bretagne bekannt ist.

Von Port-Maria in Quiberon setzt die Fähre in gut vierzig Minuten nach Belle-Île-en-Mer über, der größten Insel der Bretagne. Belle-Île lohnt einen ganzen eigenen Tag: Steilküsten wie die berühmten Aiguilles de Port-Coton, die schon Claude Monet malte, dazu geschützte Buchten, das Städtchen Le Palais mit seiner Vauban-Zitadelle und ein Netz aus Wander- und Radwegen. Im Sommer solltest du die Überfahrt mit Auto lange vorab buchen oder den Wagen gleich am Festland stehen lassen und auf der Insel Fahrräder oder E-Bikes mieten – das ist ohnehin die schönere Art, Belle-Île zu erkunden.

Zu den Stränden allgemein: Die Bretagne hat tausende, von weiten Familienbuchten bis zu einsamen Sandzungen, die du nur zu Fuß erreichst. Im Süden, rund um den Golfe du Morbihan, Carnac und die Halbinsel Rhuys, ist das Wasser am wärmsten und ruhigsten. An der Nordküste liegen breite Sandstrände wie in Saint-Malo, Erquy oder rund um Perros-Guirec. Und für türkises Karibik-Wasser fährst du zu den Îles de Glénan vor Concarneau, deren weißer Sand und klares Wasser fast unwirklich wirken. Denk aber immer an die Gezeiten – an flachen Küsten zieht sich das Meer bei Ebbe hunderte Meter zurück.

Für Aktive ist die Küste ein Spielplatz: Segeln und Katamaran hat in der Bucht von Quiberon und im Golfe du Morbihan Tradition, Kitesurfer und Wellenreiter finden an der Atlantikküste ihre Spots, und Kajaktouren führen durch die geschützten Inselwelten. Die Bretagne ist zudem das Mutterland der Thalassotherapie – Meerwasseranwendungen gegen das raue Klima –, mit renommierten Zentren in Quiberon, Roscoff und Saint-Malo. Ein halber Tag Thalasso passt gut in einen verregneten Bretagne-Tag, von denen es garantiert einige gibt.

Aktivitäten & Touren in Bretagne

Alle 19 Aktivitäten
Rundreise

Bretagne-Rundreise in 7 bis 10 Tagen

Die klassische Runde folgt der Küste im Uhrzeigersinn: von der Korsarenstadt im Nordosten über den wilden Westen bis in den milden Süden am Golfe du Morbihan.

Eine bewährte Route in sieben bis zehn Tagen beginnt in Saint-Malo im Nordosten mit Abstecher zum Mont-Saint-Michel und nach Dinan. Von dort folgst du der Nordküste westwärts: Cap Fréhel und Fort la Latte, dann die Côte de Granit Rose um Ploumanac'h. Weiter geht es ins Finistère mit Roscoff, der Rade de Brest und der Halbinsel Crozon, hinunter zur Pointe du Raz. Über Quimper und Concarneau erreichst du den Süden, wo Carnac, der Golfe du Morbihan mit Vannes und die Halbinsel Quiberon den Abschluss bilden. Wer zehn Tage hat, baut mehr Wanderungen und einen Inseltag auf Belle-Île oder Bréhat ein.

Der entscheidende Fehler wäre, jeden Abend das Quartier zu wechseln. Die Bretagne ist größer, als sie auf der Karte wirkt, und die Küstenstraßen sind kurvig. Teile die Runde besser in drei, vier Standorte: einen im Nordosten (Saint-Malo oder Dinan), einen an der Rosa Granitküste, einen im Finistère (etwa Quimper oder die Crozon-Halbinsel) und einen im Süden (Vannes, Carnac oder Quiberon). Von jedem aus machst du zwei bis drei Tagesausflüge, ohne ständig zu packen – so bleibt Zeit für die Küstenpfade und die langen Abende, für die man eigentlich herkommt.

Ohne Auto ist die Bretagne mühsam, aber nicht unmöglich. Der TGV bringt dich von Paris in gut anderthalb bis zwei Stunden nach Rennes und weiter direkt nach Saint-Malo, Brest oder Quimper. Von diesen Bahnhöfen fahren im Sommer saisonale Busse und Bahnlinien zu vielen Küstenorten, und für Inseln wie Belle-Île oder Bréhat brauchst du ohnehin kein Auto. Für die abgelegenen Kaps, kleinen Häfen und Menhirfelder aber ist der Mietwagen klar die bequemste Lösung – und ein Vorteil der Bretagne: Die Schnellstraßen sind mautfrei.

Plane realistisch mit dem Wetter. Die Bretagne ist grün, weil es regnet, und der Regen kommt oft in schnellen Schauern zwischen Sonnenphasen. Baue in die Route flexible Puffer ein: An einem Tag mit Dauerregen tauschst du die Klippenwanderung gegen ein Aquarium, ein Fayence-Atelier in Quimper, das Prähistorie-Museum in Carnac oder eine Cidrerie. Und dreh die Reihenfolge notfalls um – wenn der Westen im Regen versinkt, während der Süden Sonne meldet, fährst du eben andersherum. Die Bretagne belohnt, wer sich nach dem Himmel richtet statt nach dem Plan.

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Unterkünfte

Ferienhaus, Gîte oder Hotel in der Bretagne

Abends, wenn im Steinhaus das Feuer knistert und draußen der Wind ums Dach zieht, verstehst du, warum die Bretonen ihre dicken Granitmauern lieben.

Die beliebteste Unterkunft für einen Bretagne-Urlaub ist das Gîte – ein oft liebevoll hergerichtetes Ferienhaus, häufig aus dem typischen Granitstein, das du wochenweise mietest. Du hast Platz, eine Küche für die Marktbeute vom Morgen, und wohnst mitten in Dörfern oder an der Küste, wo es kaum Hotels gibt. Der Preis dafür: Du brauchst ein Auto, die Häuser vermieten meist samstags bis samstags, und die guten Objekte an der Küste sind für Juli und August früh ausgebucht. Achte auf die Lagebeschreibung – nah am Meer kann auch heißen, dass zwischen Haus und Strand eine Straße und ein Feld liegen.

Wer nicht selbst kochen will, findet an der Küste klassische Seebäder mit Hotels in allen Kategorien: Saint-Malo, Dinard, Perros-Guirec, Bénodet oder Quiberon haben eine lange Bäder-Tradition, oft mit Thalasso-Anschluss. In den Städten Rennes, Quimper, Vannes und Brest wohnst du zentral und gut ans Bahnnetz angebunden. Chambres d'hôtes – die französischen Bed-and-Breakfasts – sind eine charmante Zwischenlösung: privat geführt, mit Frühstück und meist Gastgebern, die dir die besten Buchten und Crêperies der Umgebung verraten.

Camping ist in der Bretagne groß, und die Auswahl reicht vom einfachen Bauernhof-Stellplatz bis zum großen Ferienpark mit Pool und Animation direkt hinter den Dünen. Besonders dicht liegen die Plätze im Süden rund um Carnac, den Golfe du Morbihan und Bénodet, wo es am wärmsten ist. Wer ohne eigenes Zelt kommt, mietet ein Mobilheim oder ein Glamping-Zelt. Für Wohnmobile gibt es zusätzlich viele kommunale Aires de Camping-Car am Ortsrand – oft günstig und nah am Hafen. Wildes Campen ist an der Küste verboten und wird kontrolliert.

Ein Gedanke zur Lage: Weil die Bretagne so weitläufig ist, lohnt es sich, die Unterkunft nach dem Reiseabschnitt zu wählen statt eine einzige für alles. Zwei bis drei Standquartiere – eines im Norden, eines im Westen, eines im Süden – sparen dir stundenlange Rückfahrten. Und buche für die Hauptsaison früh: Juli und August, dazu die französischen Schulferien und lange Wochenenden, sind an der Küste die Zeit, in der ganz Frankreich in die Bretagne fährt. In der Nebensaison zahlst du oft ein Drittel weniger und hast die Buchten für dich.

Hotels in Bretagne

Alle 31 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken in der Bretagne

In der Crêperie kippt die Bäckerin den Buchweizenteig auf die runde Platte, streicht ihn mit dem Rechen glatt, und Sekunden später klappt eine Galette mit Ei, Schinken und Käse auf den Teller.

Das Nationalgericht der Bretagne ist die Galette: ein dünner Pfannkuchen aus Buchweizenmehl – hier sarrasin oder blé noir genannt –, herzhaft belegt, klassisch als galette complète mit Schinken, Ei und Käse. Dazu trinkt man Cidre aus der bolée, einer henkellosen Steingut- oder Keramikschale, nicht aus dem Glas. Die süße Schwester ist die crêpe aus Weizenmehl, mit Zucker, Marmelade oder gesalzenem Butterkaramell. Eine gute Crêperie ist in der Bretagne kein Touristenlokal, sondern Alltagsküche – herzhafte Galette als Hauptgang, süße Crêpe als Dessert, und der Cidre wird oft nach Süße-Graden von brut bis doux angeboten.

Vom Meer kommt der Rest der Karte: Austern aus Cancale und aus dem Golfe du Morbihan, die du roh mit einem Spritzer Zitrone isst, moules-frites, Miesmuscheln mit Pommes, dazu Hummer und die geschätzten coquilles Saint-Jacques, Jakobsmuscheln aus der Bucht von Saint-Brieuc. In den Häfen von Concarneau, Douarnenez oder Erquy landen Thunfisch, Sardinen und Makrelen; die Konservendosen mit edel eingelegten Sardinen sind ein bretonisches Mitbringsel mit Kultstatus. Und die cotriade, ein bretonischer Fischeintopf, ist das Pendant zur südfranzösischen Bouillabaisse.

Süß wird es mit zwei Klassikern: dem kouign-amann, einem butter- und zuckerschweren Blätterkuchen aus Douarnenez, dessen Name auf Bretonisch schlicht Butterkuchen heißt, und dem far breton, einem dichten Eierkuchen mit Backpflaumen. Über allem thront das caramel au beurre salé, das gesalzene Butterkaramell, das hier erfunden wurde und in Bonbons, Aufstrichen und über Crêpes allgegenwärtig ist. Der Grund für so viel Butter: Die Bretagne ist eine große Milch- und Butterregion, und die berühmte demi-sel-Butter mit Salzkristallen prägt fast jedes Gericht.

Zu trinken gibt es außer Cidre auch chouchen, einen bretonischen Honigwein, und die Region hat eine lebendige Bier-Szene mit eigenen Brauereien. Wein wächst hier oben nicht mehr richtig, dafür ist die Bretagne stolz auf ihre Getränke aus Apfel und Honig. Kauf auf den Märkten ein – jede Stadt hat ihren Wochenmarkt mit Austernständen, Käse, gesalzener Butter und dem Fang des Tages. Ein Marktbesuch am Vormittag, ein paar Austern am Kai und abends eine Galette in der Crêperie: mehr bretonisches Essprogramm braucht ein Tag nicht.

Restaurants in Bretagne

Alle 33 Restaurants
Anreise & Mobilität

Anreise in die Bretagne und Mobilität vor Ort

Auf der mautfreien voie express nach Westen wird das Land grüner, die Ortsnamen bretonischer, und irgendwann taucht am Horizont zum ersten Mal das Meer auf.

Mit dem Zug ist die Bretagne aus Deutschland gut erreichbar, wenn auch mit Umstieg: von Paris fährt der TGV über die Schnellstrecke in rund anderthalb Stunden nach Rennes, der Hauptstadt der Region, und weiter direkt nach Saint-Malo, Brest oder Quimper. Aus Deutschland verbindest du dich in Paris – von Frankfurt oder dem Rheinland über Paris nach Rennes bist du je nach Verbindung sechs bis acht Stunden unterwegs. In Paris musst du dabei meist zwischen den Bahnhöfen wechseln (Ankunft Gare de l'Est, Weiterfahrt ab Gare Montparnasse), plane dafür genug Zeit ein.

Mit dem Flugzeug führen Verbindungen nach Rennes, Brest, Nantes (technisch schon jenseits der Regionsgrenze, aber ein gängiges Tor zum Süden) und im Sommer teils direkt an die Küste. Aus Deutschland gibt es meist keine Direktflüge tief in die Bretagne, sodass sich für viele die Kombination aus Flug nach Paris oder Nantes und Mietwagen oder TGV anbietet. Wer mit dem eigenen Auto kommt, rechnet ab Westdeutschland grob mit neun bis elf Stunden Fahrt über Belgien und Paris herum; auf den französischen Autobahnen fällt streckenweise Péage-Maut an, die sich über eine lange Strecke summiert.

Der große Vorteil, sobald du in der Region bist: Die Bretagne hat kein Autobahn-Mautsystem. Seit dem Ausbauprogramm der 1970er-Jahre durchzieht ein Netz gut ausgebauter, vierspuriger Schnellstraßen – die voies express – die Region komplett kostenlos. Auf der N12, N165 oder N164 kommst du zügig und ohne Mautstationen von einer Küste zur anderen. Das macht Rundreisen mit dem Mietwagen günstig und unkompliziert; nur die kleinen Küstensträßchen und Ortsdurchfahrten in der Hauptsaison bremsen dich, nicht die Kosten.

Für die letzte Meile gilt: Ein Mietwagen ist für die abgelegenen Kaps, Menhirfelder und kleinen Häfen praktisch unverzichtbar, weil Busse dort selten und nach Schulzeiten getaktet fahren. Innerhalb der Region verbindet die Bahn immerhin die größeren Städte, und zu den Inseln – Belle-Île, Bréhat, Ouessant, Sein oder die Glénan – kommst du ohnehin nur per Fähre, dort brauchst du dann kein Auto. Für die beliebten Inselüberfahrten und Autofähren in der Hauptsaison gilt wie überall in der Bretagne: rechtzeitig buchen, sonst stehst du am Kai und schaust dem Boot hinterher.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Städte & Basisorte

Die schönsten Städte in Bretagne – und welche Basis zu dir passt

Saint-MaloSaint-MaloDie Korsarenstadt hinter der komplett begehbaren Wehrmauer: Granitgassen, lange Strände und die stärksten Gezeiten des europäischen Festlands. Idealer Startpunkt für die Nordbretagne, Cancale, Dinan und den Mont-Saint-Michel.Ideal für: Küste & Geschichte1–2 TageDinanDinanEine der besterhaltenen Fachwerkstädte der Bretagne, gestaffelt über der Rance: dreieinhalb Kilometer Stadtmauer, kopfsteingepflasterte Handwerkergassen und ein alter Flusshafen unten am Wasser.Ideal für: Mittelalter & Fachwerk1 TagVannesVannesDas Tor zum Golfe du Morbihan hinter einem fast vollständigen Mauerring: bunte Fachwerkfassaden, Kathedrale und ein Hafen, von dem Boote in den inselreichen Golf ablegen.Ideal für: Golf & Altstadt1–2 TageQuimperQuimperDie heimliche Hauptstadt der Cornouaille am Zusammenfluss von Odet und Steïr: gotische Kathedrale mit zwei Türmen, Fayence-Manufakturen und im Juli das große Festival de Cornouaille.Ideal für: Kultur & Finistère1 TagConcarneauConcarneauGroßer Thunfischhafen mit der Ville Close, einer ummauerten Altstadt auf eigener Insel. Von hier setzt du zu den türkisen Glénan-Inseln über und isst abends Muscheln am Kai.Ideal für: Hafen & Inseln1 TagCarnacCarnacWeltkulturerbe und Badeort in einem: über 3.000 Menhire in Reihen am Morgen, flach abfallende Familienstrände am Nachmittag. Idealer Standort für den Süden mit Quiberon und dem Golfe du Morbihan.Ideal für: Megalithen & Strand1–2 TageBrestBrestDer große Marinehafen am westlichen Zipfel, nach dem Krieg neu erbaut, mit dem Ozeanarium Océanopolis und der Rade de Brest. Guter Ausgangspunkt für die Halbinsel Crozon und die Île d'Ouessant.Ideal für: Hafen & Crozon1 Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für die Bretagne mit Wetter im Jahreslauf

Zwischen Mai und September liegt das Fenster, in dem die Bretagne ihre milde, grüne Seite zeigt – auch wenn ein Regenschauer hier zu jeder Jahreszeit dazugehört.

Das Klima der Bretagne ist ozeanisch geprägt: milde Winter, kühle Sommer, viel Wind und Regen, aber selten Extreme in die eine oder andere Richtung. Frost und Hitze sind gleichermaßen selten, dafür wechselt das Wetter schnell – ein Tag bringt oft Sonne, Wolken und Schauer im Wechsel. Die Sommer bleiben angenehm mild und selten über 25 Grad, das Meer erwärmt sich langsam und ist im Spätsommer am wärmsten. Die Werte unten gelten grob für die Küste; im windgeschützten Süden am Golfe du Morbihan liegt es meist ein, zwei Grad milder als im rauen Finistère.

Jan9°4°mild, nass, stürmisch
Feb9°3°windig, ruhig
Mär11°4°erstes Grün
Apr13°6°wechselhaft, Kamelien blühen
Mai16°9°grün, mild, ideal
Jun19°11°lange Tage, wenig Andrang
Jul21°13°Hochsaison, wärmstes Wetter
Aug21°13°voll, warm, Meer am wärmsten
Sep19°12°mild, ruhiger, ideal
Okt15°9°goldener Herbst, Stürme
Nov12°6°nass, ruhig
Dez10°5°mild, dunkel, stürmisch

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für die Bretagne sind Mai, Juni und September: mild, lang hell, blühend oder erntereif und deutlich leerer als der Hochsommer. Juli und August bringen das wärmste Wetter und die beste Badetemperatur, dafür sind Küste, Fähren und Ferienhäuser dann voll und teuer. Wer wandern und die Städte sehen will, fährt im Frühsommer oder Frühherbst – wer baden will, im Hochsommer. Regenfeste Kleidung gehört zu jeder Jahreszeit ins Gepäck.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Bretagne

Wie viele Tage braucht man für die Bretagne?
Für einen ersten Überblick plane mindestens eine Woche, besser zehn Tage: Die Region ist weitläufig, und die Küstenstraßen kosten Zeit. In sieben Tagen schaffst du die Highlights einer Küstenhälfte, in zehn bis vierzehn Tagen die ganze Runde von Saint-Malo über das Finistère bis in den Süden am Golfe du Morbihan.
Braucht man in der Bretagne ein Auto?
Für die abgelegenen Kaps, Menhirfelder und kleinen Häfen praktisch ja – dort fahren Busse selten. Die großen Städte wie Rennes, Saint-Malo, Brest und Quimper erreichst du zwar mit dem TGV und der Regionalbahn, aber für eine echte Rundreise entlang der Küste ist ein Mietwagen die klar bequemste Lösung. Ein Vorteil: Die Schnellstraßen sind mautfrei.
Wann ist die beste Reisezeit für die Bretagne?
Mai, Juni und September sind ideal: mild, lang hell und ruhiger als der Hochsommer. Juli und August bringen das wärmste Wetter und die beste Badetemperatur, sind an der Küste aber voll und teuer. Regenschauer gehören zu jeder Jahreszeit dazu, deshalb sollte wetterfeste Kleidung immer mit ins Gepäck.
Liegt der Mont-Saint-Michel in der Bretagne?
Streng genommen nein – er liegt knapp jenseits des Grenzflusses Couesnon in der Normandie. Weil er aber nur eine gute Stunde von Saint-Malo entfernt am Ostrand der großen Gezeitenbucht liegt, gehört er auf fast jede Bretagne-Reise. Der Klosterberg ist nach Paris die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Frankreichs.
Kann man in der Bretagne baden?
Ja, die Bretagne hat tausende Strände. Am wärmsten und ruhigsten ist das Wasser im Süden rund um den Golfe du Morbihan, Carnac und Quiberon. Die Badesaison reicht von Juni bis September, wenn das Meer 17 bis 20 Grad erreicht. Achte immer auf die Gezeiten – an flachen Küsten zieht sich das Meer bei Ebbe weit zurück.
Was sind die Menhire von Carnac?
Über 3.000 aufrecht gestellte Steine aus der Jungsteinzeit, aufgestellt zwischen etwa 5000 und 3000 vor Christus, die sich in schnurgeraden Reihen durch die Landschaft ziehen – die größte Megalithanlage der Welt. Von Ende Juni bis Anfang September kommst du nur mit geführter Tour zwischen die Steine, in der Nebensaison ist der Zugang oft frei.
Was ist die Rosa Granitküste?
Ein Küstenabschnitt an der Nordbretagne zwischen Perros-Guirec und Ploumanac'h, wo hausgroße, rundgeschliffene Felsblöcke aus rosafarbenem Granit am Wasser liegen. Bei tief stehender Sonne leuchten sie besonders intensiv. Am besten erlebst du sie auf dem Zöllnerpfad Sentier des Douaniers, einem Abschnitt des Küstenwegs GR34.
Wie warm wird das Meer in der Bretagne?
Kühler als am Mittelmeer: Im Hochsommer erreicht das Wasser an der Küste etwa 17 bis 20 Grad, im Süden am Golfe du Morbihan an geschützten Stellen auch etwas mehr. Am wärmsten ist das Meer im August und September, nach einem Sommer voller Sonneneinstrahlung. Ein Neoprenshorty macht das Baden auch im Juni angenehmer.
Was isst man in der Bretagne?
Herzhafte Galettes aus Buchweizen und süße Crêpes mit Cidre aus der Schale, dazu Austern aus Cancale, Muscheln, Hummer und Jakobsmuscheln. Süß gibt es kouign-amann, far breton und das gesalzene Butterkaramell, das hier erfunden wurde. Eine Crêperie ist in der Bretagne Alltagsküche, kein Touristenlokal – herzhaft als Hauptgang, süß als Dessert.
Muss man auf die Gezeiten achten?
Unbedingt. In der Bucht von Saint-Malo und am Mont-Saint-Michel herrschen die stärksten Gezeiten des europäischen Festlands mit über zwölf Metern Hub, und das Wasser kommt schneller zurück, als viele erwarten. Wer zu einer Insel wie Grand Bé läuft, muss vorher in die Gezeitentafel schauen, sonst sitzt er bei Flut fest. Tafeln hängen im Office de Tourisme aus.
Welche Inseln lohnen sich in der Bretagne?
Belle-Île-en-Mer ab Quiberon ist die größte und vielseitigste, mit Steilküsten und Buchten. Bréhat im Norden gilt als Blumeninsel, Ouessant und Sein im Westen sind rau und einsam, und die Îles de Glénan vor Concarneau haben karibisch türkises Wasser. Für alle Inseln setzt du per Fähre über und brauchst dort meist kein Auto.
Ist die Pointe du Raz der westlichste Punkt Frankreichs?
Sie ist einer der westlichsten Punkte des französischen Festlands und das bekannteste Klippenkap der Bretagne, ausgezeichnet als Grand Site de France. Der Zugang ist reguliert: Du parkst am Besucherzentrum und läufst rund fünfzehn Minuten zur Spitze. Bei Wind und Nässe unbedingt auf den Wegen bleiben, die Klippenränder sind ungesichert.
Regnet es in der Bretagne ständig?
Es regnet oft, aber selten lange am Stück – typisch sind schnelle Schauer zwischen Sonnenphasen, weshalb die Bretagne so grün ist. Der Westen ist feuchter als der Süden. Plane wetterfeste Kleidung und ein paar flexible Indoor-Alternativen ein, etwa Museen, Aquarien oder Cidrerien, dann trübt der Regen die Reise nicht.
Spricht man in der Bretagne Deutsch oder Englisch?
In den touristischen Orten, Hotels und größeren Restaurants kommst du mit Englisch meist gut durch, Deutsch seltener. Auf dem Land und in kleinen Crêperien hilft ein paar Brocken Französisch. Bretonisch, die eigene keltische Sprache, siehst du vor allem auf zweisprachigen Ortsschildern – gesprochen wird es nur noch von einer Minderheit.
BretagneWo Frankreich in den Atlantik ausfranst, treffen Gezeiten von über zwölf Metern auf rosa Granitfelsen, Korsarenmauern und die Menhirreihen von Carnac.

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